In höheren Sphären

web108 am 10. Oktober 2020 um 00:29

Das Matterhorn und Zermatt: Das muss uns zum Alpinismus führen, der richtig erst Mitte des 19. Jahrhunderts erblühte, zusammen mit der Industrialisierung, dem Individualismus und dem Inangriffnehmen der Grenzen, die der Mensch vor sich hatte. Die Erstbesteigung des Matterhorn wird erwähnt, die tragisch ausging, was aber keinen Alpinisten abschreckte. Ich will mehr »

Mark Twains Weg

web108 am 9. Oktober 2020 um 00:51

Wir sind noch in Zermatt. Oben, unterwegs zur Riffelalp, fiel mir das Schild Mark-Twain-Weg auf. Ja, richtig, der amerikanische Autor (Huckleberry Finn) hatte Europa eingehend besucht, 1867 (manipogo hatte was von ihm über Rom und Athen) und dann 1878. Diese letzte Reise führte ihn eingehend in die Schweiz. Er war in Grindelwald, Zermatt und Chamonix, den drei Zentren des Alpinismus, und er wanderte viele Stunden in den Alpen umher. Ihre Größe, ihre Majestät und — was sie uns bedeuten: Mark Twain verstand es und konnte es ausdrücken. Ich will mehr »

Das Matterhorn

web108 am 8. Oktober 2020 um 00:50

Vor zehn Tagen waren wir übers Wochenende in Zermatt, in einer Ferienwohnung. Bergwandern wollten wir, und ich sollte zum ersten Mal das Matterhorn erblicken, diese markante riesenhafte Felsnadel, deren Spitze auf 4478 Meter (oder 4505) über dem Meeresspiegel liegt. Überall in Zermatt sieht man es abgebildet, das Horn, und manipogo tut das auch, denn der Berg wirkt immer anders, immer neu. Ich will mehr »

Stella und Christian

web108 am 7. Oktober 2020 um 00:06

Stella, was für ein schöner Name: der Stern auf Italienisch. Stella Petersen ist wunderhübsch, sportlich und Englischlehrerin. Sie und ihr Schüler Christian finden in Siegfried Lenz‘ Novelle Schweigeminute zusammen, die ich vor kurzem las. Sie ist von 2008 und also ein Spätwerk des großen Erzählers Lenz, der heute vor sechs Jahren gestorben ist, 88 Jahre alt. Ich will mehr »

Jonas‘ Schlusswort

web108 am 6. Oktober 2020 um 00:37

Wir waren ja gerade bei der Kunst, bei Bildern, beim Museum … Ein kleines Erlebnis in der Arbeit rief in mir eine Erzählung wach, an die ich viele Jahre nicht mehr gedacht hatte. Doch sie war in mir aufbewahrt, die Geschichte Jonas oder der Künstler bei der Arbeit von Albert Camus, Nobelpreis für Literatur 1957 (mein Geburtsjahr), drei Jahre danach tödlich verunglückt, 47 Jahre alt.  Ich will mehr »

Lichtschöpfer

web108 am 5. Oktober 2020 um 00:33

Gemalte Bilder sind in ihrer Materialität konkrete Dinge, und ihre Funktion ist die Repräsentation. Sie zeigen etwas und stehen für etwas, das für jeden anders sein kann. Ernst Cassirer hat die Sprache, die Kunst, die Wissenschaft und die Religion als symbolische Darstellungsformen bezeichnet. Symbole sind wandelbar; Bilder sind Kommentare zu einem Urbild, das im dunkeln bleibt, und im Museum hängen sie völlig verloren, vielleicht eines weiteren Kommentars bedürftig. Ich will mehr »

Denken um 1460

web108 am 4. Oktober 2020 um 00:26

Warum muss man es sich immer schwer machen? Das ist der Sinn von manipogo: Wir wollen etwas herausfinden und beisteuern und fragen uns mal, wie man im Mittelalter gedacht hat und wie es kam zu den Sprüchen von Gottes Wille und Gottes Strafe, warum man so ausgedehnt diskutierte und so grausam war. Dazu schaue ich in eigenen Aufzeichnungen nach und zitiere aus ein paar Büchern; zu schwer wollen wir es uns auch nicht machen. Ich will mehr »

Die Stadt Arras, um 1460

web108 am 3. Oktober 2020 um 00:17

Heute ist der Tag der deutschen Einheit. Dazu möchte auch manipogo etwas sagen. Das übernimmt Adrzej Szczypiorski mit seinem Buch Eine Messe für die Stadt Arras, das bereits 1971 erschien. Wikipedia hat einen Eintrag dazu, der jedoch, wie ich finde, mehr verschleiert als er aussagt, denn das Buch ist klar: Da wird etwas so versteckt, dass es gefunden werden muss; aber wenn man nicht finden will, findet man es nicht. Ich will mehr »

Ich arm, du reich

web108 am 2. Oktober 2020 um 00:46

Michel Foucault (1926-1984) dringt nach der Schilderung der guten Taten von Pinel und Tuke, gestern beschrieben, zum Thema Armut und Fürsorge vor. »Es gibt eine bestimmte Menge an Elend, die man nicht auszulöschen vermag«, schreibt er, und: Jene Armut sei außerdem notwendig, weil sie »den Reichtum möglich macht«. Dazu musste mir ein witziger (aber tiefsinniger) Vierzeiler von Bertolt Brecht einfallen. Ich will mehr »

Moralische Behandlung

web108 am 1. Oktober 2020 um 00:24

Ich finde, Publizistik (und auch der sogenannte Blog) sollte bisweilen auch etwas Positives verbreiten, das Mut macht. Heute ein Beitrag zum Thema mutige Männer.Keine Soldaten werden hervorgehoben, sondern mitfühlende Menschen. Philippe Pinel und Samuel Tuke haben es erreicht, dass die Irren Ende des 18. Jahrhunderts besser behandelt wurden: wie Kranke, nicht wie Verbrecher. Ich will mehr »