Der Wundermann vom Bodensee

web108 am 18. September 2020 um 00:16

Es gibt kleine Bücher, solide recherchiert und fein geschrieben, die man lesen kann, ohne sich übermäßig anzustrengen. Und man genießt es und lernt dabei. So ein Buch ist Der Wundermann vom Bodensee (1956) von Anton Gabele (1890-1966) über das Leben von Franz Anton Mesmer (1734-1815), den man nicht genug schätzen kann, weil er den Grundstein für die Hypnose und die Erforschung veränderter Bewusstseinszustände legte.  Ich will mehr »

Kleingläubige (2)

web108 am 17. September 2020 um 00:44

Vor 14 Tagen habe ich dargestellt, was die katholische Kirche so zum Geburtstag eines alten Menschen anbietet. Nun kommt die evangelische Version. Statt es mit herzlichen Wünschen gut sein zu lassen, unterbreitet man den Jubilaren die Betrachtung eines Bischofs aus Berlin. Der Text auf dem Blatt, das dem Geburtstagsbrief beiliegt, ist so klein gedruckt, dass kein alter Mensch das lesen kann. Kein Verlust, sagt manipogo. Ich will mehr »

Bruder Engel, Schwester Engel

web108 am 16. September 2020 um 00:38

Werner Bergengruen, am 16. September 1892 in Riga geboren, war ein beliebter deutscher Schriftsteller, der als Übersetzer Werke von Dostojewski und Tolstoj ins Deutsche brachte. Gedichte schrieb er auch, und An den Engel gefällt mir besonders gut. Er muss es in seiner letzten Lebensphase zu Papier gebracht haben (Bergengruen starb am 4. September 1964), es ist wie ein Schrei um Hilfe. Ich will mehr »

Was Swedenborg erfuhr

web108 am 15. September 2020 um 00:32

Die Engel haben Emmanuel Swedenborg (1688-1772) mitgenommen und ihm einiges gezeigt, das er später in Worte fasste. In Himmel und Hölle, etwa 1755 entstanden, steht alles, was man wissen muß. Schade, dass Swedenborg nicht ernst genommen oder ignoriert wird. Die wichtigsten Zitate aus dem 400-Seiten-Werk lest ihr gleich, mit nur wenig Kommentar. Ich will mehr »

Sol und Luna

web108 am 14. September 2020 um 00:43

Nach zwei Beiträgen über Mond und Sonne sollen sie nun beide in einem Gedicht vorkommen, und da fiel mir eins von Heinrich Heine (1798-1856) ein, dessen Arbeiten wir in einer Woche mehr betrachten wollen. Sonnenuntergang ist ein Jugendwerk von ihm, da hat er seinen Stil noch nicht ganz gefunden; das Werk und vor allem die letzte Passage klingt arg nach Hölderlin. Aber Heine rsepektierte die Tradition: Sol, der Gott, strahlend und gebend, Yang; Luna, die Göttin, empfangend und dunkel, Yin. Ich will mehr »

Die Sonne bleibt allein

web108 am 13. September 2020 um 00:35

Dieser Beitrag passt zum letzten, alles hängt irgendwie zusammen; die Komposition ergibt sich von selbst. Wieder ein einsamer Himmelskörper, diesmal die Sonne, in den meisten Sprachen männlich, so gewiss auch im Bulgarischen, denn aus Bulgarien kommt das Märchen Woraus der Honig entstanden ist und warum die Sonne nicht heiratet. Ich will mehr »

Der Mond schaut zu

web108 am 12. September 2020 um 00:47

Eine kurze Erzählung von Anton Tschechow (1860-1914) muss ich hier bringen, weil sie so gut ist. Sie schließt an einen Beitrag aus dem August an, doch wenn ich auf ihn verlinke, verrate ich die Pointe. Also erst die Geschichte, danach das zugehörige Stück. Die Erzählung heißt Die Sommerfrischler, lasst euch überraschen. Eine Sommerfrische hieß früher ein Erholungsort für den Sommerurlaub. Ich will mehr »

Wanderung

web108 am 11. September 2020 um 00:01

Vor 200 Jahren wanderte, wer nicht viel Geld hatte, und dass das gesund sei, kam keinem Wanderer in den Sinn. »Beine hat uns zwei gegeben / Gott der Herr, um fortzustreben« schrieb Heinrich Heine, von dem auch die Strophe »Denk ich an Deutschland in der Nacht / dann bin ich um den Schlaf gebracht« bekannt wurde. Nicht nur Heine war ein kritischer patriotischer Geist, auch sein Zeitgenosse Ludwig Uhland war es. Ich will mehr »

Blüthenreicher sein

web108 am 10. September 2020 um 00:02

Anfang 2010 hatte ich auf der Seite Kritische Ausgabe plus ein Rätsel gestellt, das bis heute nicht gelöst ist. Man muss den Ursprungsartikel lesen, um den Hintergrund zu haben. In Kürze: Bei einer Séance in England wurde ein 8-zeiliges deutsches Gedicht auf einen Film projiziert, und man wüsste gern, von wem es ist. Justinus Kerner, dachten wir zuerst, doch ich glaube, wir irren uns. Ich glaube an Ludwig Uhland. Warum? Ich will mehr »

Armando im Nacken

web108 am 9. September 2020 um 00:25

Seit Armando Basile wieder zurück ist aus der weiten Welt (er kriegte im März noch einen Rückhol-Flug), habe ich ihn drei Mal getroffen. Er ist in Heitersheim und im Elsass unterwegs, wie immer rastlos, nie ratlos, doch wenn er mich trifft, nimmt er sich Zeit. Von Januar 2020 bis jetzt hat Armando 25.000 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt. In den vergangenen Wochen hätten wir uns leicht treffen können, im Ausland … Ich will mehr »