Archiv der Kategorie 'Literatur'

Der liebende Geist

Sonntag, den 9. August 2020

Als ich The Loving Spirit von Daphne du Maurier in einer zerlesenen Ausgabe von 1975 fand, widerstand ich nicht. Wieder ging es da, wie in Frenchman’s Creek, um eine wilde junge Frau, die zwischen der Familie und ihrer Abenteuerlust hin- und hergerissen wird. Geschrieben 1931, spielt es ebenfalls in Cornwall, on the Cornish coast. Und […]

Andreas Hertzeg

Samstag, den 8. August 2020

Den achten Geburtstag feiert manipogo mit einer Erzählung des gestern genannten Hebel, Johann Peter (1760-1826), die auf eine wahre Begebenheit zurückgehen soll und in der der 8. August eine bedeutende Rolle spielt. Eine gewisse Parallele zu diesem Frühjahr des Rückzugs in unserem Land und überall sind nicht zu verkennen; reiner Zufall (oder nicht).

Die Verrückte

Mittwoch, den 5. August 2020

Da heute der Geburtstag von Guy de Maupassant ist — er kam 1850 auf Schloss Miromesnil zur Welt, im Norden Frankreichs, und starb schon 1893 —, muss ich einen Artikel einschieben, bevor meine Rückfahrt vom vergangenen Samstag zur Sprache kommt. Von Maupassant hatte ich ein dünnes Bändchen dabei, die Contes de la bécasse, und eine der […]

Hyperraum-Umgehungsstraße

Donnerstag, den 30. Juli 2020

Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams, kennt das jemand? War vor 40 Jahren Kult, das weiß ich, und obwohl ich damals im richtigen Alter gewesen wäre, interessierte es mich nicht. Science Fiction fand ich blöd. Das Hitchhiker-Buch ist aber ein Lesevergnügen, da schön verrückt und anarchistisch. Ich fand ein Heyne-Buch aus dem Jahr […]

Die ganze Ewigkeit

Freitag, den 17. Juli 2020

Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), der Autor des Stücks Nathan der Weise, machte sich in seinem Traktat Die Erziehung des Menschengeschlechts von 1780 Gedanken über die Reinkarnation, und das Interessanteste steht in den Paragraphen 94 bis 100, was die letzte Bemerkung ist: »Und was habe ich denn zu versäumen? Ist nicht die ganze Ewigkeit mein?«

Kurzes aus Osteuropa

Samstag, den 11. Juli 2020

Ganz kurze Gedichte können einen treffen wie ein elektrischer Schlag. Aus dem Band Auf der Karte Europas ein Fleck habe ich ein paar entnommen. Sie wurden zwischen 1910 und 1930 in Osteuropa geschrieben, sind also östliche Perlen, aber weder Haikus noch Tankas. In Japan und überhaupt im fernen Osten war man immer sehr form- und […]

Pech

Freitag, den 26. Juni 2020

Zum ersten Mal etwas von Adalbert Stifter gelesen (1805-1868): die Erzählung Granit. Und gleich trat mir eine Geschichte entgegen, die ich abtippen muss. Der Großvater erzählt sie seinem Enkel, der traurig war, weil er Pech an den Füßen gehabt hatte, klebriges Pech, heute als Wagenschmiere bekannt, die ihm der Pechbrenner verabreicht hatte. Von dem schwarzen […]

Der Vater eines Mörders

Donnerstag, den 25. Juni 2020

Der Titel ist der einer Erzählung von Alfred Andersch, die erst 1980 erschien, kurz nach seinem Tod. Der Autor dachte an seine Kindheit in München und vor allem an seine Schulzeit im Wittelsbacher Gymnasium. Der furchteinflößende Direktor, kurz Rex genannt (König, lateinisch), besucht eine Griechisch-Stunde und demütigt den vermeintlich faulen Schüler, der in der Erzählung […]

Der Musterjude

Mittwoch, den 24. Juni 2020

Den Roman Der Musterjude von Rafael Seligmann (1999 veröffentlicht) hätte ich lesen sollen, ja müssen, heißt doch der Protagonist Manfred, ist Münchner und macht Karriere im Journalismus … Meine Nachbarin erzählte, als sie den Roman vor sich hatte, habe sie die Worte »Manni kommt« gelesen, und ich bog mit meinem Fahrrad um die Ecke. Manni […]

Seide

Montag, den 22. Juni 2020

Das schmale Buch Seide von Alessandro Baricco war ein Weltbestseller, liest man. In 32 Sprachen übersetzt. Ich bekam es zufällig in der Hand und las es in zwei Stunden. War auch bezaubert und will auf manipogo etwas dazu sagen. Das Buch ist symbolträchtig, aber gleichzeitig kommen einen Zweifel an, ob man etwas darüber sagen kann. […]