Im Anfang: das Wort

web108 am 6. Januar 2020 um 00:43

Gestern war der zweite Sonntag nach Weihnachten. In den Kirchen wurde der berühmte Prolog des Johannes-Evangeliums verlesen: »Im Anfang war der Logos — das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.« Man könnte ein Buch über diesen Satz schreiben, aber manipogo macht es kürzer und versucht, ähnlich prägnant wie der Evangelist zu sein, der gern mit einem Adler verglichen wurde, der mit einem Augen in den Himmel, mit dem anderen auf die Erde blickt. Ich will mehr »

Freitagabend, Fernseh-Talk, seltsame Phänomene

web108 am 5. Januar 2020 um 01:24

Meine Schwester rief mich an: »Sie reden im Nachtcafé über Esoterik, und Lucadou ist dabei. Schalt doch ein!« Ich hatte monatelang nicht ferngesehen und musste erst diverse Kabel verbinden. Doch es gelang. Ich hatte also Südwestrundfunk und das Nachtcafé, sah ein paar Teilnehmer und hielt es auch eine Viertelstunde aus. Es ging um Esoterik und seltsame Phänomene. Ich will mehr »

Clemens Eich

web108 am 4. Januar 2020 um 00:58

Nach Eichendorff nun Eich, Clemens. Sein Vater Günter war ein ausgez-eich-neter Lyriker. Seine Mutter hieß Ilse Aichinger, heiratete 1953 Eich und arbeitete auch unter Inge Aicher-Scholl, der Ehefrau von Otl Aicher, sicher kein Zufall. Wer schreibt, hört auf Reime und Namen. Clemens veröffentlichte Gedichte, dann (1995) den Roman Das steinerne Meer, der sehr gelobt wurde. Ich will mehr »

Flugverkehr (89): Verflogen

web108 am 2. Januar 2020 um 00:02

Joseph von Eichendorff (1788-1857), dessen Gedichte unsterblich bleiben, war fast 30 Jahre im preußischen Staatsdienst tätig und wurde Geheimer Regierungsrat, bevor er mit 56 Jahren nach einer schweren Krankheit in den Ruhestand ging. Den Vaganten, Träumer und sehnsüchtig Liebenden in sich ließ Eichendorff in seinen Gedichten frei, und weil Freiheit ihm wichtig war, treten als deren Sinnbild immer wieder Vögel auf. Die suchen das Licht und den Himmel, und manchmal verfliegen sie sich sogar. Ich will mehr »

Zu süß

web108 am 31. Dezember 2019 um 00:48

Nehmen wir uns für das Neue Jahr etwas vor? Das ist irgendwie persönlich, aber ich will nächstes Jahr etwas liebevoller mit mir umgehen. Keine harten Radtouren mehr, keine Solo-Reisen, eher am Rhein an der Sonne liegen und viel lesen. Doch dann, nach Weihnachten, fiel mir noch etwas ein: weniger Süßes essen. Wie viele Plätzchen, Pralinen und Stücke Christstollen ich in mich reinsteckte! Wieviel von dem Zeug rumlag, Schoko-Nikoläuse und elegante Schokolade und Dominosteine und Zimtsterne! Das hat System. Ich will mehr »

Flugverkehr (88): Unser Blick von oben

web108 am 30. Dezember 2019 um 00:53

Viele Gedanken melden sich. Die müssen alle in einen Beitrag rein, mit dem das Jahr ausklingt. Ich weiß, manipogo ist manchmal too much: zu viel, zu schwierig, zu abgehoben. Doch ich schreibe primär, um selbst ein Thema zu begreifen, und was durchkommt — davon sucht ihr euch einfach etwas aus, und vielleicht bleibt ja was haften und regt zum Weiterdenken an. Damit ins Jahr 2020! Das Interesse ist mäßig, die Balken der Tage sehen aus wie eine Flatline bei einem, der nicht mehr atmet. Damit sind wir schon beim Thema: unser grafischer Blick auf die Welt. Ich will mehr »

Rosemary rebooted

web108 am 29. Dezember 2019 um 00:47

Rosemary Ringer fing nach einer Biopsie stark zu bluten an, kam ins Krankenhaus und verlor exakt dann das Bewusstsein, als ihr Herz zu schlagen aufhörte. Erst nach zehn Minuten fing es wieder an. Sie erzählte, was sie erlebte: Sie habe gedacht hey, wie kann das sein, stirbst du? Nein, du bist tot! Sie trieb von ihrem Körper weg und sagte sich, das alles ist ja keine große Sache, wenn ich das gewusst hätte! Und dann … Ich will mehr »

Allheit

web108 am 28. Dezember 2019 um 00:39

Manchmal kann Philosophie einen fesseln: Wenn sie zum Beispiel etwas zum Bewusstsein beitragen kann und zu der Frage, wie wir zu unserem Ich kommen. Dieter Henrichs, geboren 1927 und Begründer der Heidelberger Schule, aht soeben das Buch herausgebracht Das Ich, das viel besagt und nimmt Bezug auf Kant und auf Fichte, der etwas Unerhörtes behauptete. Ich will mehr »

Camilla und Gaia

web108 am 27. Dezember 2019 um 00:56

Vor einer Woche starben zwei 16-jährige Mädchen in Rom durch ein Auto. Sie wollten nach Mitternacht über die Straße, den Corso Francia, um ihre Klassenkameradinnen zu erreichen, und da kam der Wagen, gelenkt von einem 20-Jährigen, und traf sie voll. Die Mädchen Gaia und Camilla wurden in die Luft geschleudert. Jede Hilfe kam zu spät. Es war der erste Tag ihrer Schulferien. Und es war kurz vorm Heiligen Abend. Ich will mehr »

Aufstieg der Seele (2)

web108 am 26. Dezember 2019 um 00:41

Weihnachten II. Die US-Zeitschrift Light veröffentlichte 1935 das Zeugnis eines Mediziners, der dem zwölfstündigen Todeskampf seiner 73 Jahre alten Tante beigewohnt hatte. Es ist feierlich, ist geradezu eine Zeremonie, die der Arzt — Riblet B. Hout aus Goshen, USA —, der sich als »sensitiv« bezeichnete, miterlebte und exakt protokollierte. Auch dies eine »schwere Geburt«. Ich will mehr »