Josef Mengele aus Günzburg

web108 am 9. Juli 2020 um 00:32

Das Buch Das Verschwinden des Josef Mengele ist anscheinend ganz neu als Taschenbuch im Aufbau-Verlag erschienen. 2017 kam es auf Französisch erstmals auf den Markt. Wurde ein Bestseller. Steht auch auf dem Buch: »Bestseller«. Über den Verfasser (der Franzose Oliver Guez, 1974 geboren) steht auf dem Titel: »Der Autor der Stunde« (Süddeutsche Zeitung). Der übliche Verlags-Hype. Das Buch ist gut geschrieben, ja. Mengele also, der Herr Doktor, die Bestie, die man zusammen mit Himmler und Eichmann nennen muss. Ich will mehr »

Wolken, mit Stil

web108 am 8. Juli 2020 um 00:35

Die gestrige Wolke im Afrika-Beitrag hieß: Bedrohung. Im Juni gab es viele Wolken, die quollen und wuschsen wie Blumenkohl, und da hatte man was zu schauen! Doch man kann Wolken auch stilisiert sehen, im Raster sozusagen, damit sie erstarren und ein Muster zeigen. Wir schauen uns ein paar derart festgehaltene Wolken an, von einem guten Freund fotografiert. Ich will mehr »

Afrika geißelt sich

web108 am 7. Juli 2020 um 00:29

Die Zeitung der Hilfsorganisation Tukolere Wamu aus dem Nachbarort Heitersheim hat ihre neue Zeitschrift mit Informationen aus Afrika herausgebracht. »Unsere Partner sind genauso wie wir von der globalen Corona Pandemie betroffen«, schreibt die Vorsitzende. Sind wir wirklich betroffen; war es eine globale Pandemie? Afrika haben die vorbeugenden Maßnahmen schwer geschadet, der Hunger ist in vielen Ländern schlimmer als eine mögliche Epidemie. Doch das öffentliche Leben wurde stillgestellt, mit schlimmen Folgen. Ich will mehr »

Der Kanal

web108 am 6. Juli 2020 um 00:26

Und nochmal der Krieg. Ich möchte polnische Filme sehen und fand auf youtube Kanał, 1957 gedreht von dem großen Andrzej Wajda (1926-2016). Auf Deutsch hieß er Der Kanal. 45 Männer und 2 Frauen der polnischen Heimatarmee (AK — armia krajowa) versuchen sich Ende September 1944 vor den Deutschen zu retten, die den Warschauer Aufstand niederschlugen. Sie gehen alle zugrunde. Ich will mehr »

Božena Koska

web108 am 5. Juli 2020 um 00:59

Heute geht es um Božena Koska, »die alte Schlampe, die eine Deutschenliebste gewesen ist, eine Kollaborateurin, die nichts dazugelernt hat«, wie uns Peter Härtling gleich auf der ersten Seite seiner Erzählung Božena hinknallt. Mal wieder eine Kriegsgeschichte, ich kann’s nicht mehr hören, sagen da manche, doch wir werden erfahren, wie aktuell das ist, wie zeitlos gleichzeitig und wie deprimierend. Ich will mehr »

Wasser

web108 am 4. Juli 2020 um 00:44

Wasser heißt einer meiner Foto-Ordner, und aus dem bediene ich mich einmal, auch wenn wir schon reichlich Bilder vom Meer hatten. Damit knüpfe ich an die gestrige Geschichte mit Edgar Cayce an. Ich will mehr »

Edgar Cayce prophezeit

web108 am 3. Juli 2020 um 00:39

Edgar Cayce aus Kentucky lebte von 1877 und 1945 und lieferte in seiner Zeit über 14.000 »Lesungen« ab. Er wurde von Post überschwemmt. Cayce ging in Trance und half bei gesundheitlichen Problemen. Er gilt als der Vater der holistischen Medizin, sah aber auch in die Zukunft. Den Aufschwung der Luftfahrt erkannte er ebenso wie den Triumph von Kommunikation und Elektronik. Aber auch Anderes … Ich will mehr »

Jean Paul und die letzte Sonne

web108 am 2. Juli 2020 um 00:49

Aus der Vergangenheit der deutschen Literatur will manipogo noch einiges herüberretten, und ein Großer, dessen noch nicht Erwähnung gethan worden (um es altertümelnd zu sagen), ist Johann Paul Friedrich Richter, der unter dem Namen Jean Paul um 1800 eine Berühmtheit war. 1825 ist er, 62 Jahre alt, in Bayreuth gestorben. Wegen seines Stils — elend lange, verschlungene Sätze, sprunghafte Gedanken, Ausrufe, Schwärmereien — kann ihn heute kein Mensch mehr lesen, aber schad‘ is‘ schon. Ich will mehr »

Am Trainieren

web108 am 1. Juli 2020 um 00:38

Derek Walcott ist bei manipogo fast ein wenig überrepräsentiert. Heute aber nur, versprochen, ein paar Zeilen von ihm, wie geschrieben speziell für den Radfahrer mit morbidem Einschlag: für mich. Das Bild dazu habe ich im September 2013 in Südfrankreich gemacht, ein Glückstreffer, und ein paar Bilder muss ich noch dazutun, damit es rund wird. Ich will mehr »

Leere/Weite

web108 am 30. Juni 2020 um 00:30

Da gibt es ein großartiges Foto, das ich in Oberschlesien gemacht habe: ein Feld in der Abendsonne, leer, leer. Leer von was? Das Nichts gibt es nicht, alles ist voll Leben; wir brauchen zwar Trubel und Bewegung und Input, aber dann auch Weite, Frieden, Stille, um unser Bewusstsein fliegen lassen zu können, und wir sind auch dann bei uns, vielleicht erst richtig bei uns, wenn wir außerhalb unserer selbst zu sein vermeinen, wenn wir im Flug sind über die großen Ebenen oder vor dem Meer stehen, am Strand, in der Wüste.  Ich will mehr »