Münder ohne Ohren

web108 am 7. April 2014 um 01:35

Man hat so viele Sachen im Hirn, aber doch recht zuverlässig gespeichert. Als mein Blick im Stadion des SC Freiburg auf die Aufschrift Block L fiel, fiel mir ein Artikel ein, der in einem Ordner zu Hause schlummerte: Overcoming the Dreaded L-Block. L-Block nannte ein Autor das Problem, dass Ärzte nicht zuhören (listening block); anscheinend ist der März bei manipogo der Medizin (und dem Licht) gewidmet. Ich will mehr »

Der Papagei

web108 am 6. April 2014 um 00:55

Der letzte Auszug aus den Krishnamurti-Papieren Commentaries on Living (1980) ist schon wieder lange her. Vergangenen Juli war es. Nehmen wir den Faden wieder auf und übersetzen wir ein kleines Stück, in dem ein Papagei auf einem Ast sitzt. Ein grüner Papagei ist es, einfach so. Ich will mehr »

Das störrische Kalb

web108 am 5. April 2014 um 00:54

Milton H. Erickson war der berühmteste Hypnose-Arzt des 20. Jahrhunderts und beeinflusste viele Psychologen. Er lebte von 1901 bis 1980, und man wundert sich, wie er das schaffte, weil er schon als Kind ins Koma fiel, drei Mal an Kinderlähmung erkrankte, an Polio und einen Allergie-Schock überlebte. Er war ein Kämpfer. Schon als Kind, erinnerte er sich, hatte er eine Eingebung, die schon alles vorwegnahm, was er später erreichen sollte. Ich will mehr »

Tiere, die man sieht

web108 am 4. April 2014 um 00:54

Erst vor ein paar Tagen habe ich mir einen Foto-Ordner Tiere eingerichtet – als ich am Canal du Rhône hinter Mulhouse eine Bisamratte gesehen hatte, am Ufer, die sich aufrichtete und ins Wasser glitt. Da fielen mir die anderen Tiere ein, die ich vom Fahrrad aus abgelichtet hatte. Ich will mehr »

Frühlingsgedichte

web108 am 3. April 2014 um 00:49

Zum Frühling ein paar Gedichte aus der japanischen Heian-Periode, die vom 8. bis zum Ende des 12. Jahrhunderts dauerte. Ich übersetze die französischen Versionen, die Bernard Frank erstellte und die in der Anthologie de la poésie japonaise classique (Gallimard, Paris) veröffentlicht wurden. Ich will mehr »

Ein Unfall

web108 am 2. April 2014 um 00:19

Gestern wollte ich eine Rennradtour wiederholen, die vor einer Woche wegen einer Reifenpanne hinter Mulhouse nicht vollzogen wurde. Es war die fünfte Reifenpanne bei sieben Ausfahrten gewesen, und ich kapierte es einfach nicht. Gestern sah alles gut aus, neue Schläuche, Fahrer in Form, doch schon am Heitersheimer Bahnhof, nach fünf Kilometern, zischte es hinten: Luft entwich. Umkehren. Reifen wechseln. Ich will mehr »

Kunst und Wirklichkeit

web108 am 1. April 2014 um 01:31

Damit der Spargel (die Spargeln) es warm hat (haben), sind viele Felder unter Plastikplanen verschwunden, die von Ziegelsteinen festgehalten werden, damit sie der Wind nicht wegbläst. Dann kommt eine Bö daher, aus der Ferne, streicht über die Plane (the plain/the plane – die Ebene), die sich bläht und in Wellen wirft – und das sieht aus, als rauschten Meereswellen an den Strand. Ich will mehr »

Lob des Schattens

web108 am 31. März 2014 um 01:02

Am Ende des Monats wollen wir, damit es mit dem Licht nicht überhandnimmt, uns noch einmal an den Satz des Ungarn Sándor Màrai erinnern: »Doch im Licht kann man nur baden, wie im Ozean – man kann nicht auf Dauer darin leben, es betäubt.« Der japanische Schriftsteller Tanizaki Jun’ichiro (1886-1965) hat ein Buch über die Ästhetik in Japan geschrieben, das Lob des Schattens heißt. Ich will mehr »

Luminale 2014

web108 am 30. März 2014 um 01:27

Das Licht verfolgt uns diesen Monat. Am 2. hatte es damit angefangen, und nun, am vorletzten Tag des März, muss es ein Beitrag über die Offenbacher Luminale sein, eine Biennale der Lichtkultur. Es ist eine fünftägige Veranstaltung mit Installationen und Performances an 30 Orten, und da es um das Licht geht (lateinisch lumen), wirkt das alles erst in der Nacht. Ich will mehr »

Begegnungen im alten Japan

web108 am 29. März 2014 um 01:16

Bei einem Flohmarkt mitgenommen: Das Kopfkissenbuch einer Hofdame von Sei Shonagon, die von 977 unserer Zeitrechnung bis um 1020 lebte. Natürlich ist das wieder eine privilegierte Situation, denn die Adeligen im alten Japan und ihre Bediensteten hatten nichts zu tun, schrieben Gedichte und gingen spazieren. Die Bauern schufteten, waren für die Clique am Hof vermutlich gar nicht existent. Ich will mehr »