Archiv der Kategorie 'Feuilleton'

Entkommensspiele

Dienstag, den 13. Oktober 2026

Man kann ja mal über etwas schreiben, von dem man nichts weiß und von dem man nur den Namen kennt. Wenn der Chefredakteur sagt »Machen Sie etwas darüber«, dann hast du ein paar Tage Zeit für die Recherche. Ich gebe mir eine Stunde. Internet-Recherche. Mal schauen, was passiert. Thema: Escape Games. (KI schafft’s in 5 […]

Unser großes Gefängnis

Montag, den 12. Oktober 2026

Noch als ich das Buch von Steffen Schroeder las, meldete sich Bernard Beitman in seinem Podcast mit der Frage Was uns Gefängnisse über die menschliche Natur verraten zu Wort. Das brachte eine neue Perspektive ins Spiel, denn Beitman und seine Gesprächspartnerin fragten sich: Was für eine Welt ist derzeit am Entstehen?

Der Kommissar und der Mörder

Sonntag, den 11. Oktober 2026

Steffen Schroeder spielte 9 Jahre lang bei der SOKO Leipzig den Kriminalkommissar Tom Kowalski, und während er noch im Dienst war, besuchte er (ab 2014) ehrenamtlich Micha, einen Häftling im Gefängnis Tegel. Darüber schrieb er ein Buch, das mir in die Hände fiel. Spannende Lektüre.

Wabi-Sabi

Montag, den 21. September 2026

Kintsugi führt uns zu Wabi-Sabi, einem anderen japanischen Ausdruck, über den Bücher geschrieben wurden. Es ist eine Lebenseinstellung, eine Wahrnehmung, die einen die Schönheit im nicht Perfekten sehen lässt. So legt man sich allmählich eine gelassene Einstellung zu und sieht auch im Kleinen das Ästhetische.

Kintsugi

Sonntag, den 20. September 2026

Kin heißt auf Japanisch Gold, und tsugi heißt reparieren, überstreichen, schmücken. Eine Schüssel fällt zu Boden und zerbricht; der Meister hebt die Risse hervor, trägt Gold auf, betont eigentlich die Schäden, und wundersamerweise wirkt das Objekt danach noch schöner als vorher. Wir Menschen vielleicht auch, nach unseren Krisen.

Kalligraphie

Montag, den 13. Juli 2026

In arabischen Ländern darf man in Moscheen keine Personen oder Tiere abbilden. Deshalb verfiel man darauf, möglichst opulent die Buchstaben des arabischen Alphabets auszuschmücken. Araber haben darin eine seltene Kunstfertigkeit entwickelt. Einige Beispiele.

Sansibar und Samarkand

Freitag, den 15. Mai 2026

Wir saßen eines Nachmittags zusammen, kamen auf das Buch Sansibar und der letzte Grund von Alfred Andersch zu sprechen, und Adalbert gestand mir, als junger Mann sei er wegen der Magie des Namens Sansibar nach Tansania gereist. Da wird er nicht der einzige gewesen sein; mancher wurde zum Eroberer, weil ihn ein schöner Städtename nicht […]

Jüdische Witze (2)

Montag, den 27. April 2026

Hätte ich nicht gedacht, aber manipogo hatte schon einmal jüdische Witze, im entfernten 2016. Mir ist ein Riesenband Der Jüdische Witz »übercho«, wie der Schweizer sagt: Ich habe ihn aus einem Regal befreit. Damls hatte ich gerade einmal zwei Witze zitieren können, jetzt sollen es mehr sein. Ich arbeite gerade das Buch durch und merke […]

Selbstbezüglich

Dienstag, den 7. April 2026

Zu manchen Werken der abstrakten modernen »bildenden« Kunst fallen mir nur die Adjektive dreist und unverschämt ein. Was sich Kuratoren alles als Kunst aufschwatzen lassen, ist unglaublich; doch das ist der Zeitgeist. Diese Kunstwerke kennen nur sich selbst. Peter Sloterdijk hat in seinem Buch Du musst dein Leben ändern die Szene auseinandergenommen.

Kreative Autofahrer

Mittwoch, den 18. Februar 2026

Mit Freude sieht man, dass deutsche Autofahrer nicht nur auf ihr Geburtsjahr oder gleiche Zahlen (8888, 7777, 6666) auf ihrem Kennzeichen bestehen, sondern auch Kombinationen mit ihrer Herkunftsstadt herstellen. Das kann kein Zufall sein. Ich bin immer auf der Suche nach witzigen Zusammenstellungen und will nur die erwähnen, die mir aufgefallen sind.