Schau nicht zurück

web108 am 1. April 2021 um 00:03

»Es ist Zeit, sagt der Wirt, die Glocken läuten schon. Aber schauen Sie nicht zurück!« So endet das Buch Späte Gäste von Gertrud Leutenegger, einer 1948 in Schwyz geborenen Autorin. Erst im vergangenen Jahr erschienen. Sehr gut. Ich will mehr »

Crossroads

web108 am 31. März 2021 um 00:03

»Ich stehe an der Kreuzung«, sang der Texaner Calvin Russell (1948-2011), »und viele Straßen kann man nehmen … Eine führt ins Paradies, eine andere zum Ruhm, eine dritte in die Freiheit, und ich schwör dir, unterscheiden kann man sie nicht.« Sein Crossroad ist ein großartiges Stück, live von ihm hier dargeboten, und es folgt eine kleine Geschichte zur Kreuzung.  Ich will mehr »

Angekommen

web108 am 30. März 2021 um 00:18

Robert Walser war ein unermüdlicher, fast gewalttätiger Wanderer. Immer wieder machte er sich auf den Weg. Eine Wanderung am Weihnachtstag 1956 war seine letzte; man fand seinen leblosen Körper in einem Schneefeld. Vielleicht hat er in diesem Text vorweggenommen, was ihm geschah: empfangen zu werden, endlich zu Hause angekommen zu sein. Ich will mehr »

Wandern im Hades

web108 am 29. März 2021 um 00:17

Der zweite Text von Robert Walser spielt im Nebel. Die Gestalten sind schwarz, die  Hoffnung ist fern. So mag es denjenigen gehen, die, weil sie nichts glaubten oder negativ eingestellt waren, nach dem Tod in einem Zwischenreich verweilen müssen ― je nach Kulturkreis Limbo, barzakh, Hades oder Fegefeuer ―, bevor es weitergeht. Auch da bäumt sich der Lebenswille auf, und alles kann gut werden. Ich will mehr »

Drei Utopien

web108 am 28. März 2021 um 00:17

Im Bodenseebuch 1943 stehen drei Texte von Robert Walser (1878-1956), die zu schön sind, um dort eingeschlossen zu bleiben. Die Szenerien wirken derart irreal, dass es sich um Erfahrungen in einer anderen Welt handeln könnte. Und doch ist alles innig und intim geschildert, herzerwärmend: Das war Walsers Kunst. Ich will mehr »

Deine Korrespondentin

web108 am 27. März 2021 um 00:44

Bei irgendeiner Suche im Netz fiel mir die Seite Deine Korrespondentin auf. Nach ein paar Sekunden dachte ich mir: Das musst du unterstützen! Mit einer Spende. Und setz‘ sie auf die manipogo-Blogroll! Zehn freie Journalistinnen berichten aus der Welt und schreiben über mutige, arme und interessante Frauen. Ihr Online-Magazin gründeten sie am 4. Mai 2015 in Berlin, und zum Gück gibt es das Unternehmen noch. Ich will mehr »

Homöopathie und Covid-19

web108 am 26. März 2021 um 00:15

Die Ärzte halten nichts, aber auch gar nichts von der Homöopathie. Alles Humbug, denken sie, und der deutsche Gesundheitsminister als deren ausführender Arm plante schon Erschwernisse für die Homöopathen, als ihn die Corona-Krise ablenkte und ihm alles abverlangte. Ein Autor im neuen Naturheilkunde-Journal (März 2021, Kulmbach) meint jedoch: Ja, homöopathische Substanzen helfen gegen die Symptome der vom Virus bedingten Krankheit.     Ich will mehr »

Witwenverbrennung

web108 am 25. März 2021 um 00:27

Ein Beitrag aus der Reihe »schreckliche Gebräuche der Menschheit«. Für ein Manuskript hatte ich das Thema Witwenverbrennung bearbeitet, und ich las Sir James Fraser dazu und schrieb: »Der Tod der treuen Frau sollte die rasche Wiederaufnahme der Ehe im Himmel sichern. Noch im Jahr 1987 opferte sich die junge Inderin Roop Kanwar im Bundesstaat Radschasthan auf, und ihr Freitod wurde von Tausenden verfolgt.« Ich will mehr »

Verbrennt mich!

web108 am 24. März 2021 um 00:17

Am 10. Mai 1933 verbrannten in 22 deutschen Städten Nazi-Sympathisanten Bücher von ihnen verhassten Autoren — solche, die der Macht nicht gefielen, und unter ihnen waren viele von hohem Rang. Eine Liste der verbotenen Autoren wurde erstellt, Bibliotheken wurden von »undeutschem Schrifttum« gesäubert. Da meldete sich jemand mit einem Brief zu Wort … Ich will mehr »

Rückkehr ins Leben: Von der Schippe

web108 am 23. März 2021 um 00:59

Hinrichtungen verlaufen meist tödlich, sagen wir in 9999 von 10.000 Fällen. Es gab immer das ungeschriebene Gesetz, dass jemand, der durch einen Irrtum oder Ungeschicklichkeit dem Tod von der Schippe sprang, seiner Wege gehen darf. Ich habe einige wahre und erfundene Anekdoten darüber gesammelt; dahinter steckt wohl der Wunsch nach einem Wunder und dass das Unabänderliche noch abwendbar sei. Ich will mehr »