Spuk beim Bestatter
Ein neues Motiv taucht auf, an das ich ohne Beiträge aus Spanien nie gedacht hätte. Vor der Kremation meiner Mutter sagte die Unternehmerin, ihr Bild sei hinabgefallen und habe einen Sprung. Das war wohl SIE. Ihre Energie. Beim Bestatter könnten schon wunderliche Dinge geschehen, und einige Leute erzählen davon.
Spanien hat ein besonderes Verhältnis zum Tod. Zur frühen Franco-Zeit, also um 1930, kam der Spruch auf »Viva la muerte!« (Nicht dass die Nationalsozialisten nicht den Heldentod verehrt hätten, aber in Spanien ist eine Hinneigung zum Tod verbreitet. In Mexiko auch) Bei Lo Invisible ließ Esteban einen Bestatter aus Katalonien zu Wort kommen, und auf Deja Fluir sprach eine temperamentvolle junge Unternehmerin. (Links: In Spanien gesehen: der Strand der Toten, Playa de los Muertos)
Oscar Castillo aus Badalona in Katalonien war 12 Jahre als Bestattungsunternehmer tätig, und in einer Nacht saß ein Mann neben ihm am Bett, der leibhaftig aussah und sich
Juan Lopéz nannte. Er, Oscar, solle seiner Familie sagen, dass es ihm gut gehe, dass er im Frieden sei, und er wolle in ein weißes Tuch gekleidet werden und den Rosenkranz haben, den ihm seine Mutter geschenkt habe. Lopéz nahm ihn sogar auf eine Reise mit und zeigte ihm sein Haus, seine Frau, seine Tochter und seinen Sohn (Rechts: ein sogenanntes Tanatorium im Süden von Madrid, das man bei uns Aufbahrungshalle nennen würde).
Das den Hinterbliebenen mitzuteilen, schaffte er nicht, doch das weiße Tuch und den Rosenkranz kriegte Juan mit. Erst als Castillo dies alles im Radio erzählt hatte, meldete sich die Familie und begriff alles. Oscar Castillo arbeitete noch bis 2020 in seinem Gewerbe und deutete an, in diesen Firmen gäbe es durchaus seltsame Vorkommnisse, nur wolle niemand darüber reden, da herrschten viele Tabus.
Einmal hätte es in der Nacht mehrmals an der Tür geklopft, drei Mal. Viele Male passierte das, doch niemand war zu sehen.
Castillo veränderte sich durch diese paranormale (er sagte: spirituelle) Erfahrung. Er lernt alles über Psi und betonte mehrmals, wir seien hier nur mit unserem Namen, unserer Form und unserer Funktion, doch wir seien eher wie ein Avatar im Videospiel. Wir sind aber der/die Spieler/in und viel viel mehr.
ψ ⊗
Das Bild unten zeigt ein spanisches Leichenschauhaus, Tanatorium genannt. Wer Tote bestattet, ist ein Tanatopractor. Da hat das griechische Wort für den Tod, thanatos, direkten Eingang ins Spanische gefunden. Es schrieb ja Heinrich Heine:
Das ist der böse Thanatos,
Er kommt auf einem fahlen Ross;
Ich hör den Hufschlag, hör den Trab;
Der dunkle Reiter holt mich ab –
In dem Beitrag Beim Bestatter passiert so einiges des Podcasts Deja Fluir durfte die Tanatopractora Lucia Moya Blázquez fast eineinhalb Stunden erzählen, doch man hörte und sah ihr gern zu, weil sie sich regelmäßig »ausschütten wollte vor Lachen«. Der Tod muss nichts Todtrauriges sein. Es sei schon manchmal vorgekommen, dass sie jemandem etwas sagen wollte, der hinter ihr stand, und sie vermutete, es sei ein Mitarbeiter; doch als sie sich umdrehte, war da niemand.
Ihr Großvater war die erste Leiche, um die sie sich zu kümmern hatte. Als sie mit ihrer Freundin im Auto ins Krankenhaus fuhr, um ihn abzuholen, sagte die Freundin, die medial begabt war, der Großvater sei auf der Rückbank, und Lucia erzählte, sie habe sich einfach nicht getraut, in den Rückspiegel zu blicken, was gut gewesen wäre, auch wenn sie ihn nicht gesehen hätte.
Einmal bat sie ihren Großvater nach dessen Tod um Hilfe, und gleich darauf fuhr ein Lastwagen an ihr vorbei mit dem Bild des Jesus, wie er am Ort ihres Großvaters abgebildet wurde.
Es sei auch vorgekommen, dass ein Schlüssel, den sie ins Schloss gesteckt habe, sich selbsttätig herumdrehte und die Tür öffnete. »Danke«, sagte sie daraufhin. – Und, auch interessant: Lucia wendet sich öfter an Gott, damit er ihr einen Rat gäbe und ihr hilft. Was passiert? Ein wildfremder Mensch hält sie an und gibt ihr einen Zettel. Oder eine Frau sagt zu ihr: ›Ich soll Ihnen etwas sagen …‹ Die Kommentatoren waren begeistert über Lucia, und einer schrieb: »Sie hat vollstes Vertrauen ins Universum!«
Ich sollte einmal, wenn sich die Gelegenheit ergibt, eine/n Bestatter/in fragen, ob es bei ihm/ihr schon mal außergewöhnliche Vorkommnisse gegeben habe.
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