Archiv der Kategorie 'Leben heute'

Die Bullshit-Jobs

Mittwoch, den 12. Juni 2019

Das mit den Bullshit-Jobs, über die David Graeber ein Buch veröffentlicht hat, gefällt mir immens. Wie schön, dass der Anthropologie-Professor damit die Diskussion bereichert hat! Nützen wird es nicht viel. Mit ihren Ausformungen drückt sich die Gesellschaft aus. Wir können bloß schimpfen und zuschauen.

Kontingenz statt Transzendenz

Dienstag, den 4. Juni 2019

Das wird nun ein Beitrag, den sicher keiner lesen mag. Schon der Titel ist schwer verdaulich. Aber ich muss ihn einfach schreiben, um mir über alles klar zu werden. Also versuche ich es mal – und so einfach wie möglich.

Hybris

Montag, den 13. Mai 2019

Der dünne Mann geht pfeifend über die Straße und steigt in einen großen, schwarzen, glänzenden Range Rover ein und fährt ab. Ein anderer steigt mit seiner Freundin und  Mini-Hund in einen riesenhaften scshwarzen Porsche, außen schwarz, innen Leder. Der dritte, den kenne ich, lenkt ein Jaguar-Ungetüm. Auch ein kleiner Mann. Hybris.

Alltagsbewältigung

Dienstag, den 7. Mai 2019

»Der Alltag ist eine höchst anspruchsvolle Disziplin«, stellt Naïma schon auf der zweiten Seite des Romans Die Kunst zu verlieren von Alice Zeniter fest. Das wussten wir schon immer; nur gab es wichtigere Dinge. Heute ist der Alltag für die Jüngeren ebenso wichtig wie die »wichtigeren Dinge«, wenn nicht noch wichtiger.

Wer riskiert, verliert

Sonntag, den 5. Mai 2019

In unserer Wohnanlage bekam der Großvater von zwei Kindern vom Verwalter den guten Rat, er solle sich einen Spielplatz und Spielgeräte im Garten aus dem Kopf schlagen: wegen der Haftungsfragen. Ein Kind verunglückt; Kosten und Probleme. Was könnte alles passieren? Eine saturierte Gesellschaft stranguliert sich selbst.

Unvergleichlich

Donnerstag, den 11. April 2019

Muss schnell was loswerden, mal schau’n, ob’s klar wird. Die Quintessenz von dem, was folgt, ist: Du sollst nicht vergleichen! Nichts gegeneinander aufrechnen, nichts zueinander in Beziehung setzen: nicht vergleichen. Mit ruhigem Herzen zusehen und das beurteilen, was man vor der Nase hat. Mit Mitgefühl und Aufrichtigkeit.

Respektiert mich!

Samstag, den 30. März 2019

Ein Wohnungseigentümer in unserer Versammlung hatte eine lange Liste und führte aus … Da liege eine Plane rum. Ein Mädchen sagte: »Das ist meine, die hab ich …« − »Würden Sie mich vielleicht ausreden lassen?« − »Ich habe die doch nur …« − »Unterbrechen Sie mich nicht! Ich habe das Recht …«Und so weiter. Leute […]

Vergebung

Dienstag, den 18. Dezember 2018

Da lag das Buch des Vergebens von Desmond Tutu und seiner Tochter Mpho, und Dora fragte: »Willst du’s?« Ich wollte es, nahm es mit, und ich hab’s bald danach rasch durchgearbeitet und in mich geblickt.

November

Freitag, den 2. November 2018

Der Totenmonat soll ein wenig den Toten gehören, an die nur Hinterbliebene denken. Wer betet schon für die armen, unerlösten Seelen im Fegefeuer (oder an einem anderen, vielleicht sogar kalten Ort; dauernd frieren, wie furchtbar!)? Sie haben gelebt und sind nun verstört. Wer hätte gedacht, dass es weitergeht?

Angriff aufs Männer-System

Freitag, den 2. Februar 2018

124 italienische Schauspielerinnen, Regisseurinnen und Produzentinnen sagen »basta«. Es genügt. In der Nachfolge von #metoo lassen sie einen Aufschrei hören, der nicht Einzelne nennt, sondern ausdrücklich dem System gilt: der absoluten männlichen Mehrheit (überall, vor allem da, wo es um die Macht geht).