Archiv der Kategorie 'Literatur'

Anne Sexton

Sonntag, den 27. Juni 2021

Beenden wir unsere Gedicht-Reihe wiederum mit einer Anne, Anne Sexton. Ihren Namen hatte ich Peter Gabriel aussprechen hören, bei einer Live-Aufnahme von Mercy Street in Mailand; bald danach (2004) sah ich ihn mit seiner Truppe bei einem Auftritt in Rom. »A boat«, sagt Peter Gabriel zur Einleitung, »piccola barca«, und das kommt in dem Gedicht 45 […]

Silhouette

Freitag, den 25. Juni 2021

Noch zwei Gedichte aus Feuer und Rhythmus seien gestattet. Es sind kurze Gedichte darüber, wie das Leben auch sein kann: leicht, berauschend, ästhetisch. Sie stammen von zwei Dichterinnen, die sich einen Namen machten, Annette M’Baye und Efua Theodora Sutherland. Die erste wurde 1926 in Senegal geboren und lebt (und schreibt vielleicht) noch, die zweite (1924-96) […]

Anne Ridler, Dichterin

Dienstag, den 22. Juni 2021

Man kann sicher sein, dass ebensoviele Frauen Gedichte schrieben und schreiben wie Männer. Aber dann … Ich schaute das Inhaltsverzeichnis von drei Sammelbänden mit Lyrik in meinem Bestand durch und zählte: 184 Männern mit ihren Werken standen 8 Frauen gegenüber. Eklatant! Diese Frauen bekommen nun Raum auf manipogo, denn da müssen wieder mehr Gedichte rein!

Die Schamlose und der Idiot

Donnerstag, den 10. Juni 2021

Bei Dostojewski tickt nichts im Gleichtakt. Am besten hat mir immer der Roman Der Idiot gefallen, der 1868/69 in Fortsetzungen veröffentlicht wurde und 20 Jahre später auf Deutsch. Da gibt es eine qualvolle Schlüsselszene, die auf manipogo gerafft zum Abdruck kommen soll. Fürst Myschkin, 26 Jahre alt, ist aus einer Heilanstalt in der Schweiz wieder […]

Zwei Herzen im Gleichtakt

Mittwoch, den 9. Juni 2021

Bestechend, wie Joseph Roth, von dem wir den heiligen Trinker hatten, das Aufflammen der Liebe beschreibt, wenn zwei Körper voneinander angezogen werden, weil die Seelen zueinander gefunden haben. Der folgende Auszug ist aus der Erzählung Stationschef Fallmerayer. 

Was sich Deola denkt

Montag, den 31. Mai 2021

Die Puttana contadina von Cesare Pavese (1908-1950) ist nicht so überzeugend, nehmen wir besser Pensieri di Deola. Ich übersetze es mal (und auf so etwas freue ich mich immer). Mal Atem holen nach den manipogo-Texten mit ihren bedeutenden Gedanken; andererseits denke ich mir: Wieviel steht doch in einer deutschen Tageszeitung, jeden Tag: ein Vielfaches von […]

Die ehrbare Hure

Sonntag, den 30. Mai 2021

Das kleine Theaterstück von Jean-Paul Sartre (1905-1980), 1946 erschienen, hieß auf Deutsch Die ehrbare Dirne. Im Original: La putain respectueuse. Das französische putain ist vulgär und bedeutet Hure oder Nutte, aber das meinte man damals deutschen Leserinnen und Lesern nicht zumuten zu können. Meine französische Ausgabe von 1947 (Gallimard) hat La P… respectueuse auf dem […]

Herz der Finsternis (2)

Montag, den 24. Mai 2021

Im April machte ich Frühjahrsputz und trennte mich auch von 100 meiner vielleicht 800 Bücher. Manchmal fällt es mir schwer, und im letzten Augenblick ziehe ich das Buch, das ich in ein Regal stellen wollte, wieder zurück und schaue hinein. Da war das ziemlich kaputte Taschenbuch Herz der Finsternis von Joseph Conrad, ein Diogenes-Band von […]

Rückkehr ins Leben (2): Wer will ihn?

Sonntag, den 23. Mai 2021

Der Glöckner von Notre Dame ist bekannt, geschrieben von Victor Hugo (1802-1885). Sehr opulent geschildert, bis Seite 195 hielt ich durch, denn das Drama deutet sich schon an, und darauf hatte ich keine Lust. Doch eine Episode vom Beginn erinnerte mich lebhaft an den manipogo-Beitrag vom März über die Menschen, die nicht hingerichtet wurden. Hugo […]

Unter dem Garten

Samstag, den 24. April 2021

Dies hier schließt passgenau an den letzten Satz im gestrigen Beitrag an: William Blake und die blaue Blume. Der englische Dichter und Maler lebte von 1757 bis 1827, kannte also vermutlich die sinnreiche blaue Blume aus dem Roman Heinrich von Ofterdingen von Novalis (1800). Die ersehnte blaue Blume der Romantik! Doch wir denken an ein […]