Beobachterinnen/Beobachtete

web108 am 30. August 2021 um 00:48

Ich habe aus vielen hundert Diapositiven 70 digitalisieren lassen, und aus dem Ergebnis kann ich bequem einige Beiträge basteln. Es sind oft Fotos aus meiner Frühzeit, als ich noch mit einer uralten Agfa Sillette und später mit meiner Pentax Spotmatic 500 fotografierte. Ich habe drei Fotos von Beobachterinnen ausgewählt (schauende Frauen) und sie um drei Fotos von Beobachteten (Männer als Beiwerk der Landschaft) ergänzt.   Ich will mehr »

92 Jahre, mit Humor

web108 am 29. August 2021 um 00:43

Heute wäre meine Mutti 92 Jahre alt geworden. Doch am 17. April ist sie gestorben. Wenn sie ihr Alter hören, nicken die Leute beifällig: gutes Alter. Will heißen: Ist ja okay. Aber was bedeuten schon diese Zahlen? Ich bin froh, dass sie es hinter sich hat. Nun geht es ihr besser, da bin ich sicher. Kurz nach ihrem Tod kamen Zeichen von ihr, doch dann: Sendepause. Irgendwann, da bin ich sicher, meldet sie sich. Ich will mehr »

Der Meister hat Geburtstag

web108 am 28. August 2021 um 00:15

Wieder einmal ein Geburtstag Goethes: der zweihundertzweiundsiebzigste. Wir gratulieren! Statt ein paar langer Balladen bietet manipogo Sinnsprüche und Aphorismen des Meisters aus Weimar, des Frankfurters von Geburt, des Römers nach Wahl, des frühen Kosmopoliten. Goethe hat alles richtig gemacht, scheint uns, und schlau war er, sensibel, philosophisch und weitblickend: eine Zierde Deutschlands! Ich will mehr »

Lodernde Sinnlichkeit

web108 am 27. August 2021 um 00:26

Ich besitze sogar das Buch eines bulgarischen Lyrikers: Pejo Jaworow heißt er und sein Lyrikband Den Schatten der Wolken nach. Seine Gedichte hielten Kollegen für genial, seinen Namen — Kratscholow — für hässlich. Also tauften sie ihn um, und der junge Mann nahm den Namen an. Er war ein hochbegabter Lyriker und sein Ende tragisch. Wieder eine unglückliche Liebesgeschichte. Ich will mehr »

Mihail und Veronica

web108 am 26. August 2021 um 00:25

Eine Kollegin nannte mir den Namen des bedeutendsten rumänischen Dichters, ich merkte ihn mir und erzähle nun von ihm. Mihail Eminescu heißt er, wurde 1850 geboren und starb 1889. In Veronica Micles verliebte er sich als junger Mann, und ihr widmete er seine Gedichte, sie betete er an, doch die Verbindung zu legalisieren schaffte er nicht. Lieder schwärmte er sie an.  Ich will mehr »

In der Hölle, auf ewig (?)

web108 am 25. August 2021 um 00:18

»Du bist nichts anderes als dein Leben«, sagt Inès zu Garcin, der beklagt hatte, er sei zu früh gestorben. Ach, man sterbe immer zu früh, erwidert Inès leichthin. In dem übersitzten Raum hinter verschlossenen Türen sitzt noch Estelle, sie sind zu dritt. Garcin ruft aus: »Ach, das ist ein Witz! Wir brauchen keinen Grill; die Hölle, das sind die Anderen.« Und am Ende des Theaterstücks sagt er: »Na gut, machen wir weiter.« Ich will mehr »

Was wir sind

web108 am 24. August 2021 um 00:35

Nachdem ich den Artikel über Carl Gustav Jungs Nahtod-Erfahrung geschrieben hatte, ließ mich nicht los, was der Schweizer darüber gesagt hatte: Die Vergangenheit sei ihm schlagartig genommen worden; er war das, was er war und schwebte zudem in einem (Zeit-)Raum, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eins waren. Ich will mehr »

Flugverkehr (126): Zwei Mal Abflug

web108 am 23. August 2021 um 00:43

Nahtod-Erfahrungen gab es vermutlich schon immer, nur wurden sie anders genannt oder nur mündlich weitergegeben. Wir sehen uns heute zwei berühmte Fälle an, weil Giulio Caratelli und Maria Luisa Felici in ihrem Februar-Heft Il Mondo del Paranormale sie vorstellen. Der Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung hatte sein Erlebnis 1944, der Fall von Doktor A. S. Wiltse wurde schon 1889 beschrieben. Ich will mehr »

Sakrale Medizin

web108 am 22. August 2021 um 00:48

Vor einem Monat musste ich einmal bei einem Allgemeinarzt in Heitersheim Papiere für einen Bewohner abholen. Ich betrat also das Gebäude der Vereinsbank und ging hoch ins Dachgeschoß — auf grauem Teppichboden die Treppe hinan. Zwei beschäftigte Assistentinnen, die mich gar nicht wahrnahmen. Weiße Wände. Ein Monitor, auf dem es hieß: Ist Ihre Netzhaut in Ordnung? Schauen Sie dieses Raster an. Ich will mehr »

Heilbringende Wellen

web108 am 21. August 2021 um 00:27

Taniguchi Masaharu (Nachname zuerst; 1893-1985) verkaufte von einem Buch Leben aus dem Geiste (1964) in Japan acht Millionen Exemplare. Er vertrat die Bewegung Seicho-No-Ie, die dem Geist absolute Priorität einräumte und das Einssein mit Gott predigte. Der Autor spricht von erstaunlichen Heilungen durch den Willen und den Glauben — es ist der Placebo-Effekt, bewusst hervorgerufen. Ich will mehr »