Archiv der Kategorie 'Literatur'

Das Gold

Donnerstag, den 18. August 2022

Jakob Wassermann (1873-1934) war in den 1920-er Jahren ein vielgelesener Autor in Deutschland. 1933, als die Nationalsozialisten Bücher verbrannten, ächteten sie auch den Juden Wassermann und seine Werke. Gebrochen und verarmt starb er bald danach in Österreich. In der Erzählung Das Gold von Caxamalca (1928) deutet Wassermann die kommende Katastrophe an. 

Kips Abschied

Mittwoch, den 10. August 2022

Kip Singh ist ein junger Inder und hat in England gelernt, versteckte Sprengladungen aufzuspüren und zu entschärfen. Ein Wunder, dass er zwei Kriegsjahre überlebt hat, bevor er im Sommer 1945, schon nach der deutschen Kapitulation, in einer Villa in der Toskana Unterschlupf findet. In ihr kümmert sich die Krankenschwester Hana um einen verbrannten Mann. Er […]

Zehn Jahre!

Montag, den 8. August 2022

Der Blog manipogo hat heute vor zehn Jahren begonnen. Seither wurden 2660 Artikel veröffentlicht (260 je Jahr), und die Statistik sagt mir, dass alte Beiträge oft angeklickt werden und für einen Teil der rund 1400 Abrufe am Tag verantwortlich sind. Die Leserinnen und Leser kommen aus 20 Ländern, darauf bin ich besonders stolz. Es gibt […]

Fünf Prozent

Freitag, den 5. August 2022

Bisweilen denkt man über sein Leben nach und kommt zu dem Schluss: Da war nicht viel. Unbedeutend eigentlich, vernachlässigbar; man hat reagiert, hat sich treiben lassen und am Ende das Gefühl, man hätte das Leben eines anderen gelebt, wie es Jorge Luis Borges ausdrückte; oder man hätte gelebt wie in Trance, am Rande aller Ereignisse. […]

Berta, Gertrud, Hedwig

Montag, den 1. August 2022

Der Titel nennt die drei wichtigsten Frauen, die in Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell (1804) vorkommen — und die ihren Männern gehörig einheizen. Im vergangenen Jahr war dies (wie heute, am Schweizer Nationalfeiertag) bereits angedeutet worden, doch habe ich mich seither viel mit dem Theaterstück beschäftigt und bezeichnende Dialoge gesehen und herausgeholt. 

Anakreon

Freitag, den 29. Juli 2022

Eigentlich kenne ich seinen Namen seit vielen Jahren, denn Giovanna beschäftigte sich intensiv mit Anakreon, dem griechischen Dichter. Er lebte von 570 bis 495 vor Chistus und soll noch in hohem Alter dem Wein und der Liebe nicht abhold gewesen sein; dafür wird er verehrt. Sogar Eduard Mörike hat seine Gedichte übersetzt.

Der Buddhismus und das Wort

Dienstag, den 19. Juli 2022

Weisheit, Nirwana, Glück — darüber haben uns die wertvollen 366 Lesungen aus dem Buddhismus bereits etwas gesagt. Fehlt: die Liebe. Sie wird selten erwähnt. Distanziert soll sie sein, auf das  Äußere soll sie keinen Wert legen und zur Anhaftung soll sie auf keinen Fall führen. Interessanter sind sicher die sprachkritischen Bemerkungen, von denen ich zwei […]

Ein guter Mensch

Sonntag, den 17. Juli 2022

Im Juni hatte ich ja 18 Tage Urlaub, und am ersten Tag las ich die erste Seite von Die Elenden von Victor Hugo, am letzten Tag die letzte Seite (der 534 des ersten Bandes), weil ich diszipliniert (und neugierig) bin. Auf Französisch natürlich, und unbekannte Wörter überliest man einfach. Ich kenne also nur den ersten […]

Die Hebel-Büste in Basel

Sonntag, den 10. Juli 2022

Ich beendete meine einwöchige Radtour im Juni mit dem Zug, weil die letzten beiden Tage anstrengend waren … und nach der Anstrengung bestellst du dir Pasta und kriegst in der Schweiz einen kleinen Teller für 25 Franken, von dem niemand satt wird; ich hätte das Dreifache essen mögen. In Basel suchte ich die Hebel-Büste vor […]

Flucht aus Byzanz

Donnerstag, den 23. Juni 2022

Flucht aus Byzanz heißt ein Buch von Joseph Brodsky, dem russischen Literatur-Nobelpreisträger von 1987. Darin stehen unvergessliche Sätze über die Literatur und die Sprache, und ergänzen sollen sie ein paar Erkenntnisse von Paul de Man, einem belgischen Linguisten. Als ich Brodskys Auszüge wiederlas, war das wie ein Déjà lu (schon gelesen), ein Wiedererkennen von vergessen […]