Ein Neurochirurg und die Seele

Vor 5 Wochen stellte Stafford Betty in seinem Blog das Buch The Immortal Mind (Der unsterbliche Verstand? Ich übertrage mind jetzt immer durch Verstand, weil Geist nicht passt) von Michael Egnor vor. Der amerikanische Neurochirurg spricht von der Seele und stellt das übliche Paradigma der Ärzte (Gehirn schuf Bewusstsein) in Frage.

Die Argumente kennen wir irgendwie schon, manipogo hat immer schon behauptet, dass Bewusstsein und Seele etwas Anderes sind als das Gehirn. Aber wenn ein Neurowissenschaftler mit so etwas an die Öffentlichkeit tritt, ist das immer eine Sensation.  Wir folgen also Stafford Betty, der Egnors Argumentationslinien nachzeichnet.

Ein junges Mädchen wurde nur mit einem halben Gehirn geboren und hat nun einen normalen Job. Der Chirurg schnitt bösartige Tumore aus Gehirnen heraus, was deren Funktion nicht weiter behinderte. Bei den Operationen können sich Patient und Operateur auch unterhalten, weil das Gehirn keinen Schmerz empfindet. Der Autor:

In keinem Textbuch steht, dass du das meiste vom Frontallappen wegschneiden kannst, ohne dass etwas Ungewöhnliches geschieht. 

 

Ein weiteres Rätsel ist die terminale Geistesklarheit kurz vor dem Tod. Das Gehirn hat sich nicht plötzlich regeneriert: Dafür ist etwas Anderes verantwortlich. Michael Egnor nennt das die Seele.

Auch der freie Wille ist schwer zu erklären, wenn wir das Gehirn als einen chemisch regulierten Komplex betrachten. Die Seele könnte den freien Willen erklären.

Und wer sieht zu und registriert Geschehnisse im Operationssaal, wie es Menschen nach Nahtod-Erfahrungen berichten? Vermutlich die Seele.

Stafford Betty fasste zusammen:

Egnor schloss, dass wie offensichtlich eine Seele seien, die mittels eines Instruments arbeitet, das wir das Gehirn nennen. Wir werden durch dieses Instrument beeinflusst … Aber es ist ein Fehler, die beiden gleichzusetzen oder die bessere Hälfte zu ignorieren. Es ist auch ein Fehler zu behaupten, wenn das Instrument kaputtgehe, müsse sein Nutzer dadurch sterben. Sie sind unterschiedliche Dinge und folgen unterschiedlichen Gesetzen.

Ist die Seele unsterblich? Viele gute Gründe gibt es, das zu glauben. Doch das für ein andermal.

Ψ Ψ

Das hat uns Stafford Betty kurz und knapp hingeblättert. Es gibt also die bessere Hälfte, die Seele. Wer beobachtet Ereignisse im OP? Wohl das Bewusstsein. Wir sind nach dem Tod weiter bewusst wie vorher, völlig wach, und verfügen auch über unseren Erinnerungsschatz. Doch ist das alles schon die Seele? Sie kehrt mit dem Gelernten in die Überseele zurück; da ergänzt etwas Übernatürliches Erinnerungen und Bewusstsein, das uns erst ganz macht. Dieses »Plus« weiß von den anderen Inkarnationen und blickt weiter.

Hoffen wir, dass sich Michael Egnor darüber Gedanken gemacht hat. Doch das alte Paradigma anzugreifen, ist höchst verdienstvoll. Noch ein paar solcher Bücher, und wir sind einen Schritt weiter.

 

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