Kalte Zeit

web108 am 23. Oktober 2020 um 00:18

Neue Assistentin beim Arzt. Sie schaut einen kalt an und schnarrt wie früher die preußischen Offiziere: »Das Rezept können Sie morgen vormittag abholen.« Schönen Tag auch; Ende. Einen Neurolgen traf ich, der nahm wie ein Automat meinen Fall auf: keine Spur von persönlichem Interesse. Da wäre ein echter Automat besser, meinte eine Nachbarin: einen Mann für mich, ein Mädchen für dich, macht mehr Spaß. Kalte Zeiten. Ich will mehr »

Angst vor der Freiheit

web108 am 22. Oktober 2020 um 00:45

Vor einem Jahr habe ich bereits über die Tour Paradies-Erde und zurück geschrieben und dabei auch Carlo Levi aus Paura della libertà (1946) zitiert. Nun soll das ein wenig klarer werden, und auch mich beherrscht die Angst vor dem Formlosen: die Angst, mich im Urwald der Gedanken zu verirren. Darum muss Ordnung her: in Form eines manipogo-Artikels. Ich will mehr »

Oktober (2)

web108 am 21. Oktober 2020 um 00:10

Ich suchte Oktober auf manipogo und fand in einem sieben Jahre alten Artikel die Behauptung, dass ich Max Frisch mit einer schönen Oktober-Passage zu oft zitiere. Wo denn? Im Geiste vielleicht, vor mir selber. Darum jetzt dm Auszug aus einem Roman des Schweizer Autors, der darin alles gibt, um der Natur und dem Leben gerecht zu werden, und das schließt passgenau an die sprachlichen Kleinodien der Fussenegger an. Ich will mehr »

Dieter Hildebrandt

web108 am 20. Oktober 2020 um 00:09

An den letzten Satz des gestrigen Beitrags anschließend: Dieter Hildebrandt, der beliebteste deutsche Kabarettist und Satiriker der Nachkriegszeit, gab 2009 bekannt, er sei Alkoholiker. Vier Jahre später ist er gestorben, im November 2013, 86 Jahre alt. Auch Graham Greene, der gern trank und in dessen Büchern ständig getrunken wurde, schaffte den 86. Geburtstag. Karl Valentin allerdings meinte: Mit Mineralwasser und Kamillentee wären sie 87 geworden. Ich will mehr »

Zerschmelzend

web108 am 19. Oktober 2020 um 00:58

»… an ihm zerschmelzend ohne Rest.« Nun muss es doch noch ein Fussenegger-Zitat sein, weil sie so toll Spaziergänge schildern kann und die süßen Folgen. Das Folgende ist freilich Männerphantasie, ich gebe es zu, doch da eine Frau sie schrieb, kann man sie zulassen. Der männliche Protagonist heißt Zeman, wobei wir an den Prager Zdenek Zeman denken, der in 35 Jahren (meist in Italien) 20 Mannschaften trainierte und 10 Mal entlassen wurde; 1997/98 und 2012/13 war er bei AS Roma tätig. Der Auszug ist aus dem Roman Das verschüttete Antlitz (1957). Ich will mehr »

Ghisallo, die dritte

web108 am 18. Oktober 2020 um 00:50

Die dritte was? Das sagt man so beim Film: die zweite (Einstellung), Klappe, Film und Ton ab! Es geht um das italienische Fahrradmuseum am Comer See, oben bei der Madonna del Ghisallo, der Patronin der Radfahrer. Im August vor drei Jahren war ich dort gewesen, daher der erste Beitrag; dann erzählte mir Michael Faiss aus Weilheim vom Tod Luciano Berrutis, und ich hängte Ghisallo, die zweite dran. Er selber, Michael, war dieses Jahr dort, hat andere Fotos gemacht, und manipogo dankt ihm dafür, sie verwenden zu dürfen! Ich will mehr »

Ein jenseitiger Korrespondent

web108 am 17. Oktober 2020 um 00:30

Irgendwo hatte ich einmal vorgeschlagen, wir bräuchten einen Korrespondenten für Spirituelles. Doch es gab sie ja! Sie haben von drüben berichtet, auch wenn Medien Mühe hatten, ihren Wortschwall zu kanalisieren. Nehmen wir William T. Stead, der am 15. April 1915 von der Titanic in die Tiefe gerissen wurde, aus der er wieder auftauchte: mit Nachrichten aus seiner neuen Lebenswelt. Ich will mehr »

Sphärenphilosophie

web108 am 16. Oktober 2020 um 00:16

Ein 16-jähriges Mädchen betritt die Bühne eines vollbesetzten Theaters in New York City und setzt sich. Es bekommt einen Umschlag überreicht, dem es entnimmt, dass es gleich über die »Philosophie der Sphären« dozieren solle. Dann geht es los, und jemand stenografiert mit. Ton ab! Der Abend fand im Jahr 1856 statt, und das Mädchen hieß Cora Richmond, seit dem 11. Lebensjahr praktizierendes Medium. Was Cora von sich gab, wurde ihr wiederum aus der anderen Welt eingegeben. Ich will mehr »

Immer singen

web108 am 15. Oktober 2020 um 00:05

Zum gestrigen Beitrag passt ein weiterer übers Singen und die Musik. Ich blättere gern in dem Buch Traumfänger von Marlo Morgan herum, das 1994 herauskam. Eine US-amerikanische Geschäftsfrau lässt sich von australischen Eingeborenen überreden, einen mehrmonatigen Walkabout mitzumachen: zu Fuß quer durch den Busch in der Gruppe, ohne Geld und Nahrung, aber mit Gottvertrauen. Es ist ein fiktiver Bericht, an dessen Wahrheit man aber nicht zweifelt.  Ich will mehr »

Weltharmonie

web108 am 14. Oktober 2020 um 00:16

»Wir klangen wie zwei Geigen, die ein Meister aufeinander abgestimmt hat«, ließ die Fussenegger jemanden sagen (ich glaube, es war Julia), wie wir gestern lasen, und danach las ich etwas, das dieses Motiv schön anspielt und ausführt. Der bulgarische Philosoph Omraam Mikhael Aïvanhov (1900-1986) sprach darüber bei einem (französisch gehaltenen) Vortrag in Bonfin am 16. September 1973. Ich will mehr »