Das andere Paar

web108 am 7. Juni 2021 um 00:01

Noch eine Passage aus einem meiner nicht erschienen Manuskripte. Es geht um die Vereinigung von Mann und Frau. Der Philosoph Weizsäcker hatte als Physiker Schwierigkeiten mit den beiden Teilchen, deren »Unterschied wir irreversibel beschreiben können«, die dann jedoch, weit voneinander getrennt, reagierten, als wären sie ein zusammengekoppeltes Objekt. Wie kann etwas zwei sein und doch eines? Ich will mehr »

Verwandlungen

web108 am 6. Juni 2021 um 00:36

Zu unserem derzeitigen Thema Einheit/Verschmelzung fiel mir plötzlich etwas ein. Da war etwas … in der Kritischen Ausgabe plus. Es war mein Beitrag Verwandlungen vom 24. März 2006. Ich hatte in Büchern drei Stellen gefunden, in denen jemand sich auf jemand anderes projiziert — oder diesen Menschen in sich spürt.   Ich will mehr »

Du bist ich: anta anȃ

web108 am 5. Juni 2021 um 00:58

Ich und Du brauchen einander, Buber hat das schön beschrieben, und wenn sie einander ganz dringend brauchen, dringen wir in den Bereich der Mystik vor, und dann sind zwei manchmal eins oder du bist ich und ich bin du; zeitweise. Alte persische Sufi-Meister haben dazu viel zu sagen, und dass das verwirrend klingt, ist normal: Vieles in der Mystik ist nicht ausdrückbar.  Ich will mehr »

Einswerdung

web108 am 4. Juni 2021 um 00:58

Die »vermählten« Schnecken aus dem gestrigen Beitrag müssen einen an das EPR-Paradoxon erinnern, eines der kniffligsten Probleme der Quantenphysik. Da wird es fürs Denken wieder erregend, man kann drauflosspekulieren. Wir halten uns aber erst einmal an die Fakten, die abenteuerlich genug sind. Folgt mir! Ich will mehr »

Der Schnecken-Telegraf

web108 am 3. Juni 2021 um 00:57

Umwerfende Dinge wurden erfunden — und dann nicht weiterverfolgt. Oder ein besseres System tauchte auf. Wäre der Äther nicht gefunden worden, hätte man noch Jahrzehnte Petienten hypnotisiert und dann operiert. Wären nicht das Morsen und das Senden durch Strahlen erfunden worden, wir hätten vielleicht noch lange Zeit uns via Schnecken unterhalten, kurios: die sofortige Übermittlung mittels eines der langsamsten Vertreter der Tierwelt.  Ich will mehr »

Radfahren in Mumbai

web108 am 2. Juni 2021 um 00:51

Ein Fahrradbeitrag im Juni muss her, da manipogo den Monat Juni geradezu bodenständig angefangen hat: auf 1699 Metern Höhe, in Zermatt. Man kann sich das Gegenteil des Schweizer Dorfes nicht vorstellen; wenn man kurz nachdenkt, wäre es Mumbai, 1 Meter über dem Meer gelegen, 15 Millionen Einwohner, mit dem Umkreis 28 Millionen. Mein Blick fiel auf einen tollen Artikel übers Radfahren in Mumbai …   Ich will mehr »

Zermatlantis

web108 am 1. Juni 2021 um 00:30

SDC10477Am 1. Mai hatten wir sieben Mal das Matterhorn, also soll es heute, am Beginn des Juni, das Zermatt-Museum sein: Zermatlantis. Da sind viele Entdeckungen zu machen, und Fotos wechseln sich darum mit Textstellen ab. Man durfte sogar fotografieren! Tauchen wir ein. Ich will mehr »

Was sich Deola denkt

web108 am 31. Mai 2021 um 00:59

Die Puttana contadina von Cesare Pavese (1908-1950) ist nicht so überzeugend, nehmen wir besser Pensieri di Deola. Ich übersetze es mal (und auf so etwas freue ich mich immer). Mal Atem holen nach den manipogo-Texten mit ihren bedeutenden Gedanken; andererseits denke ich mir: Wieviel steht doch in einer deutschen Tageszeitung, jeden Tag: ein Vielfaches von manipogo, vielleicht tausend Mal so viel (doch alles so verdünnt und oberflächlich: unbedeutend).  Ich will mehr »

Die ehrbare Hure

web108 am 30. Mai 2021 um 01:09

Das kleine Theaterstück von Jean-Paul Sartre (1905-1980), 1946 erschienen, hieß auf Deutsch Die ehrbare Dirne. Im Original: La putain respectueuse. Das französische putain ist vulgär und bedeutet Hure oder Nutte, aber das meinte man damals deutschen Leserinnen und Lesern nicht zumuten zu können. Meine französische Ausgabe von 1947 (Gallimard) hat La P… respectueuse auf dem Titel. Putain war damals so unaussprechlich wie für Frauen 100 Jahre zuvor die Hose, siehe den Beitrag über das Saiten-Heft mit dem Velo. Ich will mehr »

Straße der Schande

web108 am 29. Mai 2021 um 00:54

Die Unterdrückung der Frau lag dem japanischen Regisseur Mizoguchi Kenji (1898-1956) sehr am Herzen. Sein letzter Film Street of Shame (Akasen chitai, 1956) spielt in einem Bordell der Großstadt, in der »Straße der Schande«, und gezeigt wird uns ein Ausschnitt aus dem Leben der fünf Angestellten, deren Routine durch das drohende Verbot der Prostitution im Ruin enden könnte. Ich will mehr »