Archiv der Kategorie 'Literatur'

Die Legende vom heiligen Trinker

Samstag, den 17. April 2021

Joseph Roth hatte bei manipogo noch keinen Platz. Ich kenne sein Werk vielleicht zu gut, habe mein Diplom mit der Arbeit Joseph Roth als Journalist erworben. Seine schönste Geschichte soll er in den ersten vier Monaten des Jahres 1939 in Paris geschrieben haben, Titel oben. Am 27. Mai 1939 starb er, am Alkohol.

Abschluss und Neubeginn

Freitag, den 16. April 2021

Nicht nur die Krimis bringen den Tod zur Sprache, von dem sonst niemand spricht, sondern auch manche Bücher. Zwei Romane, die ich unlängst gelesen habe, sind gute Beispiele dafür. Es waren Accabadora von Michela Murgia (2012) und Die Lügen der Frauen von Ljudmila Ulitzkaja (2005). Gute Bücher, nicht zu lang und nicht zu schwer: Das […]

Die Sphinx

Freitag, den 9. April 2021

Es gibt nach der neuesten Statistik 14,7 Millionen Katzen und 10,1 Millionen Hunde als Haustiere in Deutschland. Ich kenne im Heim ein paar Katzenfreundinnen, und denen schenke ich dann Kalender mit Katzen. Gerade bin ich auf drei nette Gedichte über Katzen gestoßen, also machen wir das mal!

Schau nicht zurück

Donnerstag, den 1. April 2021

»Es ist Zeit, sagt der Wirt, die Glocken läuten schon. Aber schauen Sie nicht zurück!« So endet das Buch Späte Gäste von Gertrud Leutenegger, einer 1948 in Schwyz geborenen Autorin. Erst im vergangenen Jahr erschienen. Sehr gut.

Angekommen

Dienstag, den 30. März 2021

Robert Walser war ein unermüdlicher, fast gewalttätiger Wanderer. Immer wieder machte er sich auf den Weg. Eine Wanderung am Weihnachtstag 1956 war seine letzte; man fand seinen leblosen Körper in einem Schneefeld. Vielleicht hat er in diesem Text vorweggenommen, was ihm geschah: empfangen zu werden, endlich zu Hause angekommen zu sein.

Wandern im Hades

Montag, den 29. März 2021

Der zweite Text von Robert Walser spielt im Nebel. Die Gestalten sind schwarz, die  Hoffnung ist fern. So mag es denjenigen gehen, die, weil sie nichts glaubten oder negativ eingestellt waren, nach dem Tod in einem Zwischenreich verweilen müssen ― je nach Kulturkreis Limbo, barzakh, Hades oder Fegefeuer ―, bevor es weitergeht. Auch da bäumt […]

Drei Utopien

Sonntag, den 28. März 2021

Im Bodenseebuch 1943 stehen drei Texte von Robert Walser (1878-1956), die zu schön sind, um dort eingeschlossen zu bleiben. Die Szenerien wirken derart irreal, dass es sich um Erfahrungen in einer anderen Welt handeln könnte. Und doch ist alles innig und intim geschildert, herzerwärmend: Das war Walsers Kunst.

Verbrennt mich!

Mittwoch, den 24. März 2021

Am 10. Mai 1933 verbrannten in 22 deutschen Städten Nazi-Sympathisanten Bücher von ihnen verhassten Autoren — solche, die der Macht nicht gefielen, und unter ihnen waren viele von hohem Rang. Eine Liste der verbotenen Autoren wurde erstellt, Bibliotheken wurden von »undeutschem Schrifttum« gesäubert. Da meldete sich jemand mit einem Brief zu Wort …

Mordlust

Montag, den 22. März 2021

Um noch einmal auf den Krimi (und die Mordlust) zurückzukommen, will ich eine Stelle aus dem Roman Mittelreich von Josef Bierbichler zitieren, der 2011 auf den Markt gekommen ist. Der Autor schildert die 1950-er Jahre in einem Dorf am Starnberger See, und der Erzähler ist der Oberschlesier Viktor, der sich nach 391 Seiten 1984 von […]

Die Autobiographie

Montag, den 15. März 2021

Ganz oben auf dem Regal, in Deckennähe, stand die fünfbändige Gesamtausgabe der Werke von Mark Twain, und mit der Autobiographie fing ich an. 524 Seiten. Die Gesamtausgabe auf Deutsch war 1967 von Carl Hanser in München verlegt worden. Wunderbar bunt war Twains Leben, und er zog so richtig vom Leder, aber … es war nicht […]