Archiv der Kategorie 'Literatur'

Gastspiel in Bozen

Montag, den 22. Februar 2021

Über einen Mann und eine Frau in Bozen muss ich kurz schreiben. Sicher wahr: Es werden auf manipogo zu viele Bücher vorgestellt, da ich viel lese; aber jedes Buch ist eine eigene Welt und auch ein Ausschnitt aus der großen Welt. Es zeigt uns: Schau, das gibt es. Denk mal darüber nach! Morgen kommt ein […]

Giacomo Casanova

Sonntag, den 21. Februar 2021

12 Bände mit insgesamt 4000 Seiten — das ist die Geschichte meines Lebens von Giacomo Casanova, die 1825 zum ersten Mal erschienen. Das Gesamtwerk ist immer nur verkürzt veröffentlicht worden; vier Fünftel davon beschöftigt sich mit Diplomatie,  dem Geldverleihen, den Sitten, dem Alltag. Man wollte aber Casanova und die Frauen lesen. Meine Ausgabe ist 250 […]

Die glückbringende Glocke

Freitag, den 19. Februar 2021

Das Bodenseebuch 1943 ist für manipogo magisch. Ich fand eine Geschichte, die ich anlas und die ein (weibliches) Morgenland-Element enthielt und so auf wundersame Weise zu einem Thema überleitet, das sich mir anbot, denn manches Ding drängt sich auf, taucht in vielen Varianten auf und appelliert: Schreib mich! Dann folge ich nur zu gern. Folgt […]

Cliffhanger

Dienstag, den 16. Februar 2021

Die »Erzählungen aus den Tausendundein Nächten« lagen – zwölfbändig im Schuber – unten in der Telefonzelle, die als Bücherreservoir im Städtchen steht. Ich hab sie mir geschnappt und gleich angefangen zu lesen, bis zum ersten »Cliffhanger«, von dem noch viele folgen, und jeder einzelne rettet Schehrezâd das Leben. Um ihn geht’s, nicht um sie.

Der Schneesturm

Mittwoch, den 10. Februar 2021

Am Todestag Puschkins will ich eine kurze Erzählung von ihm wiedergeben, die trefflich konstruiert ist, eine schöne Pointe hat und gut ausgeht — getreu dem Vorsatz, auf manipogo eher Lustiges und Harmonisches aus der Literatur zu bringen. Wer sich ein Vergnügen gönnen will, kann freilich Der Schneesturm selber lesen statt meines Beitrags;  es sind ja nur […]

Die Stimme, von fernher

Donnerstag, den 4. Februar 2021

Man muss nicht Dichter sein, um sich an die Stimmen zu erinnern. Diejenigen der Menschen, die uns teuer sind, begleiten uns. Manchmal wiegt eine Stimme schwerer als ein Gesicht. Jemand fehlt; es fehlt auch seine/ihre Stimme, sein/ihr Wort, das neben allem Handeln herlief, beiläufig, und dann doch jenen Menschen ausmachte, der seine Stimme war, an […]

Parallellinien

Mittwoch, den 3. Februar 2021

Ich nenne diesen Beitrag wie den, den ich vor über elf Jahren für die Kritische Ausgabe plus schrieb. Es geht um den Reim. Wenn ich solche Vierzeiler lese wie in Brans Geschichte oder in der poetischen Edda, einem Epos der Isländer von 1300 ungefähr, dann dringt sofort der Rhythmus in mich ein. Das schwingt! Lyriker […]

Katerina

Montag, den 4. Januar 2021

Katerina ist einer der 46 Romane von Aharon Appelfeld, der 1932 in Czernowitz in der Ukraine geboren wurde. Er kam als Kind glücklich durch den Krieg, erreichte Israel und war später 25 Jahre Professor für Hebräisch. Appelfeld pflegt eine einfache Sprache, doch der Aufbau seiner Bücher ist kunstvoll. Das, worum es geht, wird oft nur […]

Anekdoten von Literaten

Sonntag, den 3. Januar 2021

Das ist ja ein öder Titel! Hoffentlich ist das, was drunten steht, der Lektüre wert und erzeugt hier und da ein Schmunzeln. Dieser großväterliche Beginn passt du den Anekdoten von Literaten, die ziemlich alte Literaten sind (und meistens Männer, leider). Manchmal geht einem alles so schwer von der Hand, man wünscht sich den Schwung einer […]

Bär und Seele

Samstag, den 2. Januar 2021

Die acht Seiten Über das Marionettentheater von Heinrich von Kleist (1777-1811) sind mustergültiges klassisches Schreiben und zeigen, wie weit man gedanklich vor über 200 Jahren gekommen war, und vieles hätte damals schon erfunden werden können, hätten nicht geistige Blockaden gewirkt. Vom Marionettentheater zum Bären und zur Seele, und alles verweist so nebenbei auf die gestrige […]