Archiv der Kategorie 'Literatur'

Die Autobiographie

Montag, den 15. März 2021

Ganz oben auf dem Regal, in Deckennähe, stand die fünfbändige Gesamtausgabe der Werke von Mark Twain, und mit der Autobiographie fing ich an. 524 Seiten. Die Gesamtausgabe auf Deutsch war 1967 von Carl Hanser in München verlegt worden. Wunderbar bunt war Twains Leben, und er zog so richtig vom Leder, aber … es war nicht […]

Letzter Blick ins Heptameron

Mittwoch, den 24. Februar 2021

Nachdem ich in Heptameron fast 400 Seiten mit Liebesgetändel, Listen und Tricks und Bettgeschichten hinter mir hatte, beschloss ich, dass drei Tage auch genügen, der Rest bis zum siebten Tag wäre Wiederholung. Außerdem stießen mich zwei Passagen richtig ab: die Meinung der Adeligen über die »einfachen Leute« und eine krasse Inzestgeschichte. Zur Erinnerung: Das Buch […]

Gastspiel in Bozen

Montag, den 22. Februar 2021

Über einen Mann und eine Frau in Bozen muss ich kurz schreiben. Sicher wahr: Es werden auf manipogo zu viele Bücher vorgestellt, da ich viel lese; aber jedes Buch ist eine eigene Welt und auch ein Ausschnitt aus der großen Welt. Es zeigt uns: Schau, das gibt es. Denk mal darüber nach! Morgen kommt ein […]

Giacomo Casanova

Sonntag, den 21. Februar 2021

12 Bände mit insgesamt 4000 Seiten — das ist die Geschichte meines Lebens von Giacomo Casanova, die 1825 zum ersten Mal erschienen. Das Gesamtwerk ist immer nur verkürzt veröffentlicht worden; vier Fünftel davon beschöftigt sich mit Diplomatie,  dem Geldverleihen, den Sitten, dem Alltag. Man wollte aber Casanova und die Frauen lesen. Meine Ausgabe ist 250 […]

Die glückbringende Glocke

Freitag, den 19. Februar 2021

Das Bodenseebuch 1943 ist für manipogo magisch. Ich fand eine Geschichte, die ich anlas und die ein (weibliches) Morgenland-Element enthielt und so auf wundersame Weise zu einem Thema überleitet, das sich mir anbot, denn manches Ding drängt sich auf, taucht in vielen Varianten auf und appelliert: Schreib mich! Dann folge ich nur zu gern. Folgt […]

Cliffhanger

Dienstag, den 16. Februar 2021

Die »Erzählungen aus den Tausendundein Nächten« lagen – zwölfbändig im Schuber – unten in der Telefonzelle, die als Bücherreservoir im Städtchen steht. Ich hab sie mir geschnappt und gleich angefangen zu lesen, bis zum ersten »Cliffhanger«, von dem noch viele folgen, und jeder einzelne rettet Schehrezâd das Leben. Um ihn geht’s, nicht um sie.

Der Schneesturm

Mittwoch, den 10. Februar 2021

Am Todestag Puschkins will ich eine kurze Erzählung von ihm wiedergeben, die trefflich konstruiert ist, eine schöne Pointe hat und gut ausgeht — getreu dem Vorsatz, auf manipogo eher Lustiges und Harmonisches aus der Literatur zu bringen. Wer sich ein Vergnügen gönnen will, kann freilich Der Schneesturm selber lesen statt meines Beitrags;  es sind ja nur […]

Die Stimme, von fernher

Donnerstag, den 4. Februar 2021

Man muss nicht Dichter sein, um sich an die Stimmen zu erinnern. Diejenigen der Menschen, die uns teuer sind, begleiten uns. Manchmal wiegt eine Stimme schwerer als ein Gesicht. Jemand fehlt; es fehlt auch seine/ihre Stimme, sein/ihr Wort, das neben allem Handeln herlief, beiläufig, und dann doch jenen Menschen ausmachte, der seine Stimme war, an […]

Parallellinien

Mittwoch, den 3. Februar 2021

Ich nenne diesen Beitrag wie den, den ich vor über elf Jahren für die Kritische Ausgabe plus schrieb. Es geht um den Reim. Wenn ich solche Vierzeiler lese wie in Brans Geschichte oder in der poetischen Edda, einem Epos der Isländer von 1300 ungefähr, dann dringt sofort der Rhythmus in mich ein. Das schwingt! Lyriker […]

Anekdoten von Literaten

Sonntag, den 3. Januar 2021

Das ist ja ein öder Titel! Hoffentlich ist das, was drunten steht, der Lektüre wert und erzeugt hier und da ein Schmunzeln. Dieser großväterliche Beginn passt du den Anekdoten von Literaten, die ziemlich alte Literaten sind (und meistens Männer, leider). Manchmal geht einem alles so schwer von der Hand, man wünscht sich den Schwung einer […]