Alles gleichzeitig (2)

web108 am 16. September 2023 um 00:37

Die Zeit gibt es nicht, sie ist eine menschliche Erfindung, weil wir langsame Wesen sind, die alles hintereinander fügen müssen und denn auch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft streng auseinanderhalten. Das wird von anderer Seite bestritten, und wir hören uns die Gründe dafür an. Vor 4 Jahren hatte ich mich schon an das Thema herangetastet; nun gehen wir noch näher ran. Ich will mehr »

Dolores Cannon

web108 am 15. September 2023 um 00:01

Dolores Cannon kennt sich aus im Jenseits, weil sie viele tausend Menschen zurückgeführt hat — durch einen Todesprozess hindurch und in eine neue Existenz. Die US-Amerikanerin lebte von 1931 bis 2014, schrieb 20 Bücher und erdachte eine neue Hypnose-Technik, die heilen soll. Und sie konnte schön erzählen von all den Dingen, die sie wusste. Ich will mehr »

Zimmer und Orte

web108 am 14. September 2023 um 00:06

Noch etwas zu den Orten des Paul Tournier: Der Mexikaner Octavio Paz (1914-1998) nannte ein Gedicht Zimmer und Orte, Straßen, Namen, Zimmer, und der Anfang ist eine Erinnerung an Madrid 1937. Da verewigen zwei Menschen einen Ort und machen ihn sich unsterblich, und Paz, Literatur-Nobelpreisträger 1990, machte sie unsterblich, obgleich er ihre Namen nicht nennt, indem er ihren heiligen Akt schildert. Ich will mehr »

Carl Lutz

web108 am 13. September 2023 um 00:02

György Konrád erwähnte in seinem Buch zwischendurch Carl Lutz (1895-1975), den Schweizer, den kaum jemand kennt, obwohl er mehr Juden das Leben rettete als irgendjemand sonst. Niemand aus seinem Land hat ihn zu Lebzeiten geehrt; aber er wurde zum »Gerechten der Völker« ernannt, 1964 schon. Setzen wir ihm ein Denkmal. Ich will mehr »

Der Weg ins Freie

web108 am 12. September 2023 um 00:24

Keine Frage: Jeder kennt die Furcht vor dem Neuen, jeder Mensch ist bereits einmal umgezogen, hat den Job gewechselt oder andere einschneidende Veränderungen hinter sich. Die Transformation oder der Neubeginn, die manipogo gerne bespricht und geradezu feiert, tun oft weh; vieles bleibt zurück. Hier nur zwei Zitate von ungarischen Autoren, aus den Jahren 1944 und 1948. Ich will mehr »

Der dichte Wald

web108 am 11. September 2023 um 00:49

Die Furcht vor der Leere und der Schutzlosigkeit ist vielleicht auch die Furcht, zu verschwinden: eine Art Todesangst. Wir Menschen sind ja Überlebenskünstler und haben vielleicht noch nicht das Trauma unseres Beginns vergessen, das uns noch in den Genen steckt: die Zeit in einem gleichförmigen, ewigen Wald, von dem einmal der italienische Künstler Carlo Levi (1902-1975) sprach.  Ich will mehr »

Der Mensch und sein Ort

web108 am 10. September 2023 um 00:38

Oder sollte ich sagen: Der Mensch und sein Platz? Paul Tournier (1898-1986), ein französischer Arzt und Psychotherpeut, nannte sein 1970 erschienenes Buch L’homme et son lieu. Lieu ist eigentlich der Ort; der Platz ist enger gemeint, könnte mein Schreibtisch sein. Dem deutschen Verlag (Herder, katholisch) hatte der Titel wohl zu wenig Gemüt, also nannten sie es Geborgenheit — Sehnsucht des Menschen. Schluchz. Ich will mehr »

Rückkehr ins Leben (12): Der verschwundene Schatten

web108 am 9. September 2023 um 00:03

Die folgende Geschichte habe ich vor neun Jahren bereits erzählt — aber irgendwie distanziert und technisch, wie ich heute finde. Ich will es nochmal versuchen. Da steckt mehr drin. Ich las das Buch Soul Mountain noch einmal, das der chinesische Literatur-Nobelpreisträger von 2000, Gao Xingjang, 1990 veröffentlicht hatte. Es ist ein schönes Reisebuch, das im ländlichen China spielt.  Ich will mehr »

Seele und Leib

web108 am 8. September 2023 um 00:43

Zurück zum Reiter. Wir wollen einmal ein paar Aussagen zum Verhältnis von Seele und Leib zusammenstellen, und vielleicht macht das vieles klarer. Die beiden gehören zusammen, und nur das Bewusstsein hervorzuheben, wird der Sache nicht ganz gerecht. Was soll ein Radfahrer ohne Fahrrad? Ohne Rad ist er nur Passant oder Wanderer und kommt nicht weit. Ich will mehr »

Der Schimmelreiter

web108 am 7. September 2023 um 00:01

Die Novelle Der Schimmelreiter, letztes Werk von Theodor Storm (1817-1888), war bei uns Schullektüre. Da ich erst kürzlich am Deich war, las ich sie noch einmal und merkte, dass sie ja zu manipogo passt: Es ist (auch) eine Gespenster-Geschichte. Storm schrieb realistisch, doch in ihm war immer auch die andere Welt, die in unsere hineinragt … Ich will mehr »