Die Befugten

web108 am 15. Mai 2020 um 00:42

Römisches Erinnerungsbuch hat Werner Bergengruen (1892-1964) seine Beobachtungen in der Ewigen Stadt genannt, in der er um 1949 wohnte. Das ist alles schön geschrieben und tief gedacht, gehört aber einer längst vergangenen Epoche an. Doch eine Bemerkung (in Klammern) ist außerordentlich. Ich will mehr »

Rossana Rory

web108 am 14. Mai 2020 um 22:17

I soliti ignoti wollte ich mir anschauen, wieder so eine italienische Filmkomödie von 1962. Die üblichen Verdächtigen heißt der Titel, es ist eine Gaunerkomödie mit immerhin Marcello Mastroianni und Vittorio Gassman, und gedreht hat sie Mario Monicelli. Zwanzig Minuten kann man das aushalten, dann wird die Blechmusik auf der Soundspur zu nervig und das Herumgehampele der Akteure zu hektisch. Nur eine Frau fällt auf, die cool und schön abseits steht wie eine Göttin: Rossana Rory. Ich will mehr »

Der Überholer

web108 am 12. Mai 2020 um 00:34

Zwei Jahre nach dem Wachsamen und La dolce vita erschien, 1962, die italienische Filmkomödie Il sorpasso. Dino Risi drehte sie mit Vittorio Gassman und dem blutjungen Jean-Louis Trintignant in den Hauptrollen. Il sorpasso ist der Überholvorgang, was sich nicht als Titel eignet, aber Verliebt in scharfe Kurven, damals der deutsche Verleihtitel, ist gräßlich und schob den Film, durch dessen Oberfläche Tragik und Tiefsinn schimmern, in die Ballermann- und Softporno-Ecke. Ich will mehr »

Der Wachsame

web108 am 10. Mai 2020 um 00:45

Der Wachsame heißt Il Vigile auf Italienisch, und das ist auch das Wort für den »Schutzmann«, wie der Polizist früher hieß. Und eine italienische Komödie von Luigi Zampa aus dem Jahr 1960 heißt so. Den Titelhelden Otello Celletti spielt der beliebte römische Schauspieler Alberto Sordi (1920-2003). Die Geschichte ist lehrreich, lustig und tragisch zugleich — und eminent politisch, denn Italien und seine Kunst litten immer unter ihrer politischen Klasse. Ich will mehr »

Roma, città aperta

web108 am 8. Mai 2020 um 14:10

Rom, offene Stadt ist ein Film von Roberto Rossellini aus dem Jahr 1946. Als Deutschland stillstand, habe ich mir ein paar italienische Nachkriegsfilme angeschaut. Heute vor 75 Jahren endete in Europa der Zweite Weltkrieg. Das heißt: schon lange her. Und vor 100 Jahren stellte sich Benito Mussolini als »Duce« (Führer) an die Spitze der faschistischen Bewegung seines Landes. Lange her.  Ich will mehr »

O tsuki!

web108 am 7. Mai 2020 um 00:09

Wieder Vollmond! Ich habe mir hundert japanische Gedichte aus frühen Jahrhunderten angeschaut, die im Internet Sacred Text Archive zu finden waren. Es sind Tanka-Gedichte vom 7. bis zum 12. Jahrhundert, und Tanka heißt: 31 Silben, aufgeteilt in 5 Zeilen im System 5-7-5-7-7. Wir werden gleich sehen, wie das aussieht, und dazu habe ich japanische Bilder mit dem Vollmond gefunden. Der Mond = tsuki. Ich will mehr »

Rom, kurzer Rückblick

web108 am 6. Mai 2020 um 00:51

Jetzt, heute, in diesen Tagen hätte ich in Rom sein wollen, wie mir Anfang des Jahres vorschwebte. Ich hatte Romano wiedersehen wollen und meine im Paranormalen forschenden Freunde auch. Mir fielen erneut Aufzeichnungen in die Hände über meine Lektüre des Gregorovius. Wie gut er beschreibt, dass die römisch-katholische Kirche das Erbe der Caesaren übernahm! Nun weiß man nicht, wer das Erbe der Kirche übernimmt, die abgewirtschaftet hat. Ich will mehr »

Der Sturm

web108 am 4. Mai 2020 um 00:52

Die Zeit nannte Donald Trump Anfang April »Prinz Prospero« — und spielte damit auf Edgar Allen Poes Erzählung Die Maske des Roten Todes an. Prospero zieht sich mit Hunderten Feiernden im pestverdorbenen Venedig in eine alte Abteil zurück und lässt die Epidemie draußen; doch der Rote Tod findet seinen Weg … Die Geschichte, von manipogo längst verarbeitet, erschien 1842; doch schon 1611 wurde The Tempest von William Shakespeare aufgeführt, in dem ebenfalls ein Prospero die Hauptrolle spielt … Ich will mehr »

Homeless

web108 am 2. Mai 2020 um 00:54

Eigentlich hatte ich ein Stück von Adorno zitieren wollen, aber ich lasse es sein. Zu viel Text auf diesen Seiten, zu schwierig; ich nehme mir vor, künftig kürzer zu schreiben und mehr Beiträge mit Bildern zu bringen. Der Mai ist nun schon fertiggestellt (ich bin immer 3 bis 4 Wochen im voraus), aber — haltet aus! Im Keller habe ich meinen Roman ausgedruckt vorgefunden, da heißt er noch Rudis Projekt (wurde später zu Tod am Tiber), und ich habe ihn selber mit Aquarellen illustriert, mal etwas unbeholfen mal sehr schön. Das ist was!   Ich will mehr »

Josefs Tag

web108 am 1. Mai 2020 um 00:07

Sogar in manchen Kantonen der Schweiz ist der 1. Mai ein Feiertag, etwa in Basel-Stadt und -Land sowie in Zürich. Die Nationalsozialisten führten den Tag der nationalen Arbeit 1933 ein, und in jenem Jahr wurde er erstmals gefeiert. Hitler hielt eine Rede vor Hunderttausenden auf dem Tempelhofer Feld in Berlin. Zehn Jahre nach dem Krieg (1955) widmete Papst Pius XII.  den Tag dem Gedenken an Josef den Handwerker: an den Mann Marias und Stiefvater Jesu, traditionell Patron der Arbeiter. Ich will mehr »