Z’Basel an mim Rhi
Hebel hat die obige Zeile geschrieben, Johann Peter Hebel, der in Basel geboren wurde am 10. Mai 1760. Dieses Jahr begehen wir seinen 200. Todestag. Ich war vor zweieinhalb Wochen mit meiner Schwester mal einen Nachmittag und einen Abend in Basel und will euch zeigen, was ich so im Vorbeigehen gesehen und fotografiert habe.
Ich war lange nicht mehr in Basel. Plötzlich kommt einem alles neu vor, und man betrachtet eingehend Figurinen, Inschriften Häuserfassaden, und man freut sich über die gemütlichen, holzgetäfelten Beizen. Heute in einer Woche beginnt um 4:00 Uhr früh übrigens der »Morgestraich«, und drei letzte tolle Tage folgen. Basel. Die Tradition.
»Jo dört möchti si!« schrieb der Dichter, der dann im Wiesental aufwuchs und in Karlsruhe zu Ehren gelangte. In Basel hat er eine Büste, ich habe darüber geschrieben, Link links unten. Das Hebel-Café gegenüber der Büste fiel mir nun zum ersten Mal auf.
Unser Freund Kafka wird auch geehrt Das Literaturhaus ist durch das Café Kafka begehbar. Das Bild darunter zeigt uns den Veranstaltungssaal im Rückraum. Für Dichterlesungen. Dort erzählen uns am 11. März um 19 Uhr unter dem Titel Hebel Wirkungen Gianna Molinari, Ariane Koch und Andreas Lang, was uns Johann Peter Hebel heute noch zu sagen hat.
Wenn man vom Münsterplatz hochsteigt, kommt man zum Münster, und da haben wir das Haus der Kulturen – und eine interessante Ausstellung; neben der Geister-Ausstellung im Kunstmuseum sicherlich sehenswert. Ich muss nochmal hin und kann dann beide sehen. Die Geister gehen noch bis zum 8. März, der Jenseitsweg bis zum 26. April.
In Basel hat man etwas übrig für schrägen, morbiden Humor. Da meldet sich die Vergangenheit, der Totentanz, der 1440 zum ersten Mal gemalt wurde. Auf der Seite Basler Bauten liest man:
Unter einem Totentanz verstand man im Mittelalter zunächst die Darstellung eines Reigens oder Tanzes von Totengestalten mit lebenden Personen, welche die ständische Gesellschaft repräsentierten. Diese Reigen wurden meistens von Versen begleitet und von Darstellungen des Sündenfalls. Die meisten Totentanzbilder waren monumentale Malereien auf Friedhofsmauern, Kapellen oder Beinhäusern; sie erinnerten den Betrachter als »memento mori« mahnend daran, dass der Tod jeden, ungeachtet seines Standes, plötzlich aus dem Leben reissen kann.
Das hat bestimmt auch die Basler Fasnet inspiriert. Um 4 Uhr gehen die Lichter in die Stadt aus und ein Trommeln und Pfeifen hebt an, und durch die Gassen traben die Musiker in Dreier-Teams drei Stunden lang. Das muss man einmal erlebt haben!
Unten links ein Skelett vor dem Naturhistorischen Museum; rechts der Vogel Gryff, Wahrzeichen der Stadt, die 1500 der Eidgenossenschaft beitrat.
Im Schaufenster der Galerie Brigitta Leupin (Münsterberg 13) sah ich folgende Marionetten:
Wie schön die Hochnäsigkeit des Bischofs, der versteckte Zorn des Teufels, die stumme Erwartung des Mönchs …
Unten noch der prächtige Innenhof des Rathauses, ein Engelreigen oberhalb des Eingangs zum Münster und Alt und Neu: Blick auf zwei Hochhäuser vom Petersberg. Zum Schluss ein kluger Spruch, den wir mitnehmen können im Geiste.
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