Hohe Häuser

web108 am 31. August 2020 um 00:18

Der Monat soll immer mit einer Fotostrecke enden. Der Blog manipogo ist ja ambitioniert und fürchtet kein Thema. Die ganze Ewigkeit. Immer höher hinauf. Der Turm zu Babel. Beeindruckend sind hohe Häuser, wenn sie einzeln stehen und wie ein Zahn aufragen. Drinnen möchte man gern einmal ein paar Wochen leben, möglichst weit oben natürlich, mit 360-Grad-Blick und »with the rising and setting of a hundred suns« (Walcott).  Ich will mehr »

Vairocana

web108 am 30. August 2020 um 00:19

Bei meinem Besuch unlängst im Museum Rietberg in Zürich machte ich nur wenige Fotos. Blitzlicht ist da nicht gern gesehen, und mein Gerät blitzt leider oft, wenn ihm das Licht fehlt. Doch eine Aufnahme ist perfekt gelungen, und den Namen dieses Buddhas kannte ich aus dem Totenbuch der Tibeter: Vairocana. Widmen wir uns ihm. Ich will mehr »

Meine Mutti

web108 am 29. August 2020 um 00:55

Heute wird meine Mutti, die Friedl, 91 Jahre alt. Im Juli ging’s ihr mal schlecht, da dachten wir schon, es geht zu Ende. Nun aber freut sie sich wieder, sitzt in ihrem Sessel, grinst oder hat die Augen geschlossen, deutet mal irgendwohin im Raum und sagt etwas dazu, das aber dunkel bleibt. Sie ißt und trinkt und schläft gut, und eine Weile kann das schon so weitergehen, hoffen wir. Ich will mehr »

Blues Brothers

web108 am 28. August 2020 um 00:20

Ich habe da zwei tolle Fotos, die ich zeigen will. Zu sehen sind mein Neffe und ich, mit Sonnenbrillen. Zwei Männer mit Sonnenbrillen, das muss an die Blues Brothers erinnern, die zudem Krawatten und schwarze Hüte trugen. Der Film Blues Brothers kam vor 40 Jahren heraus, doch ich erfuhr erst 12 Jahre danach davon. Manche Leute verschlafen jeden Kult. Ich will mehr »

Der Stern, so fremd, so fern

web108 am 27. August 2020 um 00:25

Es ist schier unmöglich, dem Stern der Ungeborenen gerecht zu werden. Ich will es dennoch versuchen. Die 700 Seiten sind nicht einfach die Aufarbeitung von Werfels Dante-Lektüre, wie Wikipedia meint; es ist eine wahre Geschichte, die zum Weiterdenken anregt. Wir greifen einige Aspekte heraus aus der Reise von F. W. hunderttausend Jahre nach vorn. Ich will mehr »

Bis ich nichts mehr wusste

web108 am 26. August 2020 um 00:51

Franz Werfel mutet uns einiges zu: Hunderttausend Jahre in der Zukunft liegt die Welt, in die er reist und davon in dem Buch Stern der Ungeborenen berichtet. Er schreibt, das sei alles wahr, und das schreiben einige Romanschriftsteller, doch ihm, dem Werfel, wollen wir glauben, weil er sonst nur realistische Bücher geschrieben hat. Werden ihn wohl die Engel mitgenommen haben in die Zukunft wie den guten Swedenborg ins Jenseits. Ich will mehr »

Die Schatten

web108 am 25. August 2020 um 00:31

Gar nicht so einfach, überzeugende Schattenbilder im eigenen Bestand zu finden. Zum Glück drängt sich ein scharf geschnittener Schatten geradezu auf, er fällt ins Auge, schwarz und kantig. Viele Kulturen kennen eine zweigestaltige Seele: Der höhere Teil entspricht dem Atem und dem Wind (pneuma, ruach), der untere dem Schatten, den Begierden und unerlösten Problemen (khaibit bei den Ägyptern). Carl Gustav Jung schrieb, wwir müssten unseren Schatten integrieren, das Dunkle in uns kennenlernen … Ich will mehr »

Indonesisches Schattentheater

web108 am 24. August 2020 um 00:39

Ich pflückte ein Buch aus einem Regal, Das indonesische Schattentheater, und als ich in Zürich war, hatte das Museum Rietberg eine Ausstellung zu eben dem Thema, die noch bis 29. November zu sehen ist. Also musste ich etwas dazu machen. Gespielt wird das Theater noch am ehesten auf der Insel Java und dem benachbarten Bali, beide zu Indonesien gehörig. Java mit der Hauptstadt Jakarta hat 145 Millionen Einwohner und damit mehr als die Hälfte Indonesiens mit seinen 17.508 Inseln. Bali wird von 4 Millionen Menschen bewohnt.  Ich will mehr »

Dämonen auf dem Fensterbrett

web108 am 23. August 2020 um 00:53

Ich ging meinen Strand ab mit dem Blick auf den Boden gerichtet, um Plastikflaschen und ebensolche Verschlüsse aufzuheben und in den gelben Sack zu packen, und manchmal fielen mir seltsam geformte Hölzer auf: Strandgut, zersplittert und vernarbt. Die Hölzer hatten manchmal Augen und sahen wie Tiere aus, und ich dachte mir: Daraus machst du was. Ich will mehr »

Befürchtungen

web108 am 22. August 2020 um 00:46

Zur Zeit fällt mir immer ein Satz von Emmanuel Swedenborg ein, wenn ich an diese hochentwickelte Gesellschaft denke, die sich selber lähmt. Allen fällt fast zwanghaft ein, was alles passieren könnte, und im Kleingedruckten (und mit großen Worten) versucht man, Vorkehrungen zu treffen; die Zahlen seien schon wieder gestiegen, vielleicht komme eine zweite Welle, mit der Immunität soll es nicht so weit her sein … Warten wir also auf den Satz. Ich will mehr »