Monatsarchiv für September 2020

Der Wundermann vom Bodensee

Freitag, den 18. September 2020

Es gibt kleine Bücher, solide recherchiert und fein geschrieben, die man lesen kann, ohne sich übermäßig anzustrengen. Und man genießt es und lernt dabei. So ein Buch ist Der Wundermann vom Bodensee (1956) von Anton Gabele (1890-1966) über das Leben von Franz Anton Mesmer (1734-1815), den man nicht genug schätzen kann, weil er den Grundstein […]

Kleingläubige (2)

Donnerstag, den 17. September 2020

Vor 14 Tagen habe ich dargestellt, was die katholische Kirche so zum Geburtstag eines alten Menschen anbietet. Nun kommt die evangelische Version. Statt es mit herzlichen Wünschen gut sein zu lassen, unterbreitet man den Jubilaren die Betrachtung eines Bischofs aus Berlin. Der Text auf dem Blatt, das dem Geburtstagsbrief beiliegt, ist so klein gedruckt, dass […]

Bruder Engel, Schwester Engel

Mittwoch, den 16. September 2020

Werner Bergengruen, am 16. September 1892 in Riga geboren, war ein beliebter deutscher Schriftsteller, der als Übersetzer Werke von Dostojewski und Tolstoj ins Deutsche brachte. Gedichte schrieb er auch, und An den Engel gefällt mir besonders gut. Er muss es in seiner letzten Lebensphase zu Papier gebracht haben (Bergengruen starb am 4. September 1964), es […]

Was Swedenborg erfuhr

Dienstag, den 15. September 2020

Die Engel haben Emmanuel Swedenborg (1688-1772) mitgenommen und ihm einiges gezeigt, das er später in Worte fasste. In Himmel und Hölle, etwa 1755 entstanden, steht alles, was man wissen muß. Schade, dass Swedenborg nicht ernst genommen oder ignoriert wird. Die wichtigsten Zitate aus dem 400-Seiten-Werk lest ihr gleich, mit nur wenig Kommentar.

Sol und Luna

Montag, den 14. September 2020

Nach zwei Beiträgen über Mond und Sonne sollen sie nun beide in einem Gedicht vorkommen, und da fiel mir eins von Heinrich Heine (1798-1856) ein, dessen Arbeiten wir in einer Woche mehr betrachten wollen. Sonnenuntergang ist ein Jugendwerk von ihm, da hat er seinen Stil noch nicht ganz gefunden; das Werk und vor allem die […]

Die Sonne bleibt allein

Sonntag, den 13. September 2020

Dieser Beitrag passt zum letzten, alles hängt irgendwie zusammen; die Komposition ergibt sich von selbst. Wieder ein einsamer Himmelskörper, diesmal die Sonne, in den meisten Sprachen männlich, so gewiss auch im Bulgarischen, denn aus Bulgarien kommt das Märchen Woraus der Honig entstanden ist und warum die Sonne nicht heiratet.

Der Mond schaut zu

Samstag, den 12. September 2020

Eine kurze Erzählung von Anton Tschechow (1860-1914) muss ich hier bringen, weil sie so gut ist. Sie schließt an einen Beitrag aus dem August an, doch wenn ich auf ihn verlinke, verrate ich die Pointe. Also erst die Geschichte, danach das zugehörige Stück. Die Erzählung heißt Die Sommerfrischler, lasst euch überraschen. Eine Sommerfrische hieß früher […]

Wanderung

Freitag, den 11. September 2020

Vor 200 Jahren wanderte, wer nicht viel Geld hatte, und dass das gesund sei, kam keinem Wanderer in den Sinn. »Beine hat uns zwei gegeben / Gott der Herr, um fortzustreben« schrieb Heinrich Heine, von dem auch die Strophe »Denk ich an Deutschland in der Nacht / dann bin ich um den Schlaf gebracht« bekannt […]

Blüthenreicher sein

Donnerstag, den 10. September 2020

Anfang 2010 hatte ich auf der Seite Kritische Ausgabe plus ein Rätsel gestellt, das bis heute nicht gelöst ist. Man muss den Ursprungsartikel lesen, um den Hintergrund zu haben. In Kürze: Bei einer Séance in England wurde ein 8-zeiliges deutsches Gedicht auf einen Film projiziert, und man wüsste gern, von wem es ist. Justinus Kerner, […]

Armando im Nacken

Mittwoch, den 9. September 2020

Seit Armando Basile wieder zurück ist aus der weiten Welt (er kriegte im März noch einen Rückhol-Flug), habe ich ihn drei Mal getroffen. Er ist in Heitersheim und im Elsass unterwegs, wie immer rastlos, nie ratlos, doch wenn er mich trifft, nimmt er sich Zeit. Von Januar 2020 bis jetzt hat Armando 25.000 Kilometer mit […]