Fortleben

Kommen wir also zum Jenseits-Buch von Andreas Resch. Ich habe es nochmal quergelesen und war beeindruckt: Ich kenne kein anderes Buch, das die Jenseitsvorstellungen aller Völker und Religionen, Psi-Phänomene und ethische Gedanken derart ausführlich und ausgewogen kommentiert vorstellt. Höchst empfehlenswert! 

Ich möchte eigentlich 100 Seiten daraus zitieren, belasse es aber bei einem Dutzend Auszügen. So der Beginn:

Blickt man in das Leben des Menschen und seines Empfindens, so findet man zu allen Zeiten als Grundpfeiler persönlicher Erfüllung das psychophysische Wohlergehen, die soziale Geborgenheit und die persönliche Unsterblichkeit. Dieser Wunsch erwächst aus dem Grundstreben des Menschen, ewig und glücklich zu sein …

Resch kritisiert, dass uns heute »die reine völlig unpersönliche Unsterblichkeitsform als Ersatz für die persönliche Unsterblichkeit« angeboten werde. »Sie wird in der Fortdauer der geschenkten Kinder oder im Leben schlechthin gesehen. Sich mit dem Tod zu befassen, ist unnötig.«

Johann Wolfgang von Goethe wird zitiert:

… was folgt, wird auch dahingehen, der Körper wird wie ein Kleid zerreißen, aber Ich, das wohlbekannte Ich, Ich bin.

Bei den Spontanphänomenen wird der Fall eines Mannes erwähnt, der beim Aufstehen plötzlich das Parfum seiner Frau roch, die vor einiger Zeit gestorben war. Es gab keine Erklärung dafür. Er sagte:

Meine Frau wollte damit meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, um mich zu trösten.

Über die Nahtoderfahrungen schreibt Andreas Resch:

In Wirklichkeit handelt es sich bei den hier beschriebenen Phänomenen um Erfahrungen in einem scheintoten Zustand, der »Biostase«, über den die Betroffenen nach Rückkehr zum Bewusstsein berichten.

Er nennt 11 Merkmale der Erfahrung und wendet sich dann dem berühmten Fall von Pam Reynolds zu, deren Gehirn für eine komplizierte Operation heruntergekühlt wurde. Sie war also nach medizinischer Definition einige Zeit hirntot – und doch nahm sie wahr, was im OP geschah und gab sogar Gespräche wieder. Die Folgerung des Autors:

Damit ist auch empirisch bewiesen, dass die rein hirnphysiologische Betrachtung des Bewusstseins nicht ausreicht, um seine Eigenart zu erklären. Hier stoßen wir auf eine Struktur des Bewusstseins, die nicht materieller Natur ist. Damit ist auch die Vorstellung möglich, dass diese Struktur den Tod des Körpers überlebt.

In dem Artikel Jenseits der Chirurgie vom Dezember 2015 (Link unten) gibt Alan J. Hamilton, ein Chirurg, den Namen der Patientin als Sara Gideon an, vielleicht hat er ihn für sein Buch geändert. Denn es ist exakt der Reynolds-Fall.

Das Bild oben ist in Panarea gemacht worden, einer Insel, und das unten stammt von Karl Heinz Renner, Freiburg. Es zeigt zwei Schwestern, die nun im Tod vereint sind, vor dem Aufstieg

Morgen Teil 2.

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