Georg Heym

web108 am 16. Januar 2020 um 00:24

Aus einem Regal einen dünnen Band über Lyrik des Expressionismus gefischt. Ein Liebesgedicht darin fand ich bemerkenswert. Sein Autor, Georg Heym, wurde nur 25 Jahre alt. Er wurde 1887 in Hirschberg (Jelenia Góra) geboren, studierte, schrieb 500 Gedichte und 7 Novellen, wollte zum Militär, wurde angenommen, starb aber nicht im Ersten Weltkrieg, sondern ertrank schon lang davor, am 16. Januar 1912 beim Eislaufen in Berlin. Er gilt als einer der wichtigsten deutschen Lyriker des Expressionismus.  Ich will mehr »

Rockmusik und Erleuchtung

web108 am 15. Januar 2020 um 00:29

Conscious TV ist ein unabhängiger englischer Fernsehsender, der seit November 2007 an die 500 Programme realisiert hat. Zu den Schwerpunkten Nicht-Dualität und Spiritualität werden interessante Menschen interviewt, und mir fiel auf, dass einige von ihnen mit Rockmusik zu tun hatten wie ich ja auch, und diese Passion hat mich nicht verlassen.  Ich will mehr »

Lied der Zulima

web108 am 14. Januar 2020 um 00:18

Ich blätterte die zerlesenen Blätter mit ein paar Novalis-Gedichten durch und fand eines, das gut an den Beitrag von gestern anschließt. Heimweh nach dem Osten, Leid im fernen Land, Untergangswünsche. Um die Wende zum 19. Jahrhundert blickten die Dichter über die Grenzen und träumten von Indien und vom Orient. Märchen und Liebesgedichte wurden übersetzt. Ich will mehr »

Tagore erzählt

web108 am 13. Januar 2020 um 00:46

Rabindranath Tagore, der indische Literatur-Nobelpreisträger von 1913, schrieb Ende des 19. Jahrhunderts für Zeitschriften, also für Geld, rund 80 Kurzgeschichten. Giovanna erwarb 100 Jahre nach seiner Ehrung in Indien einen schönen Band mit einer Auswahl aus diesen Erzählungen. Ich las um die Jahreswende darin herum und versuche darzustellen, was für uns interessant sein könnte. Ich will mehr »

Wie war es?

web108 am 12. Januar 2020 um 00:39

Reisen in die Unterwelt gehören zu vielen Sagen vieler Kulturen, und es gibt sie in Märchen und in der Literatur. Die Göttliche Komödie von Dante Alighieri, die eine einzige Jenseitsfahrt ist, habe ich immer nur am Rande behandelt. Jetzt will ich den 11. Gesang der Odyssee von Homer schildern und auch wieder einmal an Spoon River von Edgar Lee Masters erinnern. Darin erinnern sich die Hinübergegangenen an ihren Tod und das Leben davor. Ich will mehr »

Der Korrespondent (3): Angstmache

web108 am 11. Januar 2020 um 00:39

Ein befreundeter Heilpraktiker aus Norddeutschland schreibt mir, die meisten seiner Patienten hätten einfach Angst: vor vielen Dingen. Eine weitere große Patientengruppe klage über Verdauungsprobleme, Ursache vermutlich Antibiotika oder zuviel Stress. Dazu das Ergebnis einer umfangreichen Befragung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland: 25 Prozent leiden unter Depressionen. Bedenklich. Ich will mehr »

Der Korrespondent (2): Wein und Wahrheit

web108 am 10. Januar 2020 um 00:16

Vielleicht sollte ich dieses Jahr mehr über dieses Land sprechen. Der Korrespondent hört ja so allerlei und kann es ruhig publizieren. Kürzlich, noch vor Weihnachten, schenkte mir mein Winzer eine Literflasche Gutedel und schüttete mir dabei sein Herz aus (und zum Glück nicht den Wein). Ich will mehr »

Der Korrespondent

web108 am 9. Januar 2020 um 00:15

Als Korrespondent aus einem fernen Land zu berichten, ist für viele ein Traum. Doch wird heute das Korrespondentennetz immer weiter ausgedünnt. Die Zeitungen verlieren an Auflage und haben nicht mehr viel Geld, und seit Internet weiß man ohnehin alles, und die Leute schmoren sowieso in ihrem eigenen Saft. Sie bekommen What’s-App-Miniberichte von Freunden und wollen nicht unbedingt wissen, was in Bangkok oder Lagos abgeht. Was hier abgeht, kriegt man durch Gespräche so nebenbei mit. Schauen wir mal! Ich will mehr »

Wer sind die Opfer?

web108 am 8. Januar 2020 um 00:43

Ein Artikel in einer gesonderten Ausgabe der Zeitung La Repubblica hatte groß das Bild des »Todesfahrers« von Bruneck unter der Überschrift und handelte wohl ab, was vor dem Massaker passiert war — im Leben des Killers, wie viele Medien bereitwillig das Leben eines Attentäters oder Massenmörders examinieren. Man will wissen, wie das geschehen konnte. Aber es ist gefährlich.  Ich will mehr »

Schlachthaus

web108 am 7. Januar 2020 um 00:46

Als ich vor zehn Tagen anlässlich des Todes von Gaia und Camilla Marco Pierfranceschi zitierte, kam mir der Ausdruck Schlachthaus (mattatoio) etwas degoutant vor.  Jetzt, nach dem fürchterlichen Unfall in Südtirol, nicht mehr. (In der Online-FAZ  nichts darüber. Die lieben ja die Autoindustrie.) Vorvergangene Nacht sind auch zwei Frauen, 34 und 43 Jahre alt, nach dem Besuch einer Disco in Senigallia von einem Betrunkenen totgefahren worden. Sie gingen am Straßenrand zu ihrem Auto und wurden von dem Wagen ins Feld geschleudert. Ich will mehr »