Aus Afrika

web108 am 25. Juni 2019 um 00:52

Gute Literatur verrät einem etwas über Menschen aus anderen Kontinenten. Wir sollten immer hinzulernen wollen, und selbst wenn wir die Handlung vergessen – irgendetwas setzt sich fest. Zwei Bücher will ich kurz besprechen: Eiserne Zeit des Literaturnobelpreisträgers J. M. Coetzee und Drei starke Frauen von Marie Ndiaye. Beide spielen im subsaharischen Afrika, wo’s immer — jeden Tag, jede Nacht —  so heiß ist wie bei uns jetzt gerade. Darum lesen, am Pool, mit einem Caipirinha neben sich.   Ich will mehr »

Chen Cao und die Hure

web108 am 23. Juni 2019 um 00:49

Kommissar Brunetti löste im Mai schon seinen 28. Fall, das macht eine ansehnliche Kollektion im Bücherregal. Ich lese selten Krimis, aber nun habe ich mir den ersten Fall von Chen Cao angetan, der mittlerweile seinen achten gelöst hat. Das Buch heißt Tod einer roten Heldin. Der Autor ist Qiu Xiaolong, 1953 geboren und Dozent in Washington. Er lebt in St. Louis.  Ich will mehr »

LU-LU

web108 am 22. Juni 2019 um 00:27

Das Auto bedeutet dem Bürger heute mehr als je zuvor. Damit zeigt er sich, es ist seine Visitenkarte und Träger von Bedeutung. Neben dem nicht unwichtigen Moment des Fahrzeugtyps können wir – wenn wir wollen – mit dem Kennzeichen etwas aussagen. Das wollen viele und tun es auch. Ich will mehr »

Auto und Fahrerin

web108 am 20. Juni 2019 um 00:57

Die Christen feiern Fronleichnam, damit den Leib des Herrn (Festum Sanctissimi Córporis Christi), womit sie Christus meinen, der nach dem Willen Gottes (eher: nach dem Willen der Kirchenväter) Mensch wurde und auch Gott ist sowie das Sakrament der Wandlung: Die Hostie wird zum Leib Christi und spendet Seligkeit. Es geht also um Leib und Seele. Was ist wichtiger? Ich will mehr »

Dantons Tod

web108 am 18. Juni 2019 um 00:43

Am 19. Juni 1956 wurden in Algerien zwei Männer, Zabana und Ferradj, im Namen des Gesetzes durch die Guillotine hingerichtet. Das war 160 Jahre nach der Französischen Revolution und 120 Jahre nach Erscheinen des Dramas Dantons Tod von Georg Büchner. Damals, 1835, war die Revolution noch nah, und auch in Deutschland gärte es. Büchner studierte in Zürich und starb dort 1m 19. Februar 1837, 23 Jahre alt. Lenz heißt ein Artikel auf dem frühen manipogo über ihn, und der Büchner-Preis ist begehrt.    Ich will mehr »

Wieder: der Ball

web108 am 17. Juni 2019 um 00:32

Ein kurzer Einschub, aus aktuellen Gründen: Heute um 18 Uhr spielt das deutsche Frauen-Nationalteam bei der Weltmeisterschaft in Frankreich gegen Südafrika, wenn ich richtig orientiert bin. Kann man anschauen, soll man anschauen. Plötzlich richtet sich ein Lichtkegel auf die Frauen, die nicht mehr bloß kicken, sondern richtig Fußball spielen.  Der Kicker hat sogar eine Kolumnnistin aufgeboten, bravo! Ich will mehr »

Weißes Algerien, buntes Nichts

web108 am 16. Juni 2019 um 00:54

Warum Weißes Algerien? Die Autorin bietet mehrere Lösungen an, aber es ist ja egal, ob es das Weiß ist, auf dem Schrift entsteht oder das Weiß einer besudelten Morgenröte oder das Weiß durch den Schnee auf den hohen Bergen Algeriens. Unsere Heimat ist zunächst unsere Sprache. Ich will mehr »

Über Algerien

web108 am 14. Juni 2019 um 00:54

Kürzlich im Landsberger Welt-Laden gekauft und gelesen: das Buch Weißes Algerien (1995) von Assia Djebar, die auf manipogo erst einmal zum Zug kam. Die algerische Autorin, 1936 geboren und am 6. Februar 2015 gestorben (was mir entging), schildert die letzten Tage von Freunden, die von Islamisten ermordet wurden. Im algerischen Bürgerkrieg in den 1990-er Jahren starben 120.000 Menschen. Ich will mehr »

Die Bullshit-Jobs

web108 am 12. Juni 2019 um 00:35

Das mit den Bullshit-Jobs, über die David Graeber ein Buch veröffentlicht hat, gefällt mir immens. Wie schön, dass der Anthropologie-Professor damit die Diskussion bereichert hat! Nützen wird es nicht viel. Mit ihren Ausformungen drückt sich die Gesellschaft aus. Wir können bloß schimpfen und zuschauen. Ich will mehr »

Die Ordnung hinter den Dingen

web108 am 11. Juni 2019 um 00:12

Vor einer Woche hatten wir das Thema Kontingenz und Transzendenz. Ja, vieles ist unbestimmt und wirkt willkürlich, doch … es bilden sich auch Informations-Inseln der Ordnung heraus. Wenn man sie sehen kann. Manche sagen ja gleich: Du konstruierst das. Sehen wir uns an Beispielen an, wie die Welt zu uns spricht. Ich will mehr »