Schauerromantik und seltsame Heilige

web108 am 2. Oktober 2012 um 00:18

Zwei Kunstausstellungen sind zu würdigen, für die ich mich zuständig fühle, weil sie das Okkulte und Künstlerische berühren: Schwarze Romantik im Frankfurter Städel-Museum, seit vergangenem Mittwoch eröffnet, und Narren, Künstler, Heilige in der Bundeskunsthalle Bonn, bereits seit 31. August zu sehen.  Ich will mehr »

Mein verborgenes Auge

web108 am 1. Oktober 2012 um 00:55

manipogo hat nun exakt 100 Abonnenten, wenn »Feeds« das bedeutet. Frohlocken! Nun aber ist nichts vorbereitet! Ich muss also bloggen, wenn bloggen heißt: drauflos schreiben. Am besten eine Plauderei über eine Veranstaltung, die ich soeben besucht habe: die Vernissage von Kunst auf der Liegewiese im Freiburger Fauler-Bad. Ich will mehr »

Lehnstuhlreisen

web108 am 30. September 2012 um 01:17

Ich reise wirklich gern, aber derzeit genieße ich eine häusliche Phase. In meiner Buchhandlung fand ich einen jener schönen Prestel-Führer: über Venedig, 1965. Ich hätte mich mit ihm in einen Lehnstuhl gesetzt, besäße ich einen; so war’s ein Sofa, auf dem ich als ersten Satz des Autors Hugh Honour las: »Dieses Buch ist für den Besucher Venedigs bestimmt und nicht für den Lehnstuhl-Reisenden.« Spielverderber.   Ich will mehr »

Michaelistag

web108 am 29. September 2012 um 00:39

Heute ist Michaelistag. Der Name Michael ist hebräisch und heißt »Wer ist wie Gott«. Mein Bertelsmann-Volkslexikon von 1956 sagt: »Erzengel u. Schutzengel des Volkes Israel im A. T. (Daniel), Volksheiliger der Deutschen.« Das war mir neu. Aber schauen wir, was es mit diesem Erzengel auf sich hat.  Ich will mehr »

Die Spiegelwelt

web108 am 28. September 2012 um 01:12

Vor einem Jahr herrschte glanzvolles, heißes Wetter, und ich fuhr mit dem Rad an den Flüssen Doubs, Sâone und Rhône entlang in acht Tagen ans Mittelmeer, Les-Saintes-Maries. Der stille Doubs regte sich kaum, und so konnte ich schöne Motive fotografieren, die sich im Wasser spiegelten. Das brachte mich hinterher auf eine Idee. 

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Die schlafenden Schönen

web108 am 27. September 2012 um 01:11

Ein wunderbares, ganz und gar ungewöhnliches Buch von Yasunari Kawabata ist Die schlafenden Schönen. In einem Etablissement dürfen alte Männer gegen Bezahlung schlafende junge Mädchen betrachten; anschauen ist erlaubt, ja, aber nicht berühren. Das ist überirdisch schön geschildert. Ich will mehr »

Schönheit und Trauer

web108 am 26. September 2012 um 01:18

Tina Stadlmayer hat in den 1990-er Jahren in Tokio als Korrespondentin für deutsche Tageszeitungen gearbeitet. Sie lebt in Hamburg. In ihrem Bücherregal stehen viele Werke japanischer Autoren; ich griff mir Schönheit und Trauer heraus, das letzte Buch des ersten Literatur-Nobelpreisträgers (1968) seines Landes: Yasunari Kawabata (Japaner nennen ihn mit dem Nachnamen zuerst: Kawabata Yasunari). Ich will mehr »

Die Bürger-Bibliothek von 1422

web108 am 25. September 2012 um 00:30

Was sind schon 20 Jahre! Exakt vor 600 Jahren gab Pfarrer Johann von Ember in Braunschweig den Auftrag, ein Bibliotheksgebäude zu bauen. Es ist das älteste in Deutschland, und die »Liberei« war ab 1422 eine der ersten Bürger-Bibliotheken Europas − noch vor Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks (1454). Die Liberei steht noch heute und kann angeblich besichtigt werden. Ich will mehr »

Das Geisterfunkhaus

web108 am 24. September 2012 um 00:48

Nalepastraße war früher in Berlin unter Eingeweihten eine bekannte Adresse: Hier residierte der Rundfunk der Deutschen Demokratischen Republik. Direkt an der Spree steht er noch, der 1954 errichtete imposante Klinkerbau mit seinem markanten Turm. Doch seit 20 Jahren wird aus ihm nicht mehr gesendet. Das Ungetüm ist stumm: ein Geisterfunkhaus. Ich will mehr »

Ritter ohne Burg und Adel

web108 am 23. September 2012 um 00:25

Wo kommen wir her, wo gehen wir hin? Ich weiß nun über beides Bescheid. Bei Wikipedia heißt es in dem Eintrag Poser (Adelsgeschlecht), die Familie sei nach dem im Jahr 1200 erwähnten Ort Poseritz auf der Insel Rügen benannt. Ich fuhr also mit dem Zug von Hamburg nach Stralsund und dann mit einem Rad die 15 Kilometer in den Ort, wo mein adeliger Vorfahr lebte. Ich will mehr »