Archiv der Kategorie 'Literatur'

Ernst Meister

Freitag, den 3. Februar 2023

Hagen liegt in der Nähe von Dortmund und Wuppertal, hörte ich heute von einer Pflegeheim-Bewohnerin, die in Hagen-Haspe zur Welt kam (im Bombenhagel 1944), also exakt da, wo der große Lyriker Ernst Meister 1911 das Licht der Welt erblickte. Ein Hagener aus Haspe nannte er seine Autobiografie, und ich zog wieder Ausgewählte Gedichte von ihm […]

Kaga no Chiyo

Montag, den 23. Januar 2023

In seinem Buch Zen und Japan erwähnte (1958) Suzuki eine japanische Haiku-Dichterin, und das machte mich neugierig. Sie heißt Kaga no Chiyo, wurde im Februar 1703 geboren und starb 1775. Man stellte sie in die Nachfolge von Matsuo Basho (1644-1694), dem unerreichten Meister des Haikus, einem Naturgedicht von 17 Silben. 

Amphitryon

Freitag, den 13. Januar 2023

In einem Weihnachtsbeitrag zuletzt kam schon einmal Molières Theaterstück Amphitryon vor. Nun kenne ich die drei Akte und darf auch das Ende verraten; denn das Stück ist immerhin fast 350 Jahre alt, was man ihm nicht anmerkt. 

Aussichten

Samstag, den 31. Dezember 2022

Am letzten Tag des Jahres brauchen wir einen Ausblick. Ich habe einen Tagebucheintrag von Marie Luise Kaschnitz ausgewählt, den letzten ihres Buches Tage, Tage, Jahre, erstmals erschienen 1968 in Frankfurt. Sie war 1901 in Karlsruhe geboren, lebte lang in Bollschweil südlich von Freiburg (da ist ihr Grab) und starb am 10. Oktober 1974 in Rom. […]

Schweizer Berge

Donnerstag, den 29. Dezember 2022

Vier Monate habe ich gebraucht für die Lektüre eines russischen Kriminalromans, aber jetzt bin ich durch. 250 Seiten musste ich mit dem Wörterbuch durcharbeiten, fast jeden Vormittag eine Stunde. Ich habe alles verstanden und einen Einblick in die russische Sprache gewonnen. Der Roman ist von 2020, ganz neu also, und er heißt Schweizer Berge, geschrieben […]

Auftritte von Frauen

Mittwoch, den 14. Dezember 2022

Ich fing den Roman Salammbô von Gustave Flaubert an, und beim Auftritt der Titelheldin musste ich unweigerlich an die afrikanische Medizinfrau aus Joseph Conrads Herz der Finsternis (1899) denken. Ihr Auftritt kam damals in meinem Artikel spät und ging unter. Nur Frauen können so majestätisch auftreten und magisch wirken ohne große Begleiterschar.

Crotona

Samstag, den 10. Dezember 2022

Ein paar meiner Bücher kann man beim Crotona-Verlag noch erstehen — also bestellte ich ein paar (Fomo, Elektrosmog, Der Placebo-Effekt), die zwischen 2015 und 2018 entstanden. Wenn sie nicht gut laufen, muss eben der Autor selbst für den Absatz sorgen. Der Crotona-Verlag hat aber sehr interessante Bücher zu bieten. 

Das nihilistische Zeitalter

Sonntag, den 4. Dezember 2022

In seinen Diktaten ging Peter Noll sehr weit, nannte die Dinge beim Namen. Man meint immer, Sterbende (und später, die Geister) wüssten mehr als wir. Das ist ein Irrtum. Sie trauen sich nur mehr, weil sie keine Rücksichten mehr nehmen müssen. Noll, der nun 40 Jahre tot ist, erkannte damals: »Dabei sind alle anderen auch […]

Zug der Lemminge

Samstag, den 3. Dezember 2022

Peter Noll und seine Diktate über Sterben & Tod, das sagte mir etwas, als ich das Buch aus einem Freiluftregal an mich nahm. Ich kannte den Namen durch Max Frisch, 1982 war das, lange her. Noll, der Professor für Strafrecht, hatte Blasenkrebs. Operieren wollte er sich nicht lassen, und ein Jahr Leben blieb ihm noch. […]

Teresa und Adriatico

Freitag, den 25. November 2022

In dem Roman Medusa findet sich eine wunderschöne Seite: Teresa und Adriatico entdecken ihre Liebe zueinander, und das hat Mario Tobino diskret und gleichzeitig deutlich geschildert. Eine Gruppe, Männer und Frauen; und zwei von ihnen fühlen sich auf geheimnisvolle Weise voneinander angezogen, nähern sich unwillkürlich einander an, bis es zur Vereinigung kommt.