Al-Muhaddithat: Kluge Frauen im Islam
Später, als ich noch einmal den manipogo-Artikel Qantara.de las, der ja erst im April erschien, wollte ich es nicht glauben. Ich dachte, ich hätte mich geirrt. Nein! Mohammad Akram Nadwi hat tatsächlich 10.000 weibliche Gelehrte und Studierende vorgestellt, die sich um die Hadiths verdient machten. In 43 Bänden tat er das. Er hatte nur mit 20 oder 30 Frauen gerechnet, als er seine Forschung begann.
Es gibt einen Wikipedia–Eintrag zu dem Projekt (allerdings auf Englisch), das erstmals 2007 veröffentlicht wurde. Akram Nadwi ist ein 1963 geborener britischer Islam-Gelehrter und Dekan des Islamischen College in Cambridge. In Oxford hatte er 1995 mit der Arbeit begonnen, die sich bald stark ausweitete. Er sah, dass in den Hadith viele Frauen erwähnt waren und versuchte, etwas über sie herauszufinden. Es waren gelehrte Frauen, die eine gute Ausbildung besaßen. Die Hadith werden im Internet Sacred Text Archive so definiert:
Die Hadith, über denen in Bedeutung und Autorität nur der Koran steht, sind Sammlungen islamischer Traditionen und Gesetze (sunna). Diese umfassen auch überlieferte Aussprüche des Propheten und islamischer Gelehrter. Ende des 9. Jahrhunderts waren 600.000 Hadiths gesammelt worden, die später stark redigiert wurden, so dass ihre Zahl heute nur mehr 25.000 umfasst.
Im Archiv wird eine ausgedehnte Sammlung in 4 Bänden angeboten, Die Hadith von Bukhari.
Also spielten Frauen in den ersten Jahrhunderten nach Erscheinen des Korans (um 621) eine bedeutende Rolle. Sie unternahmen ausgedehnte Reisen und engagierten sich in den Moscheen. Frauen waren auch aktiv daran beteiligt, die Hadith in Umlauf zu bringen.
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Die Entwicklung in Afghanistan ist ein Skandal. Die Taliban handeln gegen den Koran, der in Vers 6 von Sure 65 schreibt, man möge die Frauen im selben Stil leben lassen wie die Männer. Nirgends steht, dass man sie ins Haus verbannen soll. Die Taliban verbieten ihnen Schulbildung und verweigern den Frauen medizinische Hilfe. Nicht einmal ihre Stimme sollen sie erheben dürfen. Das ist ein Schandfleck.
Darüber schreibt mehr medica mondiale, die auch Gelder sammelt, damit Afghaninnen ihr Land verlassen können. Die Taliban wollen anscheinend ein Land ohne Frauen. In Kabul sind nur Männer im Stadtbild unterwegs, bei denen man auch kontrolliert, ob ihre Bärte die richtige Länge haben. Seit 4 Jahren quälen die Taliban dieses unglückliche, seit 50 Jahren geschundene Volk, das erst von den Russen und dann vom Westen besetzt wurde. Die westlichen Staaten müssen Druck ausüben.
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