Sie sahen die „Titanic“ sinken

web108 am 22. Mai 2020 um 00:28

Sie sahen die »Titanic« sinken, ja, und zwar schon Tage früher. Ian Stevenson hat 1960 einen Artikel vorgelegt, der die präkognitiven Erlebnisse im Zusammenhang mit dem Untergang der Titanic zusammenfasst (prä heißt vorher, kognitiv betrifft das Wissen). Den Artikel fasse ich hier etwas zusammen, weil er lang ist. Ich hatte ihn 2011 für das geplante Buch »Parapsychologie« übersetzt, das dann vom Verlag gestrichen wurde. (Was ich nicht vorausgesehen hatte.)  Ich will mehr »

Entrückt

web108 am 21. Mai 2020 um 00:51

Zwei Wochen kann man sich an keinen Traum erinnern, und dann kommt es wieder. Ein Filmfest, Gedränge, Fritz und die Geige, ich suche die Unterfahrt, und ein schönes Mädchen mit orangenen Kleidern legt sich zu mir, und am andern Tag feiere ich mit meiner Schwester ein neues Buch, die Sonne blendet, der Himalaya ist klar zu sehen, doch Wolken ziehen auf und wir rennen los, barfuß auf Asphalt, und ich denke: Ein Fahrrad wäre jetzt schön. Und dann eine neue Episode … Ich will mehr »

Reise auf unerforschten Gewässern

web108 am 20. Mai 2020 um 00:54

Ich schlug, ohne mir was dabei zu denken, wieder einmal Krishnamurtis Commentaries on Living auf und las den Satz, den ein Besucher ausspricht: »Gütiger Himmel, Sie rauben mir alles — meine Eitelkeiten, meinen Wunsch, berühmt zu sein, sogar mein Verlangen, einige wertvolle Ideen publiziert zu bekommen. Was kann ich tun, wenn das alles weg ist?« Darum geht es wohl: die Anhaftungen loszuwerden, alles hinter sich zu lassen und nur zu sein. Ich will mehr »

Viale dei Colli Portuensi

web108 am 19. Mai 2020 um 00:27

Vor 20 Jahren war in Rom das Heilige Jahr, was nur alle 50 Jahre stattfindet, doch ich erinnere mich kaum mehr an etwas. Einmal hatte ich ja über meine Jahre in Rom gesprochen, doch ich kann einmal die Bilder unserer Wohnung veröffentlichen. Sie war superelegant, doch das war nicht mein Verdienst, ich war gewissermaßen Trittbrettfahrer, aber das habe ich schon gut gemacht. Ich will mehr »

Die Sonne Italiens

web108 am 18. Mai 2020 um 00:58

Der Mai wird auf manipogo anscheinend zum Italien-Monat, angetrieben von dem Gedanken, dass diese Tourismussaison für unsere Freunde nicht stattfinden wird. Den Verlust beziffern zu wollen (66 Milliarden, heißt es), ist lächerlich. Wir haben etwas verloren, doch werden entschädigt durch eine neuerliche Italien-Sehnsucht, die sich vielleicht im Jahr 2021 erfüllen darf — und die Sidorow kannte, eine Gestalt des russischen Schriftstellers Isaak Babel (1894-1940).  Ich will mehr »

Tagesanbruch, Italien

web108 am 17. Mai 2020 um 00:49

Ich habe im Werk von Mario Luzi ein wunderschönes Gedicht entdeckt, das ich hier übersetzen muss. Ich will es über manipogo allen zugänglich machen, denn ist ist eine Hymne und ist mehr Gebet denn Gedicht. Jeden Tag geht die Sonne auf, und im April ergoss sich ihr Licht jeden Morgen voll und ungezügelt ins Zimmer, so wie bei Luzi. Ich will mehr »

Die Anderen

web108 am 16. Mai 2020 um 00:27

Die Hölle, das sind die Anderen, soll Sartre gesagt haben. Sie sind aber auch der Himmel, die Anderen. Es reicht aber auch ein Anderer oder eine Andere, denn: Das Ich entsteht am Du (Freud). Dieses Du ist dann deine Welt. »Ein einziges Wesen fehlt, und die Welt wirkt wie entvölkert.« (Grabstein in Paris.) No man’s an island. All diese Sprüche. Die Anderen sind da wie die Luft, du mischst dich unter sie und vermischst dich mit ihnen, sie lächeln dir zu und ermutige dich. Wir brauchen sie. Ich will mehr »

Die Befugten

web108 am 15. Mai 2020 um 00:42

Römisches Erinnerungsbuch hat Werner Bergengruen (1892-1964) seine Beobachtungen in der Ewigen Stadt genannt, in der er um 1949 wohnte. Das ist alles schön geschrieben und tief gedacht, gehört aber einer längst vergangenen Epoche an. Doch eine Bemerkung (in Klammern) ist außerordentlich. Ich will mehr »

Rossana Rory

web108 am 14. Mai 2020 um 22:17

I soliti ignoti wollte ich mir anschauen, wieder so eine italienische Filmkomödie von 1962. Die üblichen Verdächtigen heißt der Titel, es ist eine Gaunerkomödie mit immerhin Marcello Mastroianni und Vittorio Gassman, und gedreht hat sie Mario Monicelli. Zwanzig Minuten kann man das aushalten, dann wird die Blechmusik auf der Soundspur zu nervig und das Herumgehampele der Akteure zu hektisch. Nur eine Frau fällt auf, die cool und schön abseits steht wie eine Göttin: Rossana Rory. Ich will mehr »

Der Überholer

web108 am 12. Mai 2020 um 00:34

Zwei Jahre nach dem Wachsamen und La dolce vita erschien, 1962, die italienische Filmkomödie Il sorpasso. Dino Risi drehte sie mit Vittorio Gassman und dem blutjungen Jean-Louis Trintignant in den Hauptrollen. Il sorpasso ist der Überholvorgang, was sich nicht als Titel eignet, aber Verliebt in scharfe Kurven, damals der deutsche Verleihtitel, ist gräßlich und schob den Film, durch dessen Oberfläche Tragik und Tiefsinn schimmern, in die Ballermann- und Softporno-Ecke. Ich will mehr »