Archiv der Kategorie 'Literatur'

Schlaffheit

Mittwoch, den 11. Mai 2016

Horaz sollte man immerzu lesen. Auch wenn er manchmal grob ist und überdeutlich. In der Epode 12 fällt er (verbal) über eine Frau her, über die er zuvor real hergefallen war, wobei jedoch seine Erregung ausblieben, er nicht zum Höhepunkt kam. So etwas, zweitausend Jahre alt, darf man schon einmal zitieren.

#30 Freundschaft

Montag, den 9. Mai 2016

Seit seiner Gründung bespricht manipogo regelmäßig die Hefte der Kritischen Ausgabe aus Bonn, die von Germanistik-Studenten gemacht wird. Diesmal fand ich # 30 Freundschaft (also das 30. Heft) in meinem Briefkasten vor und eile, einen Beitrag darüber zu verfassen. Lese somst keine Zeitschriften, aber die schon.

Kreative Arbeit

Samstag, den 7. Mai 2016

Lavoro creativo (kreative Arbeit) hat Primo Levi eine zehnseitige Erzählung in seinem Band Vizio di forma von 1971 benannt. Es läutet an der Tür des Schriftstellers Antonio Casella. Vor ihm steht einer, der sich als James Collins vorstellt und behauptet, eine Figur aus Casellas Werken zu sein. Eine Diskussion beginnt …

100 Exemplare

Sonntag, den 1. Mai 2016

Ich wollte so beginnen: 1. Mai. Aber das geht nicht. Das Programm sagt dir: nein. Du willst sicher eine Aufzählung beginnen. Also rückt es die Zeile ein. Zur Hölle mit ihm! Vor drei Jahren ist Lutz Schulenburg gestorben, der Nautilus-Verleger (mit Hanna Mittelstädt). Wir denken an ihn und schreiben über meinen Tod-am-Tiber-Flop. Ein weiterer meiner […]

Der Golem

Donnerstag, den 21. April 2016

Ich entleihe mir Bücher in der Universitätsbibliothek, und kaufen tu ich nur welche aus den öffentlichen Regalen in Staufen und Bad Krozingen, in denen arme abgelegte Bücher warten. Oft ist ein Volltreffer darunter. Den Roman Der Golem von Gustav Meyrink (1868-1932), vor 100 Jahren erschienen, war einer. Den wollte ich schon lange lesen.

Befehlsverweigerung

Sonntag, den 10. April 2016

Ich will ja das Gesamtwerk von Sir Laurens van der Post lesen und habe mir The Admiral’s Baby geholt, das 1996 erschien. Das Buch behandelt seine Freilassung aus japanischer Kriegsgefangenschaft und die Bemühungen der Briten, die Unabhängigkeit Indonesiens von niederländischer Herrschaft gewaltlos zu gestalten.

Todo modo

Sonntag, den 27. März 2016

Auf jede Art solle man spirituelle Exerzitien betreiben, immerzu, mahnte Ignatius von Loyola (1491-1556), der Jesuit. So ist auch Todo modo (auf jede Art) gemeint, Titel eines kleinen, 1974 veröffentlichten Kriminalromans des Sizilianers Leonardo Sciascia (1921-1989), der eine Weile meine Lektüre war. Das Büchlein hat nur 124 Seiten, ist aber anspruchsvoll, gedanklich wie auch sprachlich.

Kleist und der Polizeibericht

Mittwoch, den 23. März 2016

Heinrich von Kleist (1777–1811) war Dramatiker, Erzähler, aber auch Journalist. In seinen letzten Lebensjahren schrieb er für die Berliner Abendblätter, und ein Artikel aus dem französischen Polizeibericht, den er verfasste, berührt einen seltsam. Darin sind die Umstände seines eigenen Todes vorweggenommen.

Am Abend der Zeit

Freitag, den 19. Februar 2016

Nach langer Zeit habe ich mich wieder an einen großen Roman gewagt. Groß heißt dick (430 Seiten), aber auch großartig. Der Roman ist Am Abend der Zeit, spielt am Vorabend des Ersten Weltkriegs, und der Autor ist Edzard Schaper (1908-1984), von dem die manipogo-Weihnachtgeschichte 2014 stammt.  

Der Sohn der Nonne

Montag, den 1. Februar 2016

Der Sohn der Nonne von Maxim Gorki war nach längerer Zeit wieder einmal ein Roman, den ich las. Ich studiere zwar nach dem Aufstehen beim Kaffee erst einmal zwei Stunden die russische Sprache, aber mit Wörterbuch einen Roman zu lesen, würde für mich ein Jahr dauern: eine Seite am Tag. Darum Gorki auf Deutsch.