Sie wollte nicht töten

web108 am 20. Mai 2014 um 01:33

Am 21. Mai 878 fielen die Sarazenen über Syrakus an der Ostküste Siziliens herein. Sie ermordeten die Einwohner »mit grausamer Wut und verbrannten die geplünderte Stadt«, wie der deutsche Chronist Ferdinand Gregorovius schrieb. Im Jahr 902 war Sizilien arabisch, und von 948 bis 990 brachte der Emir Hassan-ben-Ali Frieden und Wohlstand. Die Städte wurden reich, »und immer neue Scharen kamen von Afrika herüber. Gleich dem maurischen Spanien begann Sizilien aufzublühen.« Ich will mehr »

Die „Kerze“

web108 am 19. Mai 2014 um 00:50

Im Restaurant des Campingplatzes Il Biscione bei Marsala sah ich sie: die in Gläsern verborgenen Lämpchen, die Kerzen nachahmen, denn ihr Lihct wird stärker und danach wieder schwächer, was dem Flackern des Kerzenlichts ähnelt. Auf jedem Tisch stand so ein Licht. Ich fand es verweflich. Ich will mehr »

Vampirismus

web108 am 18. Mai 2014 um 00:55

Erice, die schöne alte Stadt, in Siziliens Nordwesten auf 750 Metern Höhe gelegen, war mein Ziel. Es war ein Sonntag, und natürlich überholten den schwerbeladenen Radfahrer auf den Serpentinen ein Dutzend Reisebusse, und in der Stadt dann kamen ihm Gruppen entgegen, die englisch, französisch oder deutsch sprachen. Ich will mehr »

Psizilien

web108 am 17. Mai 2014 um 01:05

Auch unterwegs passieren mitunter lustige Sachen, die man unter Psi ablegen könnte, aber ein Etikett müssen wir ja nicht haben. Wir müssen nur immer aufmerksam sein, um die wunderlichen Dinge im Alltag zu bemerken – denn Magie ist überall. Ich will mehr »

Gejammer

web108 am 16. Mai 2014 um 00:45

Ich saß öfter in Santa Marinella im Internetcafé, und es lief andauernd der Fernseher. Am Vormittag war es Unomattina, am Nachmittag was anderes, aber immer unerträgliche Sendungen über Schicksale, Kochrezepte und Promis. Die Italiener sind ja wie alle: Die meisten reden übers Geld und übers Essen, jammern über die Krise und die Regierung. Manchmal kann ich’s nicht mehr hören. Ich will mehr »

Im Purgatorium

web108 am 15. Mai 2014 um 00:38

Wie ich auf dem Weg durchs Fegefeuer ein Paradiestörtlein aß, hätte der Titel lauten sollen, doch das ist zu lang. Es war vor ein paar Tagen, und auf dem Weg nach San Vito lo Capo war mir der winzige Ort Purgatorio aufgefallen, was eigentlich Fegefeuer heißt, Purgatorium (von lateinisch purgare = reinigen) oder Reinigungsort. Ich war gespannt. Ich will mehr »

Castellammare del Golfo

web108 am 14. Mai 2014 um 00:42

Ich zweigte ab und fuhr hinunter nach Castellamare del Golfo, um eine kleine Rast einzulegen. Einer hatte einen Imbiss auf einem halbrunden Absatz zehn Meter über dem Meer, diese tief blaue Fläche, so blau, dass einem der Atem stockt. Da, vor dem Meer, arbeitet dieser Mann, und mittags um eins kommt seine neunjährige Tochter heim, in der blauen Schuluniform. Ich will mehr »

Gottes Fingerabdruck

web108 am 13. Mai 2014 um 01:03

Gottes Fingerabdruck (God’s fingerprint) heißt ein neues Buch aus dem Verlag White Crow Books, in dem viele Schilderungen von Nahtod-Erfahrungen versammelt sind. Autorin ist die Anwältin Jody Long. Dieses Buch füllt eine Lücke, denn sonst war die ungeschriebene Regel: eine Erfahrung, ein Buch. Und es gab das Experten-Buch, und mit einem solchen hatte alles angefangen. Ich will mehr »

Palermo

web108 am 12. Mai 2014 um 00:49

Die Campingplatzchefin gab eine gute Einführung zu Palermo. Man konnte mit dem Zug hin, für 4,50 Euro hin und zurück. Mit 4,50 kommt man in München gerade ein paar Kilometer weit. Der Bahnhof Isola delle Femmine ist etwas ruinös, aber der Zug von Punta Raisi, dem Flughafen, in die Stadt, war pünktlich. Also hinein! Ich will mehr »

Die Reise ins Paradies

web108 am 11. Mai 2014 um 01:06

Robert Musil (1880-1942) war ein Mathematiker der Sprache, aber auch ein heimlicher Mystiker, wovor Mathematiker nicht gefeit sind. In seinem Werk Der Mann ohne Eigenschaften zeigt ein früher Entwurf zu dem Kapitel Die Reise ins Paradies, wie sinnlich Sprache sein kann. Ulrich und Agathe sind unterwegs. Ich will mehr »