Archiv der Kategorie 'Literatur'

Sputnik Sweetheart

Sonntag, den 12. Oktober 2014

Unsere Überschrift ist der  Titel eines Buchs des japanischen Autors Haruki Murakami, das 1999 erschien. Murakami kann man gut lesen; irgendwie faszinierend, dachte ich nach dem Kunsum des ersten. Nun, einige Jahre später, spürte ich bei der Lektüre des Sputnik doch Unbehagen. Nur wirklich große Autoren verlieren ihre Faszination nie, auch nach Jahrzehnten nicht.

Viel Abhub

Samstag, den 11. Oktober 2014

Zuletzt stand mein Kriminalroman bei Amazon auf Platz 990.000. Ich habe seither nicht mehr nachgeschaut, es ist zu deprimierend. Viele Exemplare werden in Büchereien verkauft, sie gehen also nicht in die Amazon-Statistik ein, trotzdem ist es niederschmetternd. Man hat keine Chance, es gibt zu viele Bücher.

Herz der Finsternis

Montag, den 15. September 2014

In Bad Krozingen gibt es in einem Park ein Regal mit gebrauchten Büchern, und da fischte ich Herz der Finsternis von Joseph Conrad heraus. Das musste ich nach 20 Jahren noch einmal lesen! (Kann man auch auf Projekt Gutenberg.) Großartig und verstörend ist es.

Wanderungen

Sonntag, den 14. September 2014

W. G. Sebald beschreibt in seiner Erzählung All’Estero, wie er 1980 einen Ausflug mit Ernst Herbeck unternahm, der nach 34 Jahren in der Psychiatrie probeweise als Ruheständler in einem Pensionistenheim untergebracht wurde, »unter dessen übrigen Insassen«, wie Sebald meinte, »er nicht weiter auffiel.«

Richard Wolke

Samstag, den 13. September 2014

Es müsste eigentlich René Schickele oben stehen, aber da er als Ich-Erzähler in seinem letzten Roman Die Flaschenpost den Namen Wolke wählt, nehmen wir ihn zum Titel. Die Flaschenpost ist ein Manuskript (der Roman dann), das der Erzähler seinem Bruder bei dessen letztem Besuch in der Psychiatrie mitgibt.

Rufe nach Liebe

Freitag, den 12. September 2014

Gao Xingjian erlebt in China, in der Provinz Miao, ein Festival mit, das nur alle Jahrzehnte abgehalten wird. Ich übersetze die Stelle aus dem Buch Lingshan. Sie ist schön wie manche Passagen von Krishnamurti.

Die Schichten eines Textes

Mittwoch, den 10. September 2014

Religiöse Texte und gute literarische sind vielschichtig. Sie lassen sich auf verschiedenen Ebenen interpretieren; sie sprechen von mehr als dem, von dem sie sprechen. Man kann von der Oberfläche immer weiter in die Tiefe gehen. Da gibt es eine Faustregel im Judentum, und ich gebe sie hier wieder, um nicht immer wieder in zwei Notizbüchern […]

Gelächter für die Möwe

Sonntag, den 7. September 2014

Bleiben wir noch bei Tschechow. Mein Buch ist jetzt ja draußen, aber ob es Anklang findet, sieht man in den nächsten Monaten, wenn nicht Jahren. In Jahrzehnten? Theaterautoren haben da ein sofortiges Feedback: Triumph oder Durchfall. Aber auch ein durchgefallenes Stück kann noch reüssieren.

Krankensaal sechs

Samstag, den 6. September 2014

Auch ich war im August in die Medizin-Maschinerie geraten: Bilder machen lassen, auf die Erläuterung warten; neue Bilder machen, neue Erläuterungen. Während der Wartezeiten las ich von Anton Tschechow (1860-1904) die Erzählung Krankensaal sechs, die in einem Krankenhaus spielt. Tschechow war Arzt.

Austerlitz

Freitag, den 5. September 2014

Dominique Larrey begleitete auch Napoleons Truppen bei der Schlacht von Austerlitz am 5., Dezember 1805. Dabei starben 16.000 Soldaten. Austerlitz, das habe ich gelernt, ist eine Kleinstadt zwischen Olmütz und Brünn in Mähren. Austerlitz ist mein Stichwort.