Archiv der Kategorie 'Literatur'

34 Jugend

Donnerstag, den 26. April 2018

Das 34. Heft der Kritischen Ausgabe (Uni Bonn, oft schon erwähnt) heißt Jugend. Passt ja, die Autorinnen und Autoren sind alle jung, aber Tugend hätte ich auch für ein interessantes Thema gehalten, weil grad das Seltsame zu Gedankenflügen anregt. Also die Jugend. Erst mal eigene Gedanken.

Gesang der Geister über den Wassern

Dienstag, den 24. April 2018

Nach Quinten am Walensee können wir hochsteigen zur Quelle des Rin, die 600 Meter tief hinabschießt in den Abgrund. Erst um 1900 wurde dieser Wasserfall genauer vermessen, Goethe kannte ihn nicht. Der Dichter gelangte jedoch 1779, als er 30 Jahre alt war, auf seiner zweiten SchweizReise nach Lauterbrunnen, und da beeindruckte ihn der Staubbach, der […]

Unser Land. Und: Schuld

Sonntag, den 8. April 2018

Bevor wir zu unserem Land kommen, ein paar Bemerkungen persönlicher Natur und gleichzeitig vom Typ Gott und die Welt. Erstens: Nach vielen Jahren fehle ich erstmals bei der heutigen Jahreshauptversammlung unseres Velo-Klubs in Rehetobel. Ich habe Dienst; kann ja mal sein. Schweizer »chrampfer« (harte Arbeiter) haben dafür Verständnis.

Ghana Must Go

Samstag, den 31. März 2018

Versteckt neben dem Fahrradständer des Altenpflegeheims, fast verborgen steht da ein Regal mit Gebrauchtbüchern. Darin bot sich ein neuer Roman (von 2013) mir an, 320 Seiten, elegant gemacht, und er hieß Ghana Must Go. Von Taiye Selasi, einer afrikanischen Autorin. Da musste ich zugreifen. Der Rest ist eh Schrott.   

Der Judas des Leonardo

Donnerstag, den 29. März 2018

Der Judas des Leonardo ist der letzte Roman von Leo Perutz (1882-1957), erschienen 50 Jahre vor dem Film The Da Vinci Code (mit Tom Hanks und Audrey Tautou), und Bindeglied ist Meister Leonardo da Vinci (1452-1519), der im Perutz-Roman ein Modell für den Judas seines in Planung befindlichen Letzten Abendmahls sucht. Judas: Er verriet Christus. […]

Valentin liebt

Mittwoch, den 14. Februar 2018

Heute Valentinstag. Da wäre es schön, einen Brief zu veröffentlichen, den er an seine Partnerin Liesl Karlstadt schrieb. Doch noch rechtzeitig las ich auf Wikipedia, dass auch kleinere Internetseiten abgemahnt werden, wenn sie Valentin-Texte ungekürzt veröffentlichen. Die Rechtslage ist klar.

Unter der steinernen Brücke

Samstag, den 10. Februar 2018

Ein Spätwerke von Leo Perutz (1882-1957) heißt Nachts unter der steinernen Brücke, spielt um 1600 in Prag und ist wunderbar mysteriös. Kaiser Rudolf II., der große Rabbi Loew, die schöne Jüdin Esther und andere Protagonisten werden in eine Handlung verwoben, die erst am Ende ihre Lösung findet. Phantastisch!

Clarisse in Venedig

Sonntag, den 28. Januar 2018

In einem frühen Entwurf, der in meinem Mann ohne Eigenschaften spät abgedruckt ist (Kapitel 122, S. 1554 bis 1557), ließ Robert Musil Clarisse – eine Nebenfigur des Romans – nach Venedig reisen, wo sie verrückt wird. Auszüge mit Schwarz-Weiß-Bildern eines begabten Fotografen.

Ausreißversuche

Samstag, den 20. Januar 2018

20. Januar. Vor einem Jahr bekam meine Mutter nach drei schwierigen Monaten im Heim ein Einzelzimmer, exakt am 90. Geburtstag meines Vaters, und triumphal ging die Sonne hinter dem Städtchen unter. Eine Ampel zeigte auf Grün. Das war kein Zufall. An einem anderen 20. Januar (2006) begann ich eine Kolumne in der Kritischen Ausgabe Plus. […]

Mario (und Delta) Luzi

Sonntag, den 14. Januar 2018

Mario Luzi gehört zu den Dichtern, die im 20. Jahrhundert die moderne italienische Lyrik geprägt haben – die anderen sind Eugenio Montale, Giuseppe Ungaretti, Salvatore Quasimodo, Pier Paolo Pasolini und Cesare Pavese. Quasimodo erhielt 1975 den Literatur-Nobelpreis, Montale 1975. Ich habe ein längeres Gedicht von Luzi ausgewählt, das die Schönheit, Klarheit und Härte seines Schreibens […]