Archiv der Kategorie 'Alte Wege'

Gemischtes Doppel

Dienstag, den 23. Februar 2021

Die Vierer-Beziehung bei Casanova vorgestern war zu schön. Und da ich im Heptameron der Margarete von Navarra (1558) eine noch schönere fand, muss manipogo daran anknüpfen und auch an Goethes Wahlverwandtschaften erinnern. Aber zunächst eine gekungene Vierer-Beziehung, ein geglücktes Arrangement … ja, mehr gute, erfreuliche Geschichten wollen wir hören!

Haremsdamen

Donnerstag, den 18. Februar 2021

Die Welt des Harems erklärt uns Fatema Mernissi (1940-2015) in ihrem Buch Die Sultanin. Sie blickt weit zurück, in die erwähnten Jahre von 700 bis 1000. Damals befand sich die islamische Welt in voller Blüte und lebte geistig verfeinert, zumindest der Hochadel. In den Tausendundein Nächten kommen aber auch normale Menschen vor.  

Liebe und Macht

Mittwoch, den 17. Februar 2021

Die kluge Schehrazâd hielt immer dann, wenn der Morgen graute, »in ihrer verstatteten Rede an«. (Die Übersetzung ist von 1839.) Die Geschichte brach ab: Fortsetzung folgt. Oder sie sagte: »Das aber ist nicht wunderbarer als die Geschichte des Fischers.« Und der König biss an und fragte: »Wie geht die denn?« Der König wollte etwas von seiner Sklavin, […]

Bautzen II

Sonntag, den 31. Januar 2021

Ende des Monats Januar will ich die Bilder der Stasi-Sonderhaftanstalt Bautzen II veröffentlichen, die ich im September 2019 machte. Von 1956 bis 1989 saßen dort 200 meist politische Häftlinge ein. 1992 wurde die Anstalt geschlossen und zu einem Museum umfunktioniert. 

Die Sühne blieb aus

Donnerstag, den 28. Januar 2021

Sühne: ein edles deutsches Wort, das heute kaum mehr gebraucht wird. Für ein Verbrechen zahlen, dafür zur Rechenschaft gestellt werden, es sühnen. Das größte Menschheitsverbrechen der Weltgeschichte blieb weitgehend ungesühnt. Von den Tausenden Tätern wurden nur wenige vor Gericht gestellt; die meisten bauten sich wieder eine bürgerliche Existenz auf und starben an Altersschwäche.

Kollektive Unschuld

Mittwoch, den 27. Januar 2021

Vor 75 Jahren wurde Auschwitz befreit, und von da an wurde allmählich der Massenmord an den Juden offenbar, und die Deutschen waren gezwungen, sich damit zu konfrontieren. Das taten sie aber nicht. Niemand hat jedoch das ganze Volk kollektiv beschuldigt, was Samuel Salzborn in einem Buch von Mai 2020 hervorhebt; dennoch zogen es die Deutschen […]

Positive Beispiele

Dienstag, den 29. Dezember 2020

Am Ende des Jahres will manipogo positiv sein, wenngleich das Adjektiv seit diesem Jahr etwas angegriffen ist. Wir haben ja gesagt, Hoffnung sei nötig. Blicken wir zurück in jene schauerliche Epoche von 1942 bis 1944, als die Nationalsozialisten Juden zu Hunderttausenden deportierten. Ich will nicht dauernd darauf herumreiten, doch da ich mich wochenlang wieder damit […]

Rut

Montag, den 21. Dezember 2020

Das Buch Rut ist kurz und schön wie ein Märchen. Da stört wirklich nichts. Keine bösen Menschen treten auf, die richtigen finden zueinander, und Rut — das ist wichtig — wird zur Großmutter des späteren Königs David. Die arme Rut kommt als Fremde; sie wird aber aufgenommen und geachtet. Auch Einzelheiten über damalige Bräuche im […]

Ester

Sonntag, den 20. Dezember 2020

Judit war ein Anfang. Wir können gleich mit Ester und dann mit Rut weitermachen, beides kleine Bücher des Alten Testaments mit Frauennamen. Eine Geschichte nacherzählen ist ja schön, in allen steckt etwas drin; aber sie soll nicht im luftleeren Raum hängenbleiben, sondern etwas soll ihr, der Geschichte, zur Seite gestellt werden. Das erklärt die Mini-Serien, […]

Judit

Samstag, den 19. Dezember 2020

Eines Morgens Anfang Oktober wachte ich mit dem Namen Judit im Kopf auf. Es war aber nicht allein der Name; ich spürte, mir sei im Schlaf gesagt worden, ich solle das Buch Judit in der Bibel lesen. Es ist nicht lang: 16 Abschnitte auf 22 eng bedruckten Seiten in meiner Ausgabe. Das liest man in […]