Letzter Blick ins Heptameron

web108 am 24. Februar 2021 um 00:34

Nachdem ich in Heptameron fast 400 Seiten mit Liebesgetändel, Listen und Tricks und Bettgeschichten hinter mir hatte, beschloss ich, dass drei Tage auch genügen, der Rest bis zum siebten Tag wäre Wiederholung. Außerdem stießen mich zwei Passagen richtig ab: die Meinung der Adeligen über die »einfachen Leute« und eine krasse Inzestgeschichte. Zur Erinnerung: Das Buch erschien 1558. Ich will mehr »

Gemischtes Doppel

web108 am 23. Februar 2021 um 00:58

Die Vierer-Beziehung bei Casanova vorgestern war zu schön. Und da ich im Heptameron der Margarete von Navarra (1558) eine noch schönere fand, muss manipogo daran anknüpfen und auch an Goethes Wahlverwandtschaften erinnern. Aber zunächst eine gekungene Vierer-Beziehung, ein geglücktes Arrangement … ja, mehr gute, erfreuliche Geschichten wollen wir hören! Ich will mehr »

Gastspiel in Bozen

web108 am 22. Februar 2021 um 00:33

Über einen Mann und eine Frau in Bozen muss ich kurz schreiben. Sicher wahr: Es werden auf manipogo zu viele Bücher vorgestellt, da ich viel lese; aber jedes Buch ist eine eigene Welt und auch ein Ausschnitt aus der großen Welt. Es zeigt uns: Schau, das gibt es. Denk mal darüber nach! Morgen kommt ein neues Thema. So, dem Zufall getreu und mittels Schleifen, Sprüngen und Saltis, bilden wir uns fort. Ich will mehr »

Giacomo Casanova

web108 am 21. Februar 2021 um 00:41

12 Bände mit insgesamt 4000 Seiten — das ist die Geschichte meines Lebens von Giacomo Casanova, die 1825 zum ersten Mal erschienen. Das Gesamtwerk ist immer nur verkürzt veröffentlicht worden; vier Fünftel davon beschöftigt sich mit Diplomatie,  dem Geldverleihen, den Sitten, dem Alltag. Man wollte aber Casanova und die Frauen lesen. Meine Ausgabe ist 250 Seiten lang und aus dem Jahr 1984. Viele Affären, da schwindelt es einem. Ich will mehr »

Glockengeschichten

web108 am 20. Februar 2021 um 00:22

Die Glocke war das Motiv, das an verschiedenen Stellen auftrat, zuletzt beim Gießer Felix in Zürich (der gestrigen Beitrag). Schwierig, dieser alten Kunst auf die Schnelle gerecht zu werden, aber versuchen wir es. Viel ist dazu nicht zu finden. Glockengießen war gewiss eine Kunst, die nicht jedem anvertraut wurde: ein heiliges Geschäft, deren Geheimnisse einem der Meister weitergab.  Ich will mehr »

Die glückbringende Glocke

web108 am 19. Februar 2021 um 00:57

Das Bodenseebuch 1943 ist für manipogo magisch. Ich fand eine Geschichte, die ich anlas und die ein (weibliches) Morgenland-Element enthielt und so auf wundersame Weise zu einem Thema überleitet, das sich mir anbot, denn manches Ding drängt sich auf, taucht in vielen Varianten auf und appelliert: Schreib mich! Dann folge ich nur zu gern. Folgt also mir, hoffentlich auch gern. Ich will mehr »

Haremsdamen

web108 am 18. Februar 2021 um 00:21

Die Welt des Harems erklärt uns Fatema Mernissi (1940-2015) in ihrem Buch Die Sultanin. Sie blickt weit zurück, in die erwähnten Jahre von 700 bis 1000. Damals befand sich die islamische Welt in voller Blüte und lebte geistig verfeinert, zumindest der Hochadel. In den Tausendundein Nächten kommen aber auch normale Menschen vor.   Ich will mehr »

Liebe und Macht

web108 am 17. Februar 2021 um 00:21

Die kluge Schehrazâd hielt immer dann, wenn der Morgen graute, »in ihrer verstatteten Rede an«. (Die Übersetzung ist von 1839.) Die Geschichte brach ab: Fortsetzung folgt. Oder sie sagte: »Das aber ist nicht wunderbarer als die Geschichte des Fischers.« Und der König biss an und fragte: »Wie geht die denn?« Der König wollte etwas von seiner Sklavin, die plötzlich Macht über ihn hatte. Ich will mehr »

Cliffhanger

web108 am 16. Februar 2021 um 00:20

Die »Erzählungen aus den Tausendundein Nächten« lagen – zwölfbändig im Schuber – unten in der Telefonzelle, die als Bücherreservoir im Städtchen steht. Ich hab sie mir geschnappt und gleich angefangen zu lesen, bis zum ersten »Cliffhanger«, von dem noch viele folgen, und jeder einzelne rettet Schehrezâd das Leben. Um ihn geht’s, nicht um sie. Ich will mehr »

Rosenmontag

web108 am 15. Februar 2021 um 00:11

Der Fasching oder Karneval fand ja nicht statt. Vieles fand zuletzt nicht statt, und man kann getrost sagen, dass es nicht weiter schlimm war. Man kann mal ein Jahr ohne Christkindlmarkt und Fasnetstreiben überstehen: Geht auch ohne. Dass die Theater geschlossen sind, ist dagegen schade. Für den heutigen Rosenmontag habe ich nur ein Bild. Ich will mehr »