Archiv der Kategorie 'Alte Wege'

Die Sühne blieb aus

Donnerstag, den 28. Januar 2021

Sühne: ein edles deutsches Wort, das heute kaum mehr gebraucht wird. Für ein Verbrechen zahlen, dafür zur Rechenschaft gestellt werden, es sühnen. Das größte Menschheitsverbrechen der Weltgeschichte blieb weitgehend ungesühnt. Von den Tausenden Tätern wurden nur wenige vor Gericht gestellt; die meisten bauten sich wieder eine bürgerliche Existenz auf und starben an Altersschwäche.

Kollektive Unschuld

Mittwoch, den 27. Januar 2021

Vor 75 Jahren wurde Auschwitz befreit, und von da an wurde allmählich der Massenmord an den Juden offenbar, und die Deutschen waren gezwungen, sich damit zu konfrontieren. Das taten sie aber nicht. Niemand hat jedoch das ganze Volk kollektiv beschuldigt, was Samuel Salzborn in einem Buch von Mai 2020 hervorhebt; dennoch zogen es die Deutschen […]

Positive Beispiele

Dienstag, den 29. Dezember 2020

Am Ende des Jahres will manipogo positiv sein, wenngleich das Adjektiv seit diesem Jahr etwas angegriffen ist. Wir haben ja gesagt, Hoffnung sei nötig. Blicken wir zurück in jene schauerliche Epoche von 1942 bis 1944, als die Nationalsozialisten Juden zu Hunderttausenden deportierten. Ich will nicht dauernd darauf herumreiten, doch da ich mich wochenlang wieder damit […]

Sein und Bewusstsein

Mittwoch, den 11. November 2020

»Das Sein bestimmt das Bewusstsein«, sagte Karl Marx. Als in dem Roman Traum ist teuer von Arnold Zweig darauf hingewiesen wurde, hatte ich Lust, darüber nachzudenken und will es dabei so einfach wie möglich halten, weil ich auch wenig darüber weiß. Denken wir also ein wenig herum, es lohnt sich.

Denken um 1460

Sonntag, den 4. Oktober 2020

Warum muss man es sich immer schwer machen? Das ist der Sinn von manipogo: Wir wollen etwas herausfinden und beisteuern und fragen uns mal, wie man im Mittelalter gedacht hat und wie es kam zu den Sprüchen von Gottes Wille und Gottes Strafe, warum man so ausgedehnt diskutierte und so grausam war. Dazu schaue ich […]

Balinesenfrauen

Sonntag, den 6. September 2020

Vor einer Woche waren wir zufällig bei Indonesien gelandet, und solch ein Thema macht sich dann selbstständig und bietet sich selber an. Ich entdeckte ein kritisches Gedicht von Theodor Fontane (1818-1889) über die Niederländer auf Bali, doch zuvor muss kurz die Kolonialgeschichte des Staates mit seinen 17.508 Inseln vorgestellt werden. Das liest man auf Wikipedia, […]

Geben statt nehmen

Freitag, den 4. September 2020

Ist das denkbar: eine Welt ohne Ökonomie, ohne Konsum, ohne Arbeit? Vielleicht muss man das bei Marx nachlesen, im Kapital. Eine Gesellschaft will, dass alle ihre Mitglieder leben können: also Arbeitsteilung und Warentausch, dann soziale Sicherung (oder Nächstenliebe). Einige Indianerstämme Nordamerikas hatten interessante Modelle einer Volkswirtschaft, die auf dem Geben beruhen, schauen wir mal.

Böse, böse

Freitag, den 10. Juli 2020

Einen kleinen Gedanken, den ich hatte, kann ich mit den letzten Sätzen des Buches Das Verschwinden des Josef Mengele verbinden, das der Aufbau-Verlag auf der Rückseite mit »Auf den Spuren des Bösen — der internationale Bestseller« anpreist. Da treten schwierige Fragen auf, über die man seit 2000 Jahren nachdenkt.

Josef Mengele aus Günzburg

Donnerstag, den 9. Juli 2020

Das Buch Das Verschwinden des Josef Mengele ist anscheinend ganz neu als Taschenbuch im Aufbau-Verlag erschienen. 2017 kam es auf Französisch erstmals auf den Markt. Wurde ein Bestseller. Steht auch auf dem Buch: »Bestseller«. Über den Verfasser (der Franzose Oliver Guez, 1974 geboren) steht auf dem Titel: »Der Autor der Stunde« (Süddeutsche Zeitung). Der übliche […]

Viale dei Colli Portuensi

Dienstag, den 19. Mai 2020

Vor 20 Jahren war in Rom das Heilige Jahr, was nur alle 50 Jahre stattfindet, doch ich erinnere mich kaum mehr an etwas. Einmal hatte ich ja über meine Jahre in Rom gesprochen, doch ich kann einmal die Bilder unserer Wohnung veröffentlichen. Sie war superelegant, doch das war nicht mein Verdienst, ich war gewissermaßen Trittbrettfahrer, […]