Archiv der Kategorie 'Literatur'

15. Juni (1940)

Montag, den 15. Juni 2020

Schon vor längerem hatte ich mir vorgenommen, heute den Roman La mort dans l’âme von Jean-Paul Sartre zu beginnen, der 1949 herauskam. Warum heute? Weil die erste Überschrift so lautet: »New York, 9 Uhr am Vormittag, 15. Juni 1940.« Dann beginnt die Handlung. Heute sollte auch die Grenze zu Frankreich nach drei Monaten wieder geöffnet […]

Am Meer

Freitag, den 5. Juni 2020

Langsam sehnt man sich wieder danach, zu reisen. Undenkbar (für Italiener): ein Jahr ohne Strandurlaub. Drei Monate war ich nicht mehr in meiner Bucht neun am Rhein-Kanal. Was sagen meine Schwäne? Vermissen sie mich? Und wieviel Müll wird wieder daliegen! Aber selber daliegen an einem Sommertag und übers Wasser schauen, das wär’s … Drei schöne […]

Arnolphe: sprachlos

Donnerstag, den 28. Mai 2020

Die Schule der Frauen von Molière (1622-1673) ist köstlich, und man hat es schnell gelesen. Damals gegen Ende des 17. Jahrhunderts war alles in Reimen geschrieben, und das muss man erstmal ins Deutsche kriegen. Rainer Kohlmayer hat es, glaube ich, geschafft, aber ich übersetze gern selbst, aber nur ein paar Stellen, die die Komik auf […]

Die Sonne Italiens

Montag, den 18. Mai 2020

Der Mai wird auf manipogo anscheinend zum Italien-Monat, angetrieben von dem Gedanken, dass diese Tourismussaison für unsere Freunde nicht stattfinden wird. Den Verlust beziffern zu wollen (66 Milliarden, heißt es), ist lächerlich. Wir haben etwas verloren, doch werden entschädigt durch eine neuerliche Italien-Sehnsucht, die sich vielleicht im Jahr 2021 erfüllen darf — und die Sidorow […]

Tagesanbruch, Italien

Sonntag, den 17. Mai 2020

Ich habe im Werk von Mario Luzi ein wunderschönes Gedicht entdeckt, das ich hier übersetzen muss. Ich will es über manipogo allen zugänglich machen, denn ist ist eine Hymne und ist mehr Gebet denn Gedicht. Jeden Tag geht die Sonne auf, und im April ergoss sich ihr Licht jeden Morgen voll und ungezügelt ins Zimmer, […]

Die Befugten

Freitag, den 15. Mai 2020

Römisches Erinnerungsbuch hat Werner Bergengruen (1892-1964) seine Beobachtungen in der Ewigen Stadt genannt, in der er um 1949 wohnte. Das ist alles schön geschrieben und tief gedacht, gehört aber einer längst vergangenen Epoche an. Doch eine Bemerkung (in Klammern) ist außerordentlich.

O tsuki!

Donnerstag, den 7. Mai 2020

Wieder Vollmond! Ich habe mir hundert japanische Gedichte aus frühen Jahrhunderten angeschaut, die im Internet Sacred Text Archive zu finden waren. Es sind Tanka-Gedichte vom 7. bis zum 12. Jahrhundert, und Tanka heißt: 31 Silben, aufgeteilt in 5 Zeilen im System 5-7-5-7-7. Wir werden gleich sehen, wie das aussieht, und dazu habe ich japanische Bilder […]

Der Sturm

Montag, den 4. Mai 2020

Die Zeit nannte Donald Trump Anfang April »Prinz Prospero« — und spielte damit auf Edgar Allen Poes Erzählung Die Maske des Roten Todes an. Prospero zieht sich mit Hunderten Feiernden im pestverdorbenen Venedig in eine alte Abteil zurück und lässt die Epidemie draußen; doch der Rote Tod findet seinen Weg … Die Geschichte, von manipogo […]

Homeless

Samstag, den 2. Mai 2020

Eigentlich hatte ich ein Stück von Adorno zitieren wollen, aber ich lasse es sein. Zu viel Text auf diesen Seiten, zu schwierig; ich nehme mir vor, künftig kürzer zu schreiben und mehr Beiträge mit Bildern zu bringen. Der Mai ist nun schon fertiggestellt (ich bin immer 3 bis 4 Wochen im voraus), aber — haltet […]

Josefs Tag

Freitag, den 1. Mai 2020

Sogar in manchen Kantonen der Schweiz ist der 1. Mai ein Feiertag, etwa in Basel-Stadt und -Land sowie in Zürich. Die Nationalsozialisten führten den Tag der nationalen Arbeit 1933 ein, und in jenem Jahr wurde er erstmals gefeiert. Hitler hielt eine Rede vor Hunderttausenden auf dem Tempelhofer Feld in Berlin. Zehn Jahre nach dem Krieg […]