Anthony Burgess spricht

web108 am 16. Dezember 2012 um 01:27

Am Sonntag vor einer Woche hatte ich über Bernd Lafrenz’ Auftritt in Freiburg mit einem Shakespeare-Solo berichtet. Ich schickte meinen Beitrag dem Künstler, der hocherfreut war und ihn, wie er mitteilte, auch auf seine Facebook–Seite setzte. Das ehrt mich. Er habe mich wegen meiner Erwähnung von Burgess erkannt, schrieb Lafrenz; denn ich hatte ihm auf der Bühne noch die Shakespeare-Biografie des Engländers hingehalten. Darum noch ein kleiner Nachschlag zu Burgess. Ich will mehr »

Die kleine Königin

web108 am 15. Dezember 2012 um 00:57

Das Fahrrad hieß in Frankreich lange »la petite reine«, die kleine Königin. Ich habe gerade mein Radsportbuch von 2006 aktualisiert und erweitert, das war viel Arbeit. Da merkt man wieder, dass die Radprofis bloß fahren. Was sie unterm Hintern haben, ist ihnen eigentlich egal. In den tausend Episoden von den Rennen rasen die Stars, reißen aus, klettern oder fahren höllisch ab, doch ich habe kein Zitat gefunden, wo ein Profi sagt: »Wie toll doch mein Rad lief! Ich liebe es.« Darum heute als Bebilderung schöne Räder, am Straßenrand gesehen. Ich will mehr »

Sebald

web108 am 14. Dezember 2012 um 02:16

Heute vor elf Jahren ist W. G. Sebald von uns gegangen. Er erlitt am Steuer seines Wagens in der Nähe seines ostenglischen Wohnorts einen Herzanfall und prallte auf einen Lastwagen. Anfang des Jahres 2001 war sein Roman Austerlitz erschienen, der seither zu meinen zehn Lieblingsromanen zählt. Ein Germanist − ein Italiener oder Amerikaner − meinte kürzlich, Sebalds Werk sei das einzig Neue, das die deutsche Literatur in den vergangenen Jahrzehnten der Welt geschenkt hätte. Ich will mehr »

Münemann

web108 am 13. Dezember 2012 um 00:19

Wir unterhielten uns letztes Wochenende in Offenbach nach dem Abendessen immer lange. Einmal erzählte ich von meinem Vater, und dann fiel der Name eines ehemaligen Chefs, Münemann, und meine Gastgeberin Edda rief aus: »Münemann! Den kenne ich auch!« Mein Vater hatte bei ihm 1962 gekündigt, und um diese Zeit traf die junge Übersetzerin Edda den Industriefinanzier, der ihr einen Job anbot, aus dem dann nichts wurde.  Ich will mehr »

Schneeland

web108 am 12. Dezember 2012 um 00:21

Am gestrigen späten Nachmittag machte ich einen Spaziergang durchs Rebland. Ich muss nur über den Bach und einen Anstieg hoch, und schon habe ich das Dorf hinter und unter mir, und vor mir senkt sich der Weg und steigt wieder an. Ich kann nach links abbiegen, und immer wieder öffnen sich freie (nun weiße) Felder und zeigen mir den beleuchteten Kirchturm fern und, rechts daneben, den mit Wald bekränzten Kegel des Castellbergs. Ich will mehr »

Die Belagerung der Via Appia antica

web108 am 11. Dezember 2012 um 00:30

Da wir schon beim Bauwesen (oder –unwesen) sind: Die Via Appia antica, die seit 2300 Jahren in südöstlicher Richtung aus Rom hinausführt und sie mit Brindisi an der Adria verband, wird seit Jahrzehnten belagert. Unverfrorene Neureiche stellten und stellen Anwesen in die Landschaft und rechnen damit, dass schon alles gutgehen wird. Merkt vielleicht keiner. Und wenn’s einer merkt, genügt vielleicht eine Spende an eine wohltätige Organisation. Ich will mehr »

Westward HO

web108 am 10. Dezember 2012 um 01:00

Ich habe mich das Wochenende über in Offenbach am Main aufgehalten. An den Hafen 2 erinnerte ich mich noch gut: Vor ein paar Jahren hatte ich da mit einer Bekannten in Liegestühlen Weißbier getrunken und die Sonne hinter einem Lastenkran schön untergehen sehen. Damals hieß es schon, die romantische Brache sei dem Untergang geweiht. Doch damals gehörte sie noch den Künstlern.

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Maria hilf!

web108 am 9. Dezember 2012 um 01:58

Ich bin darauf hingewiesen worden, dass manipogo ziemlich christlich daherkomme. Ich hatte es selber bemerkt. Aber nun war ich gerade in Bayern, Weihnachten nähert sich; der Ton wird getragener, das Licht dämmert schon herauf, und es ist zweiter Advent, da kann einen schon ein christliches Rühren ankommen. Ich will mehr »

Frauen in Afrika

web108 am 8. Dezember 2012 um 01:14

Die Dänin Karen Blixen (1885−1962) bewirtschaftete von 1913 bis 1931 eine Farm in Afrika. Nach ihrer Rückkehr nach Dänemark schrieb sie unter dem Pseudonym Isak Dinesen das Buch Out of Africa, das 1937 erschien und 1985 als Film ein Welterfolg wurde. Zehn Jahre später entstand so etwas wie ein neues literarisches Genre: Frauen, verliebt in Afrika. Ich will mehr »

Kleine Psi-Geschichte

web108 am 7. Dezember 2012 um 01:15

Mein Essay über Spontanphänomene wird fortgeführt. Es ist fast drei Jahre her, dass ich ihn geschrieben habe. Von einer wissenschaftlichen Annäherung an Psi halte ich nicht mehr viel; aber was kann man sonst tun? Man weiß ja etwas und will ernst genommen werden. Wie nenne ich nun meine Disziplin? Spirituelle Gnosis (Erkenntnis)? Bis ich das weiß, kommt hier Teil 4, der locker die Geschichte der Psi-Phänomene behandelt. Ich will mehr »