Edgar Cayce prophezeit

web108 am 3. Juli 2020 um 00:39

Edgar Cayce aus Kentucky lebte von 1877 und 1945 und lieferte in seiner Zeit über 14.000 »Lesungen« ab. Er wurde von Post überschwemmt. Cayce ging in Trance und half bei gesundheitlichen Problemen. Er gilt als der Vater der holistischen Medizin, sah aber auch in die Zukunft. Den Aufschwung der Luftfahrt erkannte er ebenso wie den Triumph von Kommunikation und Elektronik. Aber auch Anderes … Ich will mehr »

Jean Paul und die letzte Sonne

web108 am 2. Juli 2020 um 00:49

Aus der Vergangenheit der deutschen Literatur will manipogo noch einiges herüberretten, und ein Großer, dessen noch nicht Erwähnung gethan worden (um es altertümelnd zu sagen), ist Johann Paul Friedrich Richter, der unter dem Namen Jean Paul um 1800 eine Berühmtheit war. 1825 ist er, 62 Jahre alt, in Bayreuth gestorben. Wegen seines Stils — elend lange, verschlungene Sätze, sprunghafte Gedanken, Ausrufe, Schwärmereien — kann ihn heute kein Mensch mehr lesen, aber schad‘ is‘ schon. Ich will mehr »

Am Trainieren

web108 am 1. Juli 2020 um 00:38

Derek Walcott ist bei manipogo fast ein wenig überrepräsentiert. Heute aber nur, versprochen, ein paar Zeilen von ihm, wie geschrieben speziell für den Radfahrer mit morbidem Einschlag: für mich. Das Bild dazu habe ich im September 2013 in Südfrankreich gemacht, ein Glückstreffer, und ein paar Bilder muss ich noch dazutun, damit es rund wird. Ich will mehr »

Leere/Weite

web108 am 30. Juni 2020 um 00:30

Da gibt es ein großartiges Foto, das ich in Oberschlesien gemacht habe: ein Feld in der Abendsonne, leer, leer. Leer von was? Das Nichts gibt es nicht, alles ist voll Leben; wir brauchen zwar Trubel und Bewegung und Input, aber dann auch Weite, Frieden, Stille, um unser Bewusstsein fliegen lassen zu können, und wir sind auch dann bei uns, vielleicht erst richtig bei uns, wenn wir außerhalb unserer selbst zu sein vermeinen, wenn wir im Flug sind über die großen Ebenen oder vor dem Meer stehen, am Strand, in der Wüste.  Ich will mehr »

Leere Mitte

web108 am 29. Juni 2020 um 00:53

Die Umgehungsstraße um Staufen herum wird gerade gebaut, der Kreisel im Süden ist schon fertig, in der Mitte sieht man breit und platt eine Aufschüttung wie ein Hügelgrab, und dahinter zittert wie eine Fata morgana etwas von Staufen, und der Schlossberg ist richtig klein. Der Kreisel ist viel größer, als er sein müsste, die Straßen sind heute riesenhaft, aber der Autos sind viele, und groß sind sie, und helft der armen Automobilindustrie! Ich will mehr »

Affen im Weltraum

web108 am 28. Juni 2020 um 00:17

Warum Affen im Weltraum? Gegenfrage: warum nicht? Der Journalist zum Beispiel muss sich diese Gegenfrage verkneifen; er muss wissen warum, er braucht einen Anlass (ein Ereignis oder ein Jubiläum, was ja auch nur ein Pseudo-Anlass ist und der oberflächlichsten einer). Man könnte auch über Affen schreiben, indem man schreibt, warum man über Affen schreibt, und beließe man es dabei, würde man nicht über Affen geschrieben haben und doch über sie, indem man nicht (direkt) über sie geschrieben hat; es ist ja alles bloß ein Spiel, oder nicht? Ich will mehr »

Viele Grüns

web108 am 27. Juni 2020 um 00:11

Al-Khadir ist eine Sagengestalt im Islam, der Grüne, denn grün heißt auf Arabisch achdaru (chadrau in der weiblichen Form). Grün, grün, grün sind alle meine Kleider, weil mein Schatz ein Jäger ist. Das Gedicht Verde che te quiero verde von García Lorca. Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühn! (My Fair Lady) Nach Pfingsten herrscht in der katholischen Kirche die Farbe Grün. Es gibt viele Grüns, wie meine Fotos zeigen. Ich will mehr »

Pech

web108 am 26. Juni 2020 um 00:22

Zum ersten Mal etwas von Adalbert Stifter gelesen (1805-1868): die Erzählung Granit. Und gleich trat mir eine Geschichte entgegen, die ich abtippen muss. Der Großvater erzählt sie seinem Enkel, der traurig war, weil er Pech an den Füßen gehabt hatte, klebriges Pech, heute als Wagenschmiere bekannt, die ihm der Pechbrenner verabreicht hatte. Von dem schwarzen schmierigen Zeug, das kaum mehr wegzukriegen ist, stammt wohl auch unsere Redewendung vom Pech haben. Der Großvater aber ist gütig und tröstet das Kind. Ich will mehr »

Der Vater eines Mörders

web108 am 25. Juni 2020 um 00:11

Der Titel ist der einer Erzählung von Alfred Andersch, die erst 1980 erschien, kurz nach seinem Tod. Der Autor dachte an seine Kindheit in München und vor allem an seine Schulzeit im Wittelsbacher Gymnasium. Der furchteinflößende Direktor, kurz Rex genannt (König, lateinisch), besucht eine Griechisch-Stunde und demütigt den vermeintlich faulen Schüler, der in der Erzählung Franz Kien heißt, und dann fliegt er, der Junge, von der Schule. Der Direktor hieß Himmler und war Vater von Heinrich Himmler, dem ausführenden Organ des Judenmordes. Ich will mehr »

Der Musterjude

web108 am 24. Juni 2020 um 00:36

Den Roman Der Musterjude von Rafael Seligmann (1999 veröffentlicht) hätte ich lesen sollen, ja müssen, heißt doch der Protagonist Manfred, ist Münchner und macht Karriere im Journalismus … Meine Nachbarin erzählte, als sie den Roman vor sich hatte, habe sie die Worte »Manni kommt« gelesen, und ich bog mit meinem Fahrrad um die Ecke. Manni hat den Roman aber nur überflogen, und warum, erzählt er gleich. Ich will mehr »