Maria am Kreuz

web108 am 15. August 2020 um 00:44

Heute ist mal wieder Ferragosto, nach Feriae Augusti, wie der Tag im Römischen Reich hieß. Schon im fünften Jahrhundert wurde an jenem Tag Mariä Himmelfahrt gefeiert. Man wollte die gute Maria unter die Heiligen aufgenommen wissen, von der man ja nichts weiß, die aber zur perfekten Frauengestalt hochgejubelt wurde. Ich will mehr »

Pauline Roland

web108 am 14. August 2020 um 00:38

»Ich will in gänzlicher Gleichheit und Freiheit leben«, schrieb Pauline Roland 1830, als sie 25 Jahre alt war. 40 Jahre nach Beginn der Französischen Revolution war wieder alles beim alten. Freiheit und Gleichheit galten nicht für die Frauen und nicht für die Armen, und »Brüderlichkeit« hieß das dritte Motto auf den blutbespritzen Fahnen der Revolutionäre, von Schwestern hörte man nichts. Nur einmal, doch, ja: 1791.     Ich will mehr »

Die Somnambule (2)

web108 am 13. August 2020 um 00:03

Anscheinend hat das nächtliche Reisen der Schriftstellerin Kaschnitz gefallen, sonst hätte sie nicht so oft ihre Fingerbewegung ausgeführt, die sie fortkatapultierte. Es ist ja spannend, was dann passiert. Ich habe meine diesbezüglichen Versuche aufgegeben; ich lasse mich überraschen, ob es von selbst kommt, und manchmal passiert etwas einfac deshalb, weil man darüber schreibt. Vielleicht diese Nacht? Ich will mehr »

Die Somnambule

web108 am 12. August 2020 um 00:20

Seltsames Wort. So — Somnambule — hießen früher Frauen, die in Trance oder Hypnose waren und dabei die Zukunft sahen oder unerhörte Dinge verrichten konnten. Unerhört sind ja jene Reisen des Bewusstseins, während der Körper schläft, womit ich nicht Träume meine, sondern Astralreisen. Das können vielleicht mehr Leute, als man meint, und nach Franz Werfel und seinem dicken Buch kommt heute Marie Luise Kaschnitz dran. Ich will mehr »

Sonnenuntergänge

web108 am 11. August 2020 um 00:19

Wenn man kein passionierter Frühaufsteher ist, hat man keinen Sonnenaufgang fotografiert. Dafür hat man eine Menge Versionen davon, wie die Sonne untergeht. Komisch, dass diese irrige Bezeichnung sich hält, wissen wir doch alle, dass die Sonne nie untergeht, nur der Erdball sich neigt. Wobei mir etwas einfällt … Ich will mehr »

Schicksal/Fügung

web108 am 10. August 2020 um 00:46

Meine Schwester ging zum Tanzen, und jemand warf ihr vor, sie sei unverantwortlich ihrer Mutter gegenüber, zu der sie am nächsten Tag gehen wollte. Dass es sie erwischt (durch die Krankheit, die sie sogar schon hatte!), wäre so extrem unwahrscheinlich, dass man es fast als Schicksal bezeichnen müsste. Man müsste es hinnehmen und könnte es annehmen, aber niemand denkt mehr so.  Ich will mehr »

Der liebende Geist

web108 am 9. August 2020 um 00:09

Als ich The Loving Spirit von Daphne du Maurier in einer zerlesenen Ausgabe von 1975 fand, widerstand ich nicht. Wieder ging es da, wie in Frenchman’s Creek, um eine wilde junge Frau, die zwischen der Familie und ihrer Abenteuerlust hin- und hergerissen wird. Geschrieben 1931, spielt es ebenfalls in Cornwall, on the Cornish coast. Und auf Seite 100 malt die Autorin ein wunderbares Gleichnis, das aus einem Märchen zu stammen scheint. Ich will mehr »

Andreas Hertzeg

web108 am 8. August 2020 um 00:32

Den achten Geburtstag feiert manipogo mit einer Erzählung des gestern genannten Hebel, Johann Peter (1760-1826), die auf eine wahre Begebenheit zurückgehen soll und in der der 8. August eine bedeutende Rolle spielt. Eine gewisse Parallele zu diesem Frühjahr des Rückzugs in unserem Land und überall sind nicht zu verkennen; reiner Zufall (oder nicht). Ich will mehr »

Wieder vor der Weserei

web108 am 7. August 2020 um 00:44

Endlich, endlich das Bild von der alten »Weserey« in Kandern gemacht, das in einem Gedicht von Johann Peter Hebel (1760-1826) vorkommt, dem größten badischen Dichter. Gespenst an der Kanderer Straße heißt das Werk, das ich wiedergeben muss, mit Erläuterungen versehen, damit es jeder versteht. Als Hebel einmal vor Goethe (der ihn schätzte) und anderen in Weimar seine Gedichte virtrug, übersetzte er jede Zeile ins Hochdeutsche.  Ich will mehr »

Flugverkehr (103): 33 Grad, 12 Stunden

web108 am 6. August 2020 um 00:06

Drei Tage mit dem Rad unterwegs, drei Beiträge. Man ist wieder erfüllt von neuen Impressionen. Von Mélisey bin ich am Schweizer Bundesfeiertag bei geschätzten 33 Grad in einem Tag die 120 Kilometer nach Hause gefahren, um 9 Uhr los, und um 20 Uhr war ich zu Hause. Immer wieder kauft man ein und füllt seine beiden Flaschen mit Wasser, doch es reicht nicht richtig. Ein kühles Bier am Kanal, und zu Hause trank ich in 5 Minuten eineineinhalb Liter Tee leer. Ich will mehr »