Archiv der Kategorie 'Phänomene'

Anekdoten von Philosophen

Mittwoch, den 6. Januar 2021

Philosophen und Wissenschaftler pflegen ihre eigene Sprache und leben in ihrem System. Auch sie gelten als zerstreut (das Schicksal vieler, die von einem Thema beherrscht werden) und als sonderbar, mehr noch als die anderen vorgestellten Künstler, da ihre Werke viel Hingabe vom Leser verlangen. Der Leser, der Philosoph: Wie immer sind die Männer unter sich.

Die längste Nacht

Dienstag, den 22. Dezember 2020

Die vergangene Nacht war die längste des Jahres. Oder ist es die kommende Nacht? Das heißt jedenfalls Wintersonnenwende und gibt Anlass zu Freude: Die Tage werden wieder länger! Die Märchen und Mythen haben immer wieder Geschichten für die Phänomene der Erde gefunden, etwa für Tag und Nacht. Ich spürte eine Erzählung aus der vedischen Literatur […]

Meine Mutti

Samstag, den 29. August 2020

Heute wird meine Mutti, die Friedl, 91 Jahre alt. Im Juli ging’s ihr mal schlecht, da dachten wir schon, es geht zu Ende. Nun aber freut sie sich wieder, sitzt in ihrem Sessel, grinst oder hat die Augen geschlossen, deutet mal irgendwohin im Raum und sagt etwas dazu, das aber dunkel bleibt. Sie ißt und […]

Super U-ebersetzung

Dienstag, den 14. Juli 2020

Heute ist französischer Nationalfeiertag, quatorze juillet (der 14. Juli). Vor 231 Jahren wurde die Bastille erstürmt, und die Revolution brach los, die Adel und König hinwegfegte. Dann kam Napoleon Bonaparte. Glückwunsch hinüber über den Rhein, allerdings mit einem Wermutstropfen: mit einem bitteren Beitrag, aber passend, weil es um die Bitterkeit von Kaffee geht und unsere […]

Affen im Weltraum

Sonntag, den 28. Juni 2020

Warum Affen im Weltraum? Gegenfrage: warum nicht? Der Journalist zum Beispiel muss sich diese Gegenfrage verkneifen; er muss wissen warum, er braucht einen Anlass (ein Ereignis oder ein Jubiläum, was ja auch nur ein Pseudo-Anlass ist und der oberflächlichsten einer). Man könnte auch über Affen schreiben, indem man schreibt, warum man über Affen schreibt, und […]

Vom Verschwinden der DDR (4): Ausgesteuert

Dienstag, den 9. Juli 2019

Die Tour de France ist im Gang. Vor über 50 Jahren, 1967, fuhr Dieter Wiedemann sie mit, kämpfte sich hinter Tom Simpson den Mont Ventoux hoch und schlug sich achtbar: 52. von 88, die das Ziel erreichten. Um Wiedemann geht es in dem Buch Das Rennen gegen die Stasi von Herbie Sykes aus dem Jahr […]

Vom Verschwinden der DDR (1): Plattgemacht

Samstag, den 9. März 2019

In diesem Jahr jährt sich zum dreißigsten Mal der Mauerfall, und ich dachte mir, eine kleine Serie zum Verschwinden des Staates Deutsche Demokratische Republik wäre angebracht. Immer am neunten eines Monats — und wir fangen mit dem 9. März an, wobei mir auffiel, dass dies einmal ein wichtiger Tag für mich war. Darum ein paar […]

Im Würgegriff des Automobils

Samstag, den 2. März 2019

Eine US-amerikanische Studie nennt uns die Städte auf der Welt, die am meisten von Autos zugestaut sind. Nicht nur wird das Leben für Fußgänger zur Hölle, auch die Autofahrer leiden. In Bogotà in Kolumbien stehen sie in einem Jahr im Schnitt 12 Tage im Stau. 12 ganze Tage sitzen sie hilflos in ihren Kisten.

Das Elend mit dem Reißverschluss

Dienstag, den 6. November 2018

Der Reißverschluss sollte eigentlich Ziehverschluss heißen, denn reißen sollte man nicht am Läufer. So sinnvoll dieses Gerät, das unsere Kleider dicht macht, auch ist, so ärgerlich ist es auch. Das Elend mit dem Reißverschluss!

Gewerbegebiet

Samstag, den 13. Oktober 2018

Das Gewerbegebiet steht da wie ein Ausdruck von Nicht-Geist, wie eine Zeltstadt, zwischen deren Behausungen sich Asphalt spannt. Da wird also produziert, verwaltet, gehandelt. Vor den weißen Hauskästen stehen schwere Limousinen, als seien deren Inhaber jederzeit bereit zur Flucht. Die findet statt: Wenn Dienstschluss ist.