Archiv der Kategorie 'Literatur'

Bär und Seele

Samstag, den 2. Januar 2021

Die acht Seiten Über das Marionettentheater von Heinrich von Kleist (1777-1811) sind mustergültiges klassisches Schreiben und zeigen, wie weit man gedanklich vor über 200 Jahren gekommen war, und vieles hätte damals schon erfunden werden können, hätten nicht geistige Blockaden gewirkt. Vom Marionettentheater zum Bären und zur Seele, und alles verweist so nebenbei auf die gestrige […]

Amanda

Freitag, den 1. Januar 2021

Ein Frauenname mit A: Damit fängt das Neue Jahr passend an. Über Amanda, die Herzlose, muss man einfach schreiben, weil man diese Frau nicht loswird. Einfach toll. wie sie ihre drei Männer (einen nach dem andern) im Griff hat! Sie tut die Dinge und denkt nicht viel darüber nach, und kommt Kritik, sagt sie: Ich […]

Wiegenlied fürs Christkind

Samstag, den 26. Dezember 2020

Hat mich gefreut, dass es im November 2000 Abrufe für ein paar Gedichte von Lope de Vega (1562-1635) gab. Ich hatte schon vorgehabt, sein Wiegenlied für das Christkind und sein Weihnachtslied zu verwenden, die wieder volksliedhaft und schlicht geschrieben sind. Hier kommen sie, übersetzt von Erwin Walter Palm.

Largo desolato

Samstag, den 12. Dezember 2020

Largo Desolato ist ein Schauspiel des Pragers Václav Havel, und keiner kennt es. Ich holte es aus einem Regal, und da die Hauptperson Leopold heißt (wie mein früherer Schwager, der gestern 64 geworden wäre, aber heute or 21 Jahren überraschend starb, am Morgen nach seinem Geburtstag), behielt und las ich es. Auch aus kleinen Werken […]

Der Anfang von etwas

Montag, den 30. November 2020

Eine Erzählung von Siegfried Lenz (1926-2014) weckte mein Interesse: Der Anfang von etwas, 1958. Könnte der Titel eines Romans von Graham Greene sein. Liest dich gut. Karge Sprache, sparsame Handlung, wenig Personen: der Seemann Harry, eine alte Freundin (Paula), eine heruntergekommene Kneipe, ein Kneipenwirt. Und der Anfang von etwas wird vielleicht auch für manipogo zu […]

Wenn sie morgen kommen

Freitag, den 27. November 2020

Sie, die vielleicht morgen kommen, das sind die Deutschen, die Anfang Mai 1940 am Rhein stehen oder eher an ihm entlangfahren Richtung Westen, um Frankreich plattzumachen. Wollen sich die Nationalsozialisten auch die Schweiz einverleiben? Darum geht’s in dem Roman Wenn sie morgen kommen von Arthur Honegger, 1977 erschienen. Ich komme noch drauf und will jetzt […]

Niemand

Mittwoch, den 25. November 2020

Im Angebot der Kritischen Ausgabe plus sind alle meine Artikel der Kolumne Ausreißversuche (in den Jahren von 2006 bis 2012) noch lesbar. In einem geht es um das Unsichtbarbleibenwollen des Autors/der Autorin. Veröffentlicht wurde er heute vor neun Jahren, und ich befand ihn heute für exzellent. Da hatte mich gewiss die Muse geküsst! Darum heute […]

Gebrauchtes

Dienstag, den 24. November 2020

Unsere Welt: klinisch, steril, viel Plastik und Metall. Viel Stein. (Swedenborg schreibt, Stein gebe es in den unteren Sphären; weiter oben gibt es vornehmlich Holz.) Luxuriöse Wohnungen, zu sehen in deutschen Fernsehkrimis, sind seit Jahrzehnten karg möbliert, in Weiß gehalten und sehr sauber. Morgens hört man aus den Wohnungen den Staubsauger, selten Musik. Als Kontrapunkt […]

Lope de Vega

Freitag, den 20. November 2020

Lope de Vega lebte von 1562 bis 1635, also gleichzeitig mit Shakespeare, und hauptsächlich in Madrid. Er wurde späteren Generationen von spanischen Lyrikern zum Vorbild, weil er seine Gedichte frisch und warm klingen, mit leichter Hand gefertigt. Und so faszinieren uns seine 400 Jahre alten Werke immer noch. Gedichte in spanischer Sprache finde ich am […]

Dickinson 1883

Donnerstag, den 19. November 2020

Emily Dickinson, ja, die muss man kennenlernen. Sie lebte von 1830 bis 1886 in Amherst im US-Staat Massachusetts und verbrachte die meiste Zeit in ihrem Zimmer. Nur sieben ihrer 1775 Gedichte wurden zu Lebzeiten veröffentlicht. Nun gilt sie als wegweisende Lyrikerin, deren Stil unverkennbar ist. Zauberspruch-Charakter haben sie, hat jemand geschrieben. Humorvoll sind sie und […]