Ostern in Rom, 1581

web108 am 11. April 2020 um 00:14

Hab schon begriffen: Herr de Montaigne interessiert nicht besonders. Aber er hat Ostern in der Heiligen Stadt miterlebt, im Jahr 1581, und das ist schon was und muss noch in manipogo rein. Ich hätte eigentlich Anfang Mai nach Rom reisen wollen, und nun muss man das um ein Jahr verschieben wie so vieles. Italien hat es schwer getroffen, der ganze Tourismus dorthin ist dahin, für dieses Jahr und vermutlich noch darüber hinaus.  Ich will mehr »

Bad guy

web108 am 9. April 2020 um 00:17

In einem Altenheim, das ich gut kenne, steht neben dem Desinfektionsmittelspender ein Schild (und das seit Jahren): Wenn Sie sich die Hände desinfizieren, töten Sie schon Millionen unserer Feinde ab, der Bakterien. Hat mich immer gestört, denn Bakterien sind nicht pauschal unsere Feinde. Wir haben sie in uns. Doch auch das jetzige Virus ist der bad guy, klar, der Killer. Doch Viren und Bakterien sind nicht böse, sie bewegen sich, dringen ein und bringen sich ein, und manchmal helfen sie uns.  Ich will mehr »

Mondmädchen

web108 am 7. April 2020 um 00:49

Viele Mythen der Welt behandeln die Entstehung von Tag und Nacht, von Mensch und Tier. In dem Buch Märchen aus Mexiko (Bechtermünz-Verlag, 1998) verliebte ich mich in das Stück Vom Sonnengott und den Mondmädchen, auch wenn es wirkt wie von einem mexikanischen Macho geschrieben, da die Mondmädchen es nicht erwarten können, mit der Sonne ins Bett zu hüpfen. Es geht in dem Märchen um die Entstehung des Mondes. Weil gerade Vollmond ist. Ich will mehr »

Schaut her!

web108 am 5. April 2020 um 00:34

Wenn man seinen Computer einschaltet und der Monitor sein Bild zeigt, merkt man (so man, wie die meisten WeltmitbürgerInnen, Windows benutzt), was anders geworden ist. Früher stoisch dasselbe Bild, abstrakt, noch bei Windows 7; nun bei Windows 10 betörend schöne Landschaften, dazu Geschwätz. Überall rufen sie uns zu: schaut her! Alle wollen etwas von uns. Und wir wollen etwas von den anderen. Alle schreien, appellieren, werben, informieren, seufzen. Jetzt ohnehin. Ich will mehr »

Flugverkehr (91): Der Zeppelin über Landsberg

web108 am 3. April 2020 um 00:19

In dem Buch Landsberg am Lech in alten Photographien (1980, Hg. Anton Huber) fand ich eine mit dem Zeppelin über der Stadt, die mir bislang entgangen war. Wie die Basler und alle anderen waren die Landsberger Bürger fasziniert von dem aufgeblasenen Koloss. Das Photo, weiter unten zu bestaunen, stammt aus dem Jahr 1912, dem Jahr übrigens, in dem die Titanic sank. Zwei Jahre später zogen die Völker in den Krieg, und vorbei war es mit der Gemütlichkeit und dem friedlichen Schweben in den Lüften.  Ich will mehr »

Rückbau

web108 am 1. April 2020 um 00:02

Fotos aus Zürich und Umgebung. Sieht alles wie ein kosmischer Witz aus, und am Jahreswechsel, als wir auf dem Zürichsee herumkreuzten und die Panta Rhei wie ein Geisterschiff vorüberglitt und das Feuerwerk vor dem Bürkliplatz inkognito blieb hinter einem Rauchvorhang, hielten wir das auch für ein ironisches Phänomen, und hätte jemand damals (ja, damals) gesagt: Am nächsten ersten April, einem Mittwoch, sind Flughafen Zürich, HB Zürich und Bahnhofstraße menschenleer, und das dauert Wochen an, dann hätten wir gedacht, was hat denn der für ’ne Droge genommen? Ich will mehr »

Schöne Welt in Schwarz und Weiß

web108 am 31. März 2020 um 00:27

Farben sind etwas Wunderbares, doch auch die Darstellung der Welt in Schwarz und Weiß hat ihre Faszination, wenn der/die Fotograf/in sein/ihr Fach versteht. (Fotos haben zum Glück kein Geschlecht.) Schwarz-Weiß-Fotos sind wie philosophische Bemerkungen, da wird die Welt abstrahiert und auf Rhythmus sowie Licht und Schatten reduziert, und so tritt manchmal etwas Wesentliches hervor. Ohne Kommentar zum Ende des Monats ein paar Meisterfotos aus Venedig und Regensburg, zum ersten Mal auf manipogo zu sehen. Wenige Menschen, leere Welt, wie schön! Ich will mehr »

Fahrt vorsichtig!

web108 am 30. März 2020 um 00:26

München, meine Heimatstadt! Die Stadt vom Valentin Karl! Da lag im Bücherregal beim Altenheim ein opulenter Bildband über die Stadt aus dem Verlag Das Beste, 1994 veröffentlicht. Auf Seite 17 war ein Bild aus der ziemlich zerstörten Stadt 1945 abgedruckt, das Karlstor (Stachus), an dem ein Transparent prangt: »Death is so permanent. Drive carefully«. Fand ich irre. Ich will mehr »

Regression

web108 am 29. März 2020 um 00:43

Man kann nichts tun außer abwarten. Eigenartig, dieser lähmende Zustand. Wir sind miteinander umgegangen wie immer, haben uns angelacht und gefeiert, und nun soll das alles aufhören? Mein Mitmensch wird zum potenziellen Risiko, und ich kann schuldlos schuldig werden: Das sind Motive wie aus der griechischen Tragödie. Es ist auch nichts daraus zu lernen. Dennoch sollten wir Vertrauen haben, abwarten und auf bessere Zeiten hoffen. Ich will mehr »

Nähe und Distanz

web108 am 28. März 2020 um 00:53

Die 1,5 Meter Abstand zum Mitmenschen hält man weitgehend ein. (Würden Autofahrer nur die vorgeschriebenen 1,5 Meter beim Überholen eines Radfahrers respektieren!) Nähe und Distanz, das ist ein wichtiges Thema. Im Seelenleben. Zur Zeit geht es um die Körper, die voneinander getrennt gehalten werden müssen, und das ist simpel, ist sozusagen ein mathematisches, ein logistisches  Problem. Solche Probleme löst unsere Gesellschaft am liebsten.   Ich will mehr »