Archiv der Kategorie 'Phänomene'

Unerhörter Sex

Sonntag, den 12. Juni 2016

Schöner Einstieg, den sich Elizabeth Bernstein da für ihren Artikel ausgedacht hat: »Selten sind die Ergebnisse von Forschern so befriedigend. Frauen könnten mehr Sex haben wollen, als ihre Ehemänner/Partner meinen.« Der Artikel stand, glaube ich, im »Evening Standard«.

Katzensaison

Dienstag, den 12. April 2016

Der Frühling ist doch die Zeit wieder erwachender Erotik. Dazu zwei Beiträge, die Robert Musil (1880-1942) und übermorgen Horaz bestreiten. Musil schreibt spät in seinen Tagebüchern über die Dumme, aber er tut es wie gewohnt auf elegante Weise.  

Die Gesellschaft des Spektakels

Mittwoch, den 6. April 2016

Gleich weiter mit der Gesellschaftskritik, da wir gerade dabei sind. Da war vor einer Woche das Fußball-Freundschaftsspiel Deutschland gegen Italien, das 4:1 endete und im ersten Fernsehprogramm übertragen wurde. Das Spiel war langweilig, klar, und ich dachte an das Buch Die Gesellschaft des Spektakels von Guy Debord (1931-1994), das 1967 herauskam.

Mord auf offener Straße

Sonntag, den 13. März 2016

Italien hat sich Anfang März ein Gesetz gegeben, das Autofahrer streng bestraft, die andere Verkehrsteilnehmer ums Leben bringen, und wenn Alkohol und Drogen mitwirkten, fällt die Strafe noch härter aus. Das Gesetz betrifft den omicidio stradale, den Mord auf der Straße. Die Angehörigen von Verkehrsopfern, die Jahrzehnte um ein solches Gesetz gekämpft hatten, zeigten sich […]

Der Audio-Guide

Samstag, den 27. Februar 2016

Sogar im Baggermuseum bieten sie an der Rezeption Audio-Guides an. Kann man auch lesen? fragte ich. Man konnte. Auch für den Ort Laufenburg kann man sich »Guides« ausborgen und in allen Museen sowieso. Ist doch so praktisch: Man erfährt alles, geht herum und wird/geht bereichert davon. Ich aber nehme nie einen Audio-Guide.

Schöne Worte

Donnerstag, den 14. Januar 2016

Erst Zürich, dann Berlin. Auch in der Hauptstadt viele Menschen, die zufrieden schienen und konsumierten. Aber wenn man so dahinschlendert und sich das so anschaut, sieht man eine Welt, in der jeder Käse dick angepriesen wird. Überall Botschaften und Versprechungen, überall  Lügen.

Selbstzweck

Dienstag, den 12. Januar 2016

Der Weihnachts-Wahnsinn. Wir blicken zurück. Im Globus im Zürcher Glattzentrum herrschte Gedränge, alle wollten einkaufen, und auch am Sonntag nach Weihnachten strömten die Leute hin wie irr. Niemand macht sich mehr Mühe, irgendetwas zu erläutern. Es ist so, wie es ist. Was ist, ist sich selbst Zweck.

Bloß die Haut

Freitag, den 11. Dezember 2015

»Ich dachte in dieser kalten Jahreszeit darüber nach«, vermerkt Michel de Montaigne (1533-1592) in seinen Essais, »ob der Brauch, dass alle nackt umherlaufen, wie bei jenen neulich entdeckten Völkern, eine Gewohnheit ist, die ihnen die heißen Temperaturen auferlegen, … oder ob es der ursprüngliche Zustand der Menschheit ist.« Der Gedanke kam mir gerade recht.

Niedergemäht

Sonntag, den 15. November 2015

Unschuldige werden wahllos niedergemäht oder die Luft gejagt, weil sie Ungläubige sind oder »gottlosen« Vergnügungen nachgehen: Das wirkt wie ein Vorgriff auf das Jüngste Gericht. Die Männer, die in Paris Schrecken und Tod verbreiteten, schwangen sich zu Herren über Leben und Tod auf. Das ist unfassbar.

Die unsichtbare Hand

Montag, den 9. November 2015

»Trägt die Welt der Wirtschaft zum Gedeihen und zum Wohlstand der Gesellschaft bei?« Das war die Frage, die der schottische Nationalökonom Adam Smith (1723–1790) möglichst neutral in seinem Hauptwerk über den Wohlstand der Nationen (1776) zu beantworten suchte. Da taucht das Konzept der Unsichtbaren Hand auf.