Archiv der Kategorie 'Feuilleton'

Gewalttätig

Mittwoch, den 2. Mai 2018

Der April endete für manipogo gut, fast 4.000 Abrufe für den Nicht-Künstler, der gleich weitererzählen kann: Ich gab alles ins Elster-Formular für die Einkommensteuer ein, drückte auf den Button Speichern und verlassen, fuhr mit dem Rad kurz weg, öffnete das Formular wieder: und alle Eingaben waren weg. Rasende Wut packte mich. Darum geht’s heute. Um […]

Italien mal wieder am Scheideweg

Dienstag, den 6. März 2018

Wo die Italiener schon gewählt haben, kann ich nun nicht meine Vorschau stehenlassen. Ein Ergebnis muss her: Cinque Stelle 32,7 %, Pd 18,7 %, Lega 17,4 %, Fratelli d‘ Italia (die Berlusconi-Partei, die früher Forza Italia hieß) 14 %, der Rest zu vernachlässigen. Nun wird wie in Deutschland gerechnet. Wie kommt eine Regierung zustande?

Bilderwelten

Freitag, den 24. November 2017

Vor kurzem auf dem Rad ließ ich die Entwicklungen in diesem Jahrhundert Revue passieren: Wie Medien sich darbieten, was uns dargeboten wird und wie das alles unseren Voyeurismus bedient und latente aggressive Triebe … und da ich zuletzt bei der Pornografie angelangt war, wollte ich noch etwas zum letzten Münchner Tatort sagen.

Getting Away With It

Montag, den 9. Oktober 2017

Getting away with it heißt mit etwas durchkommen: mit einer Lüge, einem  billigen Werk, einer Gesetzesübertretung. In seinem Buch Missing Out hat Adam Phillips sich über diesen Ausdruck Gedanken gemacht, und da hat er 2012 etwas gesehen, was sich heute breitmacht und durch Trumps Treiben offenbar geworden ist.

Kannibalen

Freitag, den 28. April 2017

Kannibalen wäre ein guter Titel gewesen für das Gespräch, das Oskar Roehler (Regisseur und Autor, geboren 1959 in Starnberg) mit Frank M. Raddatz für das Frühlingsheft von Lettre international (Berlin) geführt hat. Roehler kritisiert die Gesinnungsästhetik, und der echte Titel ist Magnetismus des Bösen.

Die Welt des Cosmopolitan

Freitag, den 11. November 2016

Mit meiner alter Mutter beim Zahnarzt gewesen. Blick aus dem Wartezimmer auf die Staufener Burgruine. Zu lesen gab’s neben einer Batterie überflüssiger Zeitschriften auch den Cosmopolitan, das Novemberheft. Ich kam mir, lesend, wie ein Ethnologe vor. Eine fremde Welt tat sich vor meinen Augen auf.

Die Scheune der motorisierten Drahtesel

Donnerstag, den 6. Oktober 2016

Schwer zu übersetzen, dieses Grange à bécanes, der Name eines Motorradmuseums in Bantzenheim gleich jenseits des Rheins im Elsass. Eine bécane ist ein Drahtesel, und Motobécane ist eine bekannte Firma. Kleb einen Motor an ein Fahrrad, und du hast ein Motorrad; wir sind ja eigentlich Brüder im Geiste und alle Biker.

Bauen Wohnen

Dienstag, den 27. September 2016

Für Architektur hatte ich mich lange Zeit interessiert. Warum eigentlich? Da ist ein Gedanke, der Form annimmt; und die ideale Form wäre der weiße Kubus mit großen Fenstern vor dem Meer, in dem der Bewohner viel Platz hat. Ungestört wandert er in den Räumen umher, ist behaust und dennoch frei. Das ist wohl der Gedanke.

Fernzündung

Montag, den 15. August 2016

Soll das eine gute Nachricht sein, dass der Schweizer, der in einem kleinen Zug Feuer legte und um sich stach, kein terroristisches oder politisches Motiv hatte? Die Tat erinnere an die Attacke eines jungen Mannes in Würzburg am 18. Juli, heißt es; sehr richtig beobachtet, ihr Medien, denkt mal drüber nach.

Victor Schoelcher

Freitag, den 13. Mai 2016

Der kleine elsässische Ort Fessenheim, gleich drei Kilometer hinter dem Rhein, besitzt seit einem Jahr ein schönes Museum für Victor Schoelcher (1804-1893), der Mitte des 19. Jahrhunderts fast im Alleingang die Sklaverei auf den französischen Gebieten abschaffte. Das ist ein Pluspunkt, kennen doch alle nur das dortige Atomkraftwerk.