Die deutschen Nihilisten

web108 am 14. November 2012 um 03:29

Wir hatten es mit Schwerin, der Hauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns. Da las ich im Dom auf einer Wandtafel, wie bereits einmal erwähnt, dass von den knapp 100000 Einwohnern nur 13 Prozent dem christlichen Glauben angehören. Als ich vor der Weiterfahrt in der Bahnhofshalle stand, fiel mein Blick auf ein Buch in einer Schnäppchen-Kiste. Ich will mehr »

Es geht ums Geld

web108 am 13. November 2012 um 01:19

Es geht ums Geld im neuen Heft der »Kritischen Ausgabe« aus Bonn. Im 16. Jahr schon legt die K. A. ihre Zeitschrift für Germanistik & Literatur auf, und so sind schöne Themenhefte entstanden, deren vollständige Aufzählung auf ihrer Internetseite einzusehen ist. Auf dieser Seite — nur zur Erinnerung — hatte ich über sechseinhalb Jahre meine Kolumne Ausreißversuche, den manipogo-Vorläufer. Ich will mehr »

Erinnerungsarbeit

web108 am 12. November 2012 um 01:55

Sich erinnern ist eine Arbeit. Erinnert man sich je, wie es wirklich war? Wie war es denn »wirklich«? Im alten ägyptischen Mythos heiratet Isis ihren Bruder Osiris, der König über das fruchtbare Land wird. Bruder Seth bekommt die Wüste zugeteilt und ist wütend. Er tötet Osiris (das Kain/Abel-Motiv, der Viehzüchter gegen den Ackerbauern) und verstreut dessen Glieder. Isis weint und trauert. Doch mit ihrer Schwester Nephthys sammelt sie Osiris Gebeine ein. Ich will mehr »

Ein Erinnerungstag

web108 am 11. November 2012 um 02:45

Am elften elften um elf Uhr war endlich alles vorbei. (Für andere fängt um elf Uhr elf etwas an, die fünfte Jahreszeit, aber die lassen wir heute einmal beseite.) Morgens um 5.20 Uhr war an jenem Tag im Jahr 1918 der Waffenstillstand unterzeichnet worden, und um elf Uhr exakt endete offiziell der Erste Weltkrieg. Deshalb ist der heutige Tag in Frankreich, Belgien und auch in Polen ein Feiertag. Im Commonwealth ist es der Remembrance Day, der Tag der Erinnerung.  Ich will mehr »

Der Reformpädagoge

web108 am 10. November 2012 um 02:19

Der Zürcher Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi (1746−1827) wollte den Kindern eine Elementarbildung angedeihen lassen, damit sie sich selber helfen könnten. »Hilf mir, es selbst zu tun«, lautet auch der Grundsatz der Montessori-Pädagogik, und »Hilfe zur Selbsthilfe« hat sich, weil es so griffig klingt, aus dem Vokabular der »Entwicklungshilfe« erhalten (die heute bestimmt anders heißt). Ich will mehr »

Ich bin nicht da

web108 am 9. November 2012 um 01:17

Das Thema des »unmotivierten« Behandlers (oder der Behandlerin) ist wichtig. Er/sie sollte nicht nur kein Motiv haben, sondern auch kein Ich. Wenn das Ich breitbeinig dasteht, kann die Energie nicht vorbeiströmen und die Lebenskraft nicht zu glühen beginnen. Wo das Ich ist, da ist kein Platz für Gott. Doch was ist das Ich? Ich will mehr »

Einfach da sein

web108 am 8. November 2012 um 02:30

Zurück in den fernen September: Da fand ich im Dom zu Schwerin auf einem Büchertisch das 30 Jahre alte Buch Die Metamorphische Methode und nahm es gegen eine Spende mit. Es behandelt die Fußreflexzonen-Massage und auch die Behandlung von Kranken. Und da heißt es: »Wie die Erde kein Motiv hat, hat auch der Behandler der Metamorphischen Methode kein Motiv.« Ich will mehr »

Über Krishnamurti

web108 am 7. November 2012 um 03:18

Was für ein Duell!  Es ist nun 3.15 Uhr. Wie sieht es in den »Battleground States« aus? Wolf Blitzer rattert die Zahlen herunter. Knapp wird es wie  vor acht Jahren. Die USA sind eben gespalten. Auf jeden Sieger kommt ein Verlierer. Stehen nicht in allen Ländern sich das linke und das rechte Lager gegenüber? Mal die, mal die anderen. Man kann tausend Mal wählen, aber am Ende ist es immer wie beim Fußball. Das Elfmeterschießen entscheidet. Krishnamurti hat darüber immer nur den Kopf geschüttet. Ich will mehr »

Hala, Wolf und Richard

web108 am 6. November 2012 um 04:24

Nun wählen sie in den USA. Ab heute Abend, 21 Uhr, wird es ernst. Wir sollten bei CNN (Cable Network News) reinschauen: »CNN is live on the ground.« Seit Monaten sind sie das. Ich sehe mir regelmäßig den International Desk um 19 Uhr an, während ich koche und danach speise. In Atlanta im US-Bundesstaat  Goergia, am Hauptsitz des Senders, ist es dann 12 Uhr. Danach geht die Moderatorin sicher auch zum wohlverdienten Essen, nachdem sie gesagt hat: »Send me a tweet!«  Ich will mehr »

Zum Pub radeln

web108 am 5. November 2012 um 02:39

Vom Kino rasch zurück nach Irland, das am Freitag einen Kurzauftritt hatte. Die Dubliners treten heute Abend in der Alten Oper in Frankfurt auf. Ich erinnerte mich vage an eine witzige Erzählung über Leute in Irland, die dem Gesetz ein Schnippchen schlagen, um zu ihrem geliebten Alkohol zu gelangen. Jetzt habe ich sie gefunden: Sie steht natürlich im Irischen Tagebuch von Heinrich Böll.  Ich will mehr »