Sonnenuntergänge

web108 am 11. August 2020 um 00:19

Wenn man kein passionierter Frühaufsteher ist, hat man keinen Sonnenaufgang fotografiert. Dafür hat man eine Menge Versionen davon, wie die Sonne untergeht. Komisch, dass diese irrige Bezeichnung sich hält, wissen wir doch alle, dass die Sonne nie untergeht, nur der Erdball sich neigt. Wobei mir etwas einfällt … Ich will mehr »

Schicksal/Fügung

web108 am 10. August 2020 um 00:46

Meine Schwester ging zum Tanzen, und jemand warf ihr vor, sie sei unverantwortlich ihrer Mutter gegenüber, zu der sie am nächsten Tag gehen wollte. Dass es sie erwischt (durch die Krankheit, die sie sogar schon hatte!), wäre so extrem unwahrscheinlich, dass man es fast als Schicksal bezeichnen müsste. Man müsste es hinnehmen und könnte es annehmen, aber niemand denkt mehr so.  Ich will mehr »

Der liebende Geist

web108 am 9. August 2020 um 00:09

Als ich The Loving Spirit von Daphne du Maurier in einer zerlesenen Ausgabe von 1975 fand, widerstand ich nicht. Wieder ging es da, wie in Frenchman’s Creek, um eine wilde junge Frau, die zwischen der Familie und ihrer Abenteuerlust hin- und hergerissen wird. Geschrieben 1931, spielt es ebenfalls in Cornwall, on the Cornish coast. Und auf Seite 100 malt die Autorin ein wunderbares Gleichnis, das aus einem Märchen zu stammen scheint. Ich will mehr »

Andreas Hertzeg

web108 am 8. August 2020 um 00:32

Den achten Geburtstag feiert manipogo mit einer Erzählung des gestern genannten Hebel, Johann Peter (1760-1826), die auf eine wahre Begebenheit zurückgehen soll und in der der 8. August eine bedeutende Rolle spielt. Eine gewisse Parallele zu diesem Frühjahr des Rückzugs in unserem Land und überall sind nicht zu verkennen; reiner Zufall (oder nicht). Ich will mehr »

Wieder vor der Weserei

web108 am 7. August 2020 um 00:44

Endlich, endlich das Bild von der alten »Weserey« in Kandern gemacht, das in einem Gedicht von Johann Peter Hebel (1760-1826) vorkommt, dem größten badischen Dichter. Gespenst an der Kanderer Straße heißt das Werk, das ich wiedergeben muss, mit Erläuterungen versehen, damit es jeder versteht. Als Hebel einmal vor Goethe (der ihn schätzte) und anderen in Weimar seine Gedichte virtrug, übersetzte er jede Zeile ins Hochdeutsche.  Ich will mehr »

Flugverkehr (103): 33 Grad, 12 Stunden

web108 am 6. August 2020 um 00:06

Drei Tage mit dem Rad unterwegs, drei Beiträge. Man ist wieder erfüllt von neuen Impressionen. Von Mélisey bin ich am Schweizer Bundesfeiertag bei geschätzten 33 Grad in einem Tag die 120 Kilometer nach Hause gefahren, um 9 Uhr los, und um 20 Uhr war ich zu Hause. Immer wieder kauft man ein und füllt seine beiden Flaschen mit Wasser, doch es reicht nicht richtig. Ein kühles Bier am Kanal, und zu Hause trank ich in 5 Minuten eineineinhalb Liter Tee leer. Ich will mehr »

Die Verrückte

web108 am 5. August 2020 um 00:37

Da heute der Geburtstag von Guy de Maupassant ist — er kam 1850 auf Schloss Miromesnil zur Welt, im Norden Frankreichs, und starb schon 1893 —, muss ich einen Artikel einschieben, bevor meine Rückfahrt vom vergangenen Samstag zur Sprache kommt. Von Maupassant hatte ich ein dünnes Bändchen dabei, die Contes de la bécasse, und eine der 17 Erzählungen hat mich angesprochen: die Verrückte (la folle). Dabei habe ich nur 4 Geschichten lesen können; man nimmt immer zu viel zum Lesen mit.  Ich will mehr »

Camping in Mélisey

web108 am 4. August 2020 um 00:05

Bleiben wir noch einen Beitrag bei Mélisey. Der Campingplatz ging von der Straße ab, man fuhr an gelbverbranntem Rasen vorbei und kam zu einer Holzmauer, hinter der ein Campingwagen den Empfang darstellte, der einfach accueil hieß und nicht hochtrabend réception wie woanders. Ein großer Mann mit nackten Oberkörper gab mit den wunderbaren Schattenplatz, zahlen sollte ich am nächsten Morgen. Herz und Freundschaft! Ich will mehr »

Eine Nacht in Mélisey

web108 am 3. August 2020 um 00:46

Achtung, ein Fahrradbeitrag! War gar nicht so geplant. Vergangenen Donnerstag sollte es schön sein und so bleiben bis Sonntagmorgen; dann Gewitter (Es kam dann schon Samstagabend, und seit einer Stunde war ich daheim!) Ich wollte eine Drei-Tage-Runde durch die Vogesen fahren und mal wieder im Zelt schlafen. Schönes Wetter ist eine Beschönigung: Es hatte bis zu 37 Grad, aber das ist mein Wetter, das kann ich ab. Zweite Nacht in Mélisey, da gab es Campingplätze, wie ich gelesen hatte. Mélisey, quelle surprise (welche Überraschung)! Ich will mehr »

Das verbotene Wesen

web108 am 2. August 2020 um 00:32

Als die Taliban am 27. September 1996 Kabul überrannten, war dies der Anfang einer Unterdrückung sondergleichen, die die Frauen Afghanistans voll traf. Sie sollten von der Straße verschwinden, wurden entsexualisiert und eingeschüchtert. Fünf Jahre später machten die Amerikaner ihrem Regime ein Ende. Etwas aus jener Zeit erfährt man in dem Buch Das verbotene Gesicht von Latifa, 2001 erschienen. Ich will mehr »