Kunst und Wirklichkeit

web108 am 1. April 2014 um 01:31

Damit der Spargel (die Spargeln) es warm hat (haben), sind viele Felder unter Plastikplanen verschwunden, die von Ziegelsteinen festgehalten werden, damit sie der Wind nicht wegbläst. Dann kommt eine Bö daher, aus der Ferne, streicht über die Plane (the plain/the plane – die Ebene), die sich bläht und in Wellen wirft – und das sieht aus, als rauschten Meereswellen an den Strand. Ich will mehr »

Lob des Schattens

web108 am 31. März 2014 um 01:02

Am Ende des Monats wollen wir, damit es mit dem Licht nicht überhandnimmt, uns noch einmal an den Satz des Ungarn Sándor Màrai erinnern: »Doch im Licht kann man nur baden, wie im Ozean – man kann nicht auf Dauer darin leben, es betäubt.« Der japanische Schriftsteller Tanizaki Jun’ichiro (1886-1965) hat ein Buch über die Ästhetik in Japan geschrieben, das Lob des Schattens heißt. Ich will mehr »

Luminale 2014

web108 am 30. März 2014 um 01:27

Das Licht verfolgt uns diesen Monat. Am 2. hatte es damit angefangen, und nun, am vorletzten Tag des März, muss es ein Beitrag über die Offenbacher Luminale sein, eine Biennale der Lichtkultur. Es ist eine fünftägige Veranstaltung mit Installationen und Performances an 30 Orten, und da es um das Licht geht (lateinisch lumen), wirkt das alles erst in der Nacht. Ich will mehr »

Begegnungen im alten Japan

web108 am 29. März 2014 um 01:16

Bei einem Flohmarkt mitgenommen: Das Kopfkissenbuch einer Hofdame von Sei Shonagon, die von 977 unserer Zeitrechnung bis um 1020 lebte. Natürlich ist das wieder eine privilegierte Situation, denn die Adeligen im alten Japan und ihre Bediensteten hatten nichts zu tun, schrieben Gedichte und gingen spazieren. Die Bauern schufteten, waren für die Clique am Hof vermutlich gar nicht existent. Ich will mehr »

Haben

web108 am 28. März 2014 um 01:37

Schwierig, nach den östlichen Weisheiten der vergangenen Tage wieder auf die Erde zurückzukehren! Man müsste besser leben (moralisch besser) und mehr lieben … und ich dachte mir, eigentlich sind es der Egoismus und die Besitzansprüche, die viele unglücklich machen. Ich fand dazu auch etwas. Ich will mehr »

Die Befreiung des Lichts

web108 am 27. März 2014 um 01:02

Das System des Persers Mani (216-275), Manichäismus genannt, müsse zu den bedeutenden Religionen der Menschheit gerechnet werden, schrieb Hans Jonas in seinem Buch Gnosis, und zur manichäischen »Befreiung des Lichts« meinte er: »Diese kosmische Vision hat etwas unleugbar Großartiges.« Der Gelehrte war begeistert. Ich bin’s auch. Ich will mehr »

Angst vor dem Licht

web108 am 26. März 2014 um 00:55

Das Tibetische Totenbuch – schwierige Sache. Es ist eine Welt, die uns fremd ist. Die Bilderwelt schockiert uns, denn nach dem Tod tritt da jeden Tag eine andere Gottheit auf mit einem anderen grellen strahlenden Licht, und sie hat manchmal acht Arme und sechs Beine, und einmal kommen auch die bluttrinkenden Gottheiten, und das wirkt wie einem Bild von Hieronymus Bosch entnommen. Ich will mehr »

Hell und Dunkel

web108 am 25. März 2014 um 00:53

Licht und Dunkelheit– das kann uns noch lange beschäftigen. In allen Weisheitslehren spielt das eine Rolle. Das chinesische Buch der Wandlungen, das I-Ging, ist eines der wichtigsten Werke aller Zeiten. In ihm ist, wie der Übersetzer Richard Wilhelm schrieb, »die reifste Weisheit von Jahrtausenden verarbeitet«. Ich will mehr »

Jerusalem

web108 am 24. März 2014 um 01:31

Schreiben wir mal über Jerusalem. So ein schönes Wort! Es ist nicht nur eine heilige Stadt der Juden (und auch der Moslems), sondern auch eine Utopie. Als letzten Satz eines Buches schrieb André Kaminski: »Damit schließe ich und wünsche Ihnen, wie es die Juden zum Abschied zu tun pflegen: Nächstes Jahr in Jerusalem!« Wir schließen noch nicht, wir fangen erst an. Ich will mehr »

Rettet den Bindestrich!

web108 am 23. März 2014 um 01:35

Werbung für Gold. Da steht die Web-Adresse, und eine Stimme sagt: »Degussa minus Goldhandel-De-E.« Was ist Degussa ohne seinen Goldhandel? Nichts. Degussa ist Goldhandel. Was wäre meine Sparkasse »minus Staufen minus Breisach«? Eine Bank ohne Heimat, ohne Sitz. Ich weiß nicht, wie es zu diesem Schwachsinn kam. Ich will mehr »