Monatsarchiv für August 2020

Die Somnambule

Mittwoch, den 12. August 2020

Seltsames Wort. So — Somnambule — hießen früher Frauen, die in Trance oder Hypnose waren und dabei die Zukunft sahen oder unerhörte Dinge verrichten konnten. Unerhört sind ja jene Reisen des Bewusstseins, während der Körper schläft, womit ich nicht Träume meine, sondern Astralreisen. Das können vielleicht mehr Leute, als man meint, und nach Franz Werfel und […]

Sonnenuntergänge

Dienstag, den 11. August 2020

Wenn man kein passionierter Frühaufsteher ist, hat man keinen Sonnenaufgang fotografiert. Dafür hat man eine Menge Versionen davon, wie die Sonne untergeht. Komisch, dass diese irrige Bezeichnung sich hält, wissen wir doch alle, dass die Sonne nie untergeht, nur der Erdball sich neigt. Wobei mir etwas einfällt …

Schicksal/Fügung

Montag, den 10. August 2020

Meine Schwester ging zum Tanzen, und jemand warf ihr vor, sie sei unverantwortlich ihrer Mutter gegenüber, zu der sie am nächsten Tag gehen wollte. Dass es sie erwischt (durch die Krankheit, die sie sogar schon hatte!), wäre so extrem unwahrscheinlich, dass man es fast als Schicksal bezeichnen müsste. Man müsste es hinnehmen und könnte es […]

Der liebende Geist

Sonntag, den 9. August 2020

Als ich The Loving Spirit von Daphne du Maurier in einer zerlesenen Ausgabe von 1975 fand, widerstand ich nicht. Wieder ging es da, wie in Frenchman’s Creek, um eine wilde junge Frau, die zwischen der Familie und ihrer Abenteuerlust hin- und hergerissen wird. Geschrieben 1931, spielt es ebenfalls in Cornwall, on the Cornish coast. Und […]

Andreas Hertzeg

Samstag, den 8. August 2020

Den achten Geburtstag feiert manipogo mit einer Erzählung des gestern genannten Hebel, Johann Peter (1760-1826), die auf eine wahre Begebenheit zurückgehen soll und in der der 8. August eine bedeutende Rolle spielt. Eine gewisse Parallele zu diesem Frühjahr des Rückzugs in unserem Land und überall sind nicht zu verkennen; reiner Zufall (oder nicht).

Wieder vor der Weserei

Freitag, den 7. August 2020

Endlich, endlich das Bild von der alten »Weserey« in Kandern gemacht, das in einem Gedicht von Johann Peter Hebel (1760-1826) vorkommt, dem größten badischen Dichter. Gespenst an der Kanderer Straße heißt das Werk, das ich wiedergeben muss, mit Erläuterungen versehen, damit es jeder versteht. Als Hebel einmal vor Goethe (der ihn schätzte) und anderen in […]

Flugverkehr (103): 33 Grad, 12 Stunden

Donnerstag, den 6. August 2020

Drei Tage mit dem Rad unterwegs, drei Beiträge. Man ist wieder erfüllt von neuen Impressionen. Von Mélisey bin ich am Schweizer Bundesfeiertag bei geschätzten 33 Grad in einem Tag die 120 Kilometer nach Hause gefahren, um 9 Uhr los, und um 20 Uhr war ich zu Hause. Immer wieder kauft man ein und füllt seine […]

Die Verrückte

Mittwoch, den 5. August 2020

Da heute der Geburtstag von Guy de Maupassant ist — er kam 1850 auf Schloss Miromesnil zur Welt, im Norden Frankreichs, und starb schon 1893 —, muss ich einen Artikel einschieben, bevor meine Rückfahrt vom vergangenen Samstag zur Sprache kommt. Von Maupassant hatte ich ein dünnes Bändchen dabei, die Contes de la bécasse, und eine der […]

Camping in Mélisey

Dienstag, den 4. August 2020

Bleiben wir noch einen Beitrag bei Mélisey. Der Campingplatz ging von der Straße ab, man fuhr an gelbverbranntem Rasen vorbei und kam zu einer Holzmauer, hinter der ein Campingwagen den Empfang darstellte, der einfach accueil hieß und nicht hochtrabend réception wie woanders. Ein großer Mann mit nackten Oberkörper gab mit den wunderbaren Schattenplatz, zahlen sollte […]

Eine Nacht in Mélisey

Montag, den 3. August 2020

Achtung, ein Fahrradbeitrag! War gar nicht so geplant. Vergangenen Donnerstag sollte es schön sein und so bleiben bis Sonntagmorgen; dann Gewitter (Es kam dann schon Samstagabend, und seit einer Stunde war ich daheim!) Ich wollte eine Drei-Tage-Runde durch die Vogesen fahren und mal wieder im Zelt schlafen. Schönes Wetter ist eine Beschönigung: Es hatte bis […]