Gemma, Milagros und Carolina

web108 am 5. Januar 2013 um 01:04

In den Schweizerischen Migros-Supermärkten sitzen oft Frauen aus vielen Ländern an der Kasse, und sie tragen Namensschilder, und manchmal fällt mein Blick darauf. Gemma Goethe vom Migros in Opfikon kennt mich schon, seit ich mich bewundernd über ihren Namen äußerte. Sie sagte, sie habe einmal einen Mann aus Graubünden geheiratet; hatte Goethe auf seiner Schweizer Reise 1775 eine schöne Begegnung, von der wir nichts wissen? Sie selber, Gemma, stammt von den Philippinen. Ich will mehr »

Roms Traum vom Weltreich

web108 am 4. Januar 2013 um 00:48

Ein Artkel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über den Fußballklub AS Rom erregte meine Aufmerksamkeit und regte mich auf: beste Bedingungen für einen schnellen, dennoch grundsätzlichen Beitrag über Italien und den Fußball, der im Alltag dort eine große Rolle einnimmt. Nur in Spanien − so mein Eindruck vom vergangenen März− ist der Fußball noch wichtiger.   Ich will mehr »

Mit Goethe ins Jahr

web108 am 3. Januar 2013 um 01:59

Gerade war Italien dran, und jetzt gehen wir noch mit Johann Wolfgang Goethe ins Jahr. Ich blätterte kürzlich in seinen Gedichten, und er hat ja einige witzige Epigramme zu bieten, und Italien – das Land, in dem die Zitronen blüh’n — lag ihm auch am Herzen. Darum als erstes eins der Venetianischen Epigramme, geschrieben im Frühling und Sommer 1790, als er in Venedig Herzogin Anna Amalia abholen musste und sich dort ein wenig langweilte. Ich will mehr »

Die Agenda Monti für Italien

web108 am 2. Januar 2013 um 00:22

Mario Monti zieht nun doch in den Kampf und würde nach der Italien-Wahl vom 24. Februar das Land gern weiter regieren. Der unerschrockene Ritter hat seine Agenda per un impegno comune vorgelegt, für ein gemeinsames Werk. Sie hat 25 Seiten und trägt den Untertitel Italien verändern, Europa reformieren. Cambiare Italia − geht das denn? Ich will mehr »

Der erste Tag

web108 am 1. Januar 2013 um 00:15

Hätte ich Neujahr 2012 gedacht, dass ein Jahr später … Es gibt Jahre mit einem Quantensprung und verlorene Jahre, aber der Umlauf der Erde um die Sonne ist ja nur eine von uns gewählte Einheit; wir könnten zwei Jahre zusammenfassen oder fünf oder alle wegwerfen: Wir versuchen ja immer, uns zu verwirklichen, unser Wesen in diese Welt einzubringen; das Gute wollen wir bewirken, aber es klappt nicht immer, weil dunkle Kräfte dagegen sind. Auch 2013 versuchen wir es aufs Neue. Ich will mehr »

Die Brücke hinüber

web108 am 31. Dezember 2012 um 01:33

Der letzte Tag des Jahres. Wir befinden uns sozusagen auf einer schwankenden Brücke hinüber zum Ufer des nächsten Jahres, auch wenn wir diese Brücke selbst gebaut haben. Aber wir wollen unser Leben in Abschnitte unterteilen, wir wollen Fortschritte machen und immer wieder von neuem anfangen dürfen. Die Brücken-Metapher habe ich von Thornton Wilder, dessen Buch Die Brücke von San Luis Rey ich unlängst las. Ich will mehr »

Selber schuld

web108 am 30. Dezember 2012 um 01:22

Der Schweinebraten beim »Leichenschmaus« in Landsberg am Lech war göttlich. Auf ihn hatte ich mich auch gefreut: einen Schweinsbraten mit Knödel(n; es waren zwei) mit einer Halben Bier. Zu Hause esse ich nie Fleisch, da gibt’s Pasta oder gekochte Kartoffeln. Aber ist man in Bayern, geht es schon los: Fleisch oder Wurst jeden Tag. Da fiel mir ein, dass niemand den Fleischverzehr verteidigt. Da ich Freidenker bin und tolerant, außerdem ein Provokateur, mache ich das nun. Ich will mehr »

Verschränktes Bewusstsein

web108 am 29. Dezember 2012 um 01:15

In meinem Beitrag über Telepathie hatte ich auf das Phänomen hingewiesen, dass zwei Menschen, die blutsverwandt sind oder sich lange kennen, einen gemeinsamen inneren Rhythmus ausbilden können. Sie verstehen sich blind, sie funktionieren synchron, ohne es zu wissen. Das ist wie in der Quantenphysik. Wir sind ein Bündel aus gigantisch vielen Teilchen, und im Untergrund kommt es zu einer Synchronisierung. Manchmal wird einem das im Leben demonstriert. Ich will mehr »

Die Abdankung

web108 am 28. Dezember 2012 um 00:59

Am 19. Dezember nahm ich an der Bestattungsfeier meiner Tante Irma in Landsberg am Lech teil. »Abdankung« heißt das in der Schweiz oder Aussegnung, es war jedenfalls eine würdige Bestattung, der eine Messe in der Heilig-Kreuz-Kirche voranging, die 1754 von Jesuitenpater Merani erbaut wurde. Oberhalb des Altars ist die Schlacht an der Milvischen Brücke abgebildet, und überall Putten und Engel, Gold und Zierat, bayerischer Barock eben. Ich will mehr »

Sechs Farben: weiß

web108 am 27. Dezember 2012 um 01:28

Vor einem Monat hatte ich mit einem Sechsteiler über Farben angefangen, weil ich an Krzystof Kieślowskis grandiosen Dreiteiler aus den 1990-er Jahren gedacht hatte. Es gibt ja so viel zu berichten, darum erst jetzt die Farbe weiß. Ende November hatte ich das Blau behandelt, und demnächst: das Rot. (Foto: eine weiße Stadt in Apulien, Martinafranca)

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