Archiv der Kategorie 'Literatur'

Am Turme

Sonntag, den 25. Oktober 2020

Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) kam bei manipogo noch gar nicht vor. Das ist ein Versäumnis. Doch die adelige Dame hat meistenteils lange Balladen geschrieben, die sich zur Veröffentlichung nicht so eignen. Gar sschaurig ist’s, übers Moor zu gehen: Das kennt man. Überhaupt erzählt sie viele schauerliche Geschichten; gothic lag im Trend. Doch heute: Annette als […]

Oktober (2)

Mittwoch, den 21. Oktober 2020

Ich suchte Oktober auf manipogo und fand in einem sieben Jahre alten Artikel die Behauptung, dass ich Max Frisch mit einer schönen Oktober-Passage zu oft zitiere. Wo denn? Im Geiste vielleicht, vor mir selber. Darum jetzt dm Auszug aus einem Roman des Schweizer Autors, der darin alles gibt, um der Natur und dem Leben gerecht […]

Zerschmelzend

Montag, den 19. Oktober 2020

»… an ihm zerschmelzend ohne Rest.« Nun muss es doch noch ein Fussenegger-Zitat sein, weil sie so toll Spaziergänge schildern kann und die süßen Folgen. Das Folgende ist freilich Männerphantasie, ich gebe es zu, doch da eine Frau sie schrieb, kann man sie zulassen. Der männliche Protagonist heißt Zeman, wobei wir an den Prager Zdenek […]

Stella und Christian

Mittwoch, den 7. Oktober 2020

Stella, was für ein schöner Name: der Stern auf Italienisch. Stella Petersen ist wunderhübsch, sportlich und Englischlehrerin. Sie und ihr Schüler Christian finden in Siegfried Lenz‘ Novelle Schweigeminute zusammen, die ich vor kurzem las. Sie ist von 2008 und also ein Spätwerk des großen Erzählers Lenz, der heute vor sechs Jahren gestorben ist, 88 Jahre […]

Die Stadt Arras, um 1460

Samstag, den 3. Oktober 2020

Heute ist der Tag der deutschen Einheit. Dazu möchte auch manipogo etwas sagen. Das übernimmt Adrzej Szczypiorski mit seinem Buch Eine Messe für die Stadt Arras, das bereits 1971 erschien. Wikipedia hat einen Eintrag dazu, der jedoch, wie ich finde, mehr verschleiert als er aussagt, denn das Buch ist klar: Da wird etwas so versteckt, […]

Harry Heine (6): Anno 1839

Donnerstag, den 24. September 2020

Das Gedicht Anno 1829 kam in einem Heine-Beitrag schon vor; das nachfolgende, Anno 1839, noch nicht. Es ist eine witzige Gegenüberstellung von Frankreich und Deutschland und auch eine Charakteristik unseres Volkes. Viel ändert sich da nicht, auch in fast 200 Jahren nicht. Überprüfen wir selbst unsere Erfahrungen!

Harry Heine (5): Don Ramiro

Mittwoch, den 23. September 2020

Ich nehme eine Serie mit Gedichten von Heinrich Heine (1797-1856) wieder auf … und plötzlich merke ich, dass er ziemlich genau 100 Jahre vor Bertolt Brecht (1898-1956) lebte: Geburt und Tod liegen ähnlich. Darf man die beiden die größten deutschen Lyriker der Neuzeit nennen? Wir müssten Joseph von Eichendorff dazunehmen (er starb 1857). Heute von […]

Sol und Luna

Montag, den 14. September 2020

Nach zwei Beiträgen über Mond und Sonne sollen sie nun beide in einem Gedicht vorkommen, und da fiel mir eins von Heinrich Heine (1798-1856) ein, dessen Arbeiten wir in einer Woche mehr betrachten wollen. Sonnenuntergang ist ein Jugendwerk von ihm, da hat er seinen Stil noch nicht ganz gefunden; das Werk und vor allem die […]

Die Sonne bleibt allein

Sonntag, den 13. September 2020

Dieser Beitrag passt zum letzten, alles hängt irgendwie zusammen; die Komposition ergibt sich von selbst. Wieder ein einsamer Himmelskörper, diesmal die Sonne, in den meisten Sprachen männlich, so gewiss auch im Bulgarischen, denn aus Bulgarien kommt das Märchen Woraus der Honig entstanden ist und warum die Sonne nicht heiratet.

Wanderung

Freitag, den 11. September 2020

Vor 200 Jahren wanderte, wer nicht viel Geld hatte, und dass das gesund sei, kam keinem Wanderer in den Sinn. »Beine hat uns zwei gegeben / Gott der Herr, um fortzustreben« schrieb Heinrich Heine, von dem auch die Strophe »Denk ich an Deutschland in der Nacht / dann bin ich um den Schlaf gebracht« bekannt […]