Anbrandendes Licht

web108 am 23. Juni 2020 um 00:39

»Einfallendes Licht« hätte ich es gern genannt, doch das hatte ich schon mal, in der manipogo-Frühzeit. Dieses Licht, das plötzlich alles überschwemmt, das hereindrängt und sich an die Stelle der Szene setzen will … Viele erzählen vom Eintritt in ein weißes Reich nach dem Leben, in dem das Licht jedoch weder blendet noch bedrängt, eher wie ein warmes Medium ist, in dem man sich wohl fühlt wie nie zuvor. Ich will mehr »

Seide

web108 am 22. Juni 2020 um 00:42

Das schmale Buch Seide von Alessandro Baricco war ein Weltbestseller, liest man. In 32 Sprachen übersetzt. Ich bekam es zufällig in der Hand und las es in zwei Stunden. War auch bezaubert und will auf manipogo etwas dazu sagen. Das Buch ist symbolträchtig, aber gleichzeitig kommen einen Zweifel an, ob man etwas darüber sagen kann. Warum, das sage ich gleich. Ich will mehr »

Citrinitas

web108 am 21. Juni 2020 um 00:19

Gar nicht so einfach, einen Beitrag mit Gelbfärbung zustande zu bringen. Da musste ich schon gründlich suchen, doch ein paar gelbe Autos, Häuser, Kleider hat man immer mal fotografiert. Gelbfärbung oder Citrinitas ist im Großen Werk der Alchimisten die Vorstufe des Höhepunkts, dem Rubedo, denn Rot ist natürlich der Endpunkt und der Stein der Weisen. Also Gelb, die auch den Geist symbolisiert und das Zentrum — und die Sonne sowieso und den längsten Tag des Jahres. Ich will mehr »

Erinnerungen einer Überflüssigen

web108 am 20. Juni 2020 um 00:35

Vor 100 Jahren ging Lena Christ aus dem Leben, das nach schwerem Beginn schließlich doch frendlich mit ihr war. Ihr Buch Erinnerungen einer Überflüssigen machte sie zu einer der beachtetsten Autoren der Wendezeit zum 20. Jahrhundert. Als ich im Januar in Bayern war, las ich das Buch, weil es etwas Bayerisches sein sollte. Harter Stoff, das steckt man nicht so schnell weg. Ich will mehr »

Der Tag wird kommen

web108 am 19. Juni 2020 um 00:08

So hieß ja der Polizeiruf vom vergangenen Sonntag. Ist der einzige Krimi, den ich am Fernsehen sehe, den aus Rostock; ist überhaupt meine einzige Fernsehkost, und dann lege ich eine weiße Decke über das (24 Jahre alte) Gerät und lasse es schweigen. Bis wieder mal Rostock kommt. Nachdem das Team Odenthal/Kopper nicht mehr existiert, bin ich jetzt Fan von Buckow/König. Ich will mehr »

Flugverkehr (100): Die Elster als Botin

web108 am 18. Juni 2020 um 00:03

Der 100. Flugverkehr. Revolutionär. In dem Buch Türkische Märchen fand ich eins, in dem ein Vogel vorkommt, der dann aber ausbleibt. Kein Flugverkehr also; langes Warten; vermutlich vergebliches Warten, und weil die Elster nicht kommt, bleibt alles, wie es ist. Auch der Engel Aloisus alias Alois Hingerl hätte zur bayerischen Regierung fliegen sollen, versumpfte aber wieder einmal im Hofbräuhaus, und drum fehlt der Regierung die göttliche Eingebung. (Dieser Satz strich die Zensur damals, vor 100 Jahren, dem Ludwig Thoma.) Ich will mehr »

Hingabe

web108 am 17. Juni 2020 um 00:33

Hingabe heißt im Arabischen islam. Der Gläubige unterwirft sich. Nonnen vermählen sich Christus, Kirchenmänner weihen sich Gott, der Geliebte gibt sich der Geliebten hin. Erst wer sich seines Ichs entledigt und sich demütigt, kann Liebender sein. Westliche Liebesgeschichten sind nur ein Abklatsch davon, so sehr sie auch von den Medien in einen religiösen Umkreis gerückt werden.  Ich will mehr »

Flugverkehr (99): Die Bienen

web108 am 16. Juni 2020 um 00:52

Der Vorname Melissa bedeutet die Honigbiene. Die Nymphe Melissa der griechischen Mythologie entdeckte den Nutzen des Honigs und half, ihn zu verbreiten. Befassen wir uns etwas mit den Bienen, aus verschiedenen Blickwinkeln. Wir sprechen über den Koran, die Bienenfabel und den Film Der Bienenzüchter. Danach werdet ihr mehr wissen, und jedes Wissen ist nützlich. Ich will mehr »

15. Juni (1940)

web108 am 15. Juni 2020 um 00:26

Schon vor längerem hatte ich mir vorgenommen, heute den Roman La mort dans l’âme von Jean-Paul Sartre zu beginnen, der 1949 herauskam. Warum heute? Weil die erste Überschrift so lautet: »New York, 9 Uhr am Vormittag, 15. Juni 1940.« Dann beginnt die Handlung. Heute sollte auch die Grenze zu Frankreich nach drei Monaten wieder geöffnet worden sein, und um Frankreich und Deutschland geht es in dem Romanzyklus Die Wege der Freiheit von Sartre.   Ich will mehr »

Rote Radln

web108 am 14. Juni 2020 um 00:12

Rote Fahrräder wäre der korrekte Titel. Rote »Radl« wäre falsch, denn das Rad ist auf Bayerisch das Radl, und siehe die Mehrzahlbildung bei der Zwiebel und der Gabel: zehn Zwiebeln, zwölf Gabeln. Nach den roten Autos nun rote Fahrräder. Michael aus Weilheim hatte bemängelt, das das Fahrrad kaum mehr vorkomme bei manipogo. Stimmt, ich hatte eine lange Pause, aber nun radle ich wieder und »poste« scheene Radln. Ich will mehr »